Altherren-Fußball

Hessenpokalfinale: TSV/FC Korbach unterliegt SG Hoechst mit 2:4

Verhaltene Stimmung nach dem Finale: Das Team des TSV/FC Korbach mit – hinten von links: Bekim Bajraktarej, Jörg Wagner, Christoph Osterhold, Florian Müller, Uli Sude, Hendrik Osterhold, Matthias Rösner, Thomas Regel, Betreuer Bernd Nickel, Trainer Kai Menzel, Betreuer Helmut Trachte; vorn von links: Aliret Musolay, Hüseyin Kukuoglu, Tim Bialuschewski, Markus Mühlenbächer, Timo Kiepe, Markus Wieck, Tim Stephan und Gregor Mainusch.
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Verhaltene Stimmung nach dem Finale: Das Team des TSV/FC Korbach mit – hinten von links: Bekim Bajraktarej, Jörg Wagner, Christoph Osterhold, Florian Müller, Uli Sude, Hendrik Osterhold, Matthias Rösner, Thomas Regel, Betreuer Bernd Nickel, Trainer Kai Menzel, Betreuer Helmut Trachte; vorn von links: Aliret Musolay, Hüseyin Kukuoglu, Tim Bialuschewski, Markus Mühlenbächer, Timo Kiepe, Markus Wieck, Tim Stephan und Gregor Mainusch.

Die Altherren-Fußballer des TSV/FVC Korbach haben das Hessenpokalfinale gegen Titelverteidiger und Favorit SG Hoechst Classique mit 2:4 (0:2) verloren.

Oberursel – Die Fußball-Generation, die für gut ein Jahrzehnt für Verbandsliga-Fußball im TSV/FC Korbach stand, gehört jetzt zu den sogenannten Altherren. Die Lust am Kicken ist Osterhold, Rösner und Co. auch deutlich jenseits der 30 nicht vergangen. Am Samstag wollten sie im verspäteten Finale der Saison 2019/20 im Oberurseler Ortsteil Oberstedten als erste nordhessische „Oldies“ den AH-Hessenpokal der Ü35 holen. Es war ein „Spiel auf Augenhöhe“, sagte TSV/FC-Kapitän Jan-Hendrik Osterhold.

Das Endspiel gegen die Westfrankfurter, 2017 deutscher Ü40-Meister, war von personellen Schwierigkeiten begleitet. Der TSV/FC trat ohne gelernten Torwart an. Stammkeeper Swen Meier hatte sich Anfang September in einem Benefizspiel im Kasseler Auestadion die Achillessehne gerissen.

Kurzerhand funktionierten die Korbacher Tim Bialuschewski, von Haus aus Stürmer, zum Ballfänger um. „Bia“ habe sogar beim Torwarttrainer des TSV/FC, Bernd Beckmann, ein paar Einheiten absolviert, erzählte Osterhold. Offenbar mit Erfolg. „Alles, was zu halten war, hat er gehalten“, so der Spielführer.

Zudem hatte Florian Müller Pech mit einer Zerrung, musste Tim Stephan in der ersten Halbzeit mit muskulären Problemen vom Platz. Solche Verletzungen träten halt im höheren Alter häufiger auf, merkte Osterhold an. Auch beim Gegner: Hoechst fielen beim Warmmachen drei Spieler aus.

Korbacher haben besseren Start nutzen aber Torchancen nicht

Der TSV/FC kam vor den gut 150 Zuschauern deutlich besser ins Spiel als die SG. „Wir hätten mit 3:0 führen müssen“, meinte Osterhold. Zwar vergab Bülent Öztürk die erste Gelegenheit der Partie, bei der HR1-Moderator Klaus Reichert als Sprecher auftrat. Doch dann waren die Korbacher dran. Und wie.

Zuerst jagte Mario König den Ball frei vor dem Kasten über die Latte, dann parierte SG-Torwart Christian Giggel den Abschluss von Markus Mühlenbächer nach schöner Hereingabe von König stark. Und schließlich hatte Matthias Rösner freie Bahn, schloss aus elf Metern aber überhastet ab. Alles in den ersten zehn Minuten, alles „Hundertprozentige“.

Hoechst machte es besser. Zum 1:0 nutzte Öztürk ein Zuspiel freistehend (15.), direkt vor der Pause verwandelte Tade Condic vom Punkt zum 2:0, nachdem Uli Sude beim Abwehrversuch weggerutscht und den starken Enis Dzihic zu Fall gebracht hatte. „Da geht du mit 0:2 in die Halbzeit, statt mit 2:1 oder 3:1 zu führen. Sehr ärgerlich“, meinte Osterhold.

Ex-Eintracht-Frankfurt-Profi Alexander Schur spielte im Hoechster Team mit.

Nach dem 3:0 durch Dzihic, der einen Konter vollendete, war zehn Minuten nach Wiederbeginn die Luft raus. Hoechst sei eingespielter gewesen als sein Team, man habe die größere Spielpraxis gemerkt, erzählte Osterhold. Ex-Profi Alexander Schur, bekanntester Oldie im Classique-Trikot und mittlerweile 50, beeindruckte durch Stellungs- und Kopfballspiel. „Das war schon klasse“, meinte Osterhold.

Dass die Gastmannschaft von Trainer Kai Menzel, weil im Durchschnitt jünger, läuferisch und athletisch Vorteile, besaß, zahlte sich in der Schlussphase aus. Nachdem Sven Müller mit abgefälschtem Schuss auf 4:0 erhöht hatte (58.), rückte sie das Ergebnis zurecht. Gregor Mainusch (67.) und Christoph Osterhold (70.), mit acht Treffern bester Torschütze des Wettbewerbs, sorgten für den versöhnlichen Endstand. Hendrik Osterhold hatte Pech, dass sein Schuss aus elf Metern von einer Hoechster Brust abgewehrt wurde.

Die Korbacher, im Februar 2020 ebenfalls Zweiter beim Ü35-Futsalcup des Hessischen Fußball-Verbands, hatten trotz der finalen Niederlage ihren Spaß an der Pokalrunde, die ursprünglich im Oktober 2020 zu Ende gehen sollte. „Schade, dass das Finale wegen Corona so lange auf sich hat warten lassen. Wir hatten gerade einen guten Rhythmus“, sagte Osterhold. „Aber es ist schon gut, dass es diesen Wettbewerb gibt.“ Zumal man gerade in den Runden in Nordhessen immer wieder auf frühere Gegenspieler treffe.

Die nächste Gelegenheit gibt es am 27. Oktober. Zum Start des Hessenspokals 2021/22 tritt der TSV/FC beim SSV Sand an. mn Foto: imago

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