Vorstand diskutiert über Szenarien

Hessischer Fußball-Verband: Zumindest die Vorrunde spielen

Sitzbank aus Holz am Sportplatz Hemfurth
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Die Bänke bleiben weiter leer: Sportplatz im Lockdown.

Der Hessische Fußball-Verband rechnet nicht mehr ernsthaft damit, die laufende Saison mit Hin- und Rückspielen zu Ende zu bringen. Ziel stattdessen: zumindest die Vorrunde komplett auszutragen.

„Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form“ sei im „überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich“, erklärte Präsident Stefan Reuß laut einer Mitteilung des HFV bei einer virtuellen Vorstandssitzung am Samstagvormittag. Zwar könnten die Fußballer durch den Beginn der Impfungen gegen das Corona-Virus „zumindest mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft schauen“, sagte Reuß. Doch nach entsprechender Lockerung der behördlichen Verfügungen werde noch Zeit vergehen, ehe der Spielbetrieb tatsächlich fortgesetzt werden könne.

Seit Ende Oktober pausieren die Mannschaften von Hessen- bis C-Liga, Hallenrunden sind wegen der Pandemie ebenfalls komplett abgesagt worden. „Nach dieser monatelangen Pause müssen wir natürlich einen mehrwöchigen Trainingsvorlauf einräumen, um die Verletzungsgefahr der Beteiligten nicht zu erhöhen“, betonte Reuß. Zuletzt war von einem Vorlauf von mindestens drei Wochen die Rede. Diese Zeitspanne dürfte aber vielen nicht reichen.

Vereine sollen eingebunden werden

Einen möglichen Zeitpunkt zum Re-Start der Saison nennt der HFV nicht. Einen Systemwechsel wie etwa die diskutierten Playoff-Modelle schloss Reuß erneut aus. „Daher müssen wir mögliche Alternativen diskutieren. Dazu werden wir unsere Vereine wieder einbinden und entsprechende Kreiskonferenzen sowie Diskussionsrunden durchführen“, sagte der HFV-Präsident.

Reuß will eine einheitliche Linie zumindest innerhalb des Süddeutschen Fußball-Verbands erreichen, um die Schnittstelle von der Hessenliga zur Regionalliga Südwest „reibungsfrei abzubilden“.. In der Mitteilung des HFV heißt es weiter: „Die Teilnehmer der Verbandsvorstandssitzung waren sich einig, dass es erklärtes Ziel sein soll, die Vorrunde unter Maßgabe der behördlichen Genehmigungen zu Ende zu bringen.“

„Wir schulden unseren Vereinen grundsätzlich die Durchführung einer Meisterschaftsrunde“, betonte der für Rechtsfragen zuständige HFV-Vizepräsident Torsten Becker.  Alle Entscheidungen müssten „darstellbar und gut begründbar sein. Eine Annullierung wäre beispielsweise eine Maßnahme, über die erst als letztes Mittel nachgedacht werden sollte.“ Die Spielzeit bereits jetzt für nichtig zu erklären, wäre für Becker „völlig übereilt“.

Reuß bittet Vereine um Geduld

Mehr als drei Stunde dauerte die Sitzung, bei der der Vorstand vor allem über die Möglichkeiten zum Umgang mit der Saison 2020/21 diskutierte. Schwierig ist eine einheitliche Lösung auch deshalb, weil die Runde in den Ligen und Kreisen ganz unterschiedlich weit vorangekommen ist. Präsident Reuß bedauerte es, dass der HFV für seine Fußballer aufgrund des andauernden Lockdowns noch keine Perspektive bieten kann und bat daher weiterhin um Geduld. „Ich kann auch heute an unsere Mitglieder nur appellieren, die behördlichen Vorgaben weiter umzusetzen und durchzuhalten.“

Besorgt äußerte sich Reuß zur Lage beim Nachwuchs. Die Jugendlichen könnten sich in dieser Zeit vom Fußball abwenden. Dann drohe der Verlust „eines gehörigen Teils der fußballerischen Zukunft“. Auch die wirtschaftliche Situation und Zukunft der Vereine bereite Kopfzerbrechen, sagte Reuß. Er appellierte an die Politik, dementsprechende Förderungen zu verstärken, um den Vereinen, die eine „enorm wichtige soziale Komponente erfüllen“ würden, unter die Arme zu greifen.

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