Fußball ruht auf unbestimmte Zeit

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Ruhe auf den Fußballplätzen: Wann im Auestadion wieder der Ball rollt, ist noch offen. Der Hessische Fußball-Verband hat den Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt.

Fußball ruht auf unbestimmte Zeit Hessischer Verband passt Pause der aktuellen Corona-Lage an

Die Auszeit für die hessischen Fußballer wird auf unbestimmte Zeit verlängert. Das gab der Hessische Fußball-Verband (HFV) nach der Sitzung seines Vorstandes bekannt. Bisher war die Pause aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 19. April angesetzt. Wir geben einen Überblick über die Themen der HFV-Videokonferenz.

Die Auszeit

Es war keine Überraschung: Der HFV schloss sich dem Vorgehen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an, und weitete die Spielpause bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt aus. Falls die Saison fortgesetzt wird, will der Verband die Vereine 14 Tage vor diesem Termin informieren.

Der HFV-Vorstand beriet über mögliche Szenarien, wie es mit der aktuellen Saison weitergeht. Darüber gab es aber keine Auskunft. Nach Informationen unserer Zeitung zieht der Verband vier Optionen in Betracht. Erstens: Die Saison unterbrechen und ab März 2021 zu Ende spielen. Zweitens: Die Durchführung des Spielbetriebs bis 30. Juni. Drittens: Fortführung über dieses Datum hinaus. Viertens: Sofortiger Abbruch und Start der neuen Runde 2020/21 im Sommer. Diese Szenarien werden jetzt, gemeinsam mit anderen Landesverbänden, juristisch geprüft.

Die Vereinswechsel

Ein wichtiges Thema für alle Amateurklubs: die Wartefristen beim Vereinswechsel. Bisher galt: Amateure, die mindestens sechs Monate kein Spiel bestritten haben, dürfen den Verein wechseln, ohne dass es dafür der Zustimmung des abgebenden Klubs bedarf. Da der DFB als Reaktion auf die Corona-Krise seine Spielordnung anpasste, dürfen die Landesverbände diese Regelung nun verändern.

So könnte der HFV die Zeit, in der aufgrund der Pandemie pausiert wurde, bei der Berechnung des Sechs-Monat-Zeitraums vernachlässigen. „Hier werden wir entsprechende Anpassungen aufgrund der kurzfristigen Entscheidungen des DFB in unseren Regularien beraten und aufnehmen“, sagt HFV-Vizepräsident Torsten Becker. Mit Beginn der Saison 2021/2022 will der Verband zur bisherigen Regelung zurückkehren.

Der Verbandstag

Eigentlich sollte der Verbandstag am 6. Juni in Grünberg stattfinden. Nun wurde ein Ersatztermin gefunden. Die Versammlung wird auf den 28. November verschoben, bis dahin müssten alle ausgefallenen Kreistage nachgeholt werden.

Die Zeitstrafe

Noch nichts Konkretes gab der HFV zur Zeitstrafe bekannt. Dennoch war es ein Thema. Es müssten allerdings noch weitere Details geklärt werden. Aber: Wenn es den benötigten Beschluss gibt, wird die Zeitstrafe bei Seniorenspielen auf Kreisebene zur kommenden Saison wiedereingeführt.

Die Unterstützung

Der HFV will seine Vereine finanziell entlasten. Daher wird es keine Bestrafungen (Geldstrafe/Punktabzüge) beim Schiedsrichter-Pflichtsoll geben. In der letzten Saison mussten die Klubs insgesamt 154 705 Euro an den Verband zahlen. Außerdem werden die Gebühren der Pflichtabos des Verbandsmagazins Hessen-Fußball den Vereinen erlassen. Laut Verband sparen die Klubs dadurch 100 000 Euro.

Reaktionen:

Wie haben Funktionäre, Trainer und Spieler die Entscheidung des HFV aufgenommen? Wir haben bei vier Vereinen nachgefragt. Frederic Brill, Kapitän des Hessenligisten KSV Hessen Kassel, begrüßt die jüngsten Beschlüsse: „Es sind schwierige Zeiten. Der Fußball fehlt. Dass das Saisonende jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben ist, werte ich als gutes Zeichen. Alles andere wäre meiner Meinung nach verfrüht. Alles absagen, das kann man auch im Juni noch machen. Meiner Ansicht nach können wir alles nach hinten schieben. Die neue Saison kann im Zweifel auch erst im September beginnen.“ Und beim Thema Vereinswechsel hat Brill noch eine gute Nachricht parat: „Ich war mit den Gesprächen schon sehr weit. Für mich ist klar, dass ich beim KSV bleibe.“ „Es gibt keine Reaktion von uns darauf, weil kaum etwas Konkretes in der HFV-Mitteilung steht“, sagt German Jaeschke, Abteilungsleiter des Hessenligisten KSV Baunatal. „Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie sich die Dinge für die gesamte Gesellschaft entwickeln und dort reiht sich der Fußball ein“, sagt er und fügt hinzu: „Je länger es dauert, desto unwahrscheinlicher ist, dass die Saison fortgesetzt wird. Und dann muss eine kluge Entscheidung her. Aber es ist klar, dass es eine für alle Vereine faire Lösung nicht geben kann.“ Trainer Marco Siemers steht mit seiner SG Hombressen/Udenhausen auf einem Abstiegsplatz in der Verbandsliga. „Die Entscheidung, die Spielzeit zunächst auszusetzen, finde ich richtig. 14 Tage Vorlauf sollten auf jeden Fall reichen. Wenn die Saison fortgeführt wird, sollten die Spiele, wegen der unterschiedlichen Kadergrößen nicht ganz so komprimiert stattfinden“, sagt Siemers. Die FSG Gudensberg steht in der Gruppenliga (Gruppe 1) auf dem ersten Platz. Trainer André Fröhlich sagt: „Ich tue mich schwer zu sagen, ob diese oder jene Entscheidung richtig ist. Aber die Entscheidung über Auf- und Abstieg sollte sportlich entschieden werden.“

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