Hessenliga: Schwalmstadt reist als krasser Außenseiter und mit großen Personalsorgen zum TSV Lehnerz

Wolf: Respekt, aber keine Angst

Gegen seinen Ex-Klub Lehnerz besonders motiviert: Schwalmstadts Jan Henrik Wolf (r.), der hier Kevin Vidakovics (Stadtallendorf) enteilt. Foto: Hahn

Schwalmstadt/Lehnerz. Ausgerechnet jetzt. Ausgerechnet nach dem formidablen 3:0-Erfolg des TSV Lehnerz beim bis dahin zu Hause ungeschlagenen Spitzenreiter Steinbach.

Ausgerechnet im Anschluss an die Entscheidung des osthessischen Fußball-Hessenligisten für die Regionalliga zu melden, was der Mannschaft des aussichtsreichen Anwärters auf den Relegationsplatz nochmal einen Schub verlieh. „Es gibt sicherlich günstigere Momente, um beim TSV Lehnerz anzutreten“, weiß Jan Henrik Wolf, Angreifer des 1. FC Schwalmstadt vor der Auswärtspartie beim Tabellendritten (Sa. 15 Uhr).

Trotzdem. Bangemachen gilt für den Ex-Lehnerzer, der mit dem Lesser-Team 2013 in Hessens höchste Spielklasse aufstieg und dort 19 Spiele für den TSV machte, nicht. „Respekt ja, aber keine Angst“, empfiehlt der 21-Jährige sich und seinen Nebenleuten, „um das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.“

Die ist, gelinde gesagt, durchwachsen. Die Schwälmer reisen als Tabellenletzter und von Verletzungen geplagt (ohne Fünf) an, dazu hat in dieser Woche eine Grippewelle den Kader weiter dezimiert. Also überwiegen die personellen Fragezeichen. Etwa wer den gesperrten Jannis Lerch im Abwehrzentrum ersetzen soll. Etwa der angeschlagene Trainer Keim selbst? Oder Fabian Seck, auf dessen Außenposition in der Dreierkette dann Adonis Kaquri rücken könnte?

Klarer ist das schon die Taktik. Christoph Keim setzt gegen die spielstarken Gastgeber auf eine „defensive Interpretation“ des neuen 3:4:3-Systems, aus dem dann leicht ein 5:4:1 werden konnte. Mit besonderem Augenmerk auf den umsichtigen Patrick Schaaf, der als Sechser das Spiel seiner Mannschaft ankurbelt, auf Renato Tusha als technisch starker offensiver Wirbelwind, der mit seinen druckvollen Aktionen die Räume für Stoßstürmer Dominik Rummel schafft, mit derzeit elf Treffern Fünfter der Hessenliga-Torjägerliste.

Trainer Henry Lesser kann bis auf Leon Pomnitz (Kreuzbandriss) personell aus dem Vollen schöpfen - und hebt trotzdem den Zeigefinger: „Wir müssen aufpassen. Wenn wir unsere Leistung nicht abrufen und Schwalmstadt einen guten Tag erwischt, kann das leicht schief gehen.“ Genau das ist die Hoffnung des Außenseiters, der sich ein Beispiel an Seligenstadt und Steinbach nehmen sollte. Denn die erwischten so einen Tag im Stadion an der Richard-Müller-Straße. Und kehrten prompt als Überraschungssieger nach Hause.

Von Ralf Ohm

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