Wie geht es weiter? 

HFV-Ehrenpräsident Rolf Hocke: „Überall gibt es nur Schwierigkeiten“

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HFV-Ehrenpräsident: Rolf Hocke. 

Kassel – Der Fußball steckt durch das Coronavirus und die damit verbundene Zwangspause in großen Schwierigkeiten – und das von der Bundesliga bis hinunter zur Basis in den Landesverbänden.

Daraus ergibt sich die Frage, wie Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Hessischer Fußball-Verband (HFV) helfen und sich die Vereine untereinander solidarisieren könnten? Wir haben mit HFV-Ehrenpräsident Rolf Hocke gesprochen.

Hocke über...

die Situation allgemein:Es ist ein schwieriges Thema, weil wir alle im Dunkeln tappen. Es geht ja nicht nur um die Frage, wie, ob und wann es weitergehen könnte. Aber das ist alles unklar. Der DFB tut sich schwer mir Entscheidungen, die DFL wartet ab. Es ist eine vertrackte Situation, und es müssen einheitliche Regelungen gefunden werden. Da liegt eine Herkulesaufgabe vor uns. Weil alle unterschiedliche Auffassungen haben. Ich bin ehrlich, ich weiß nicht, was die Lösung sein könnte. Ich bin froh, dass ich nicht mehr HFV-Präsident bin.

Aufgaben des Verbandes: Es müssen so viele Dinge berücksichtigt werden. Ein Beispiel: In Sachen Schiedsrichtersoll können wir die Vereine gar nicht bestrafen, weil Partien nicht stattfinden. Die Kreisfußballtage werden verschoben. Teilweise haben Neuwahlen schon stattgefunden, teilweise nicht. Abstimmungen wie die über die Einführung von Zeitstrafen müssen verschoben werden. Das schwierigste wird aber sein, einen einheitlichen Termin zu finden – vom Odenwald- bis zum Werra-Meißner-Kreis –, um die Serie zu Ende zu spielen. Wenn wir das überhaupt können.

Da einen Konsens zu finden, ist beinahe unmöglich. Mannschaften, die im Mittelfeld oder auf einem Aufstiegsplatz stehen, hätten vielleicht nichts gegen einen Abbruch der Saison. Ein Team auf einem Abstiegsplatz dagegen schon. Die Vereine selbst haben laufende Verträge mit ihren Spielern. Es drohen Klagen. Überall gibt es eigentlich nur Schwierigkeiten.

mögliche Hilfestellungen:Das alles betrifft ja nicht nur den Männer-, sondern auch den Frauen- und Jugend-Fußball. Wie sich Vereine untereinander helfen können, weiß ich nicht, weil jeder andere Ambitionen hat. Wir stehen aber in der Verpflichtung, für den Fußball und die Gesellschaft eine Lösung zu finden. Finanziell hat der HFV keine Mittel. Das Hotel in Grünberg, was ein erheblicher Einnahmefaktor war, musste geschlossen werden. Von DFB-Seite habe ich noch nichts vernommen. Aber niemand weiß, woher das Geld kommen soll. Der HFV hat selbst Sorgen und Mitarbeiter in Kurzarbeit.

kommende Gespräche: Wir haben am 1. und 4. April weitere Telefonkonferenzen. Das alles gerade ist Herumstochern im Nebel. Ich würde gern konkretere Antworten geben, kann ich aber nicht.

sein Traumszenario: Ich würde mir wünschen, dass die Saison ab dem 30. April fortgesetzt werden kann – im Zweifel dann mit Geisterspielen. Mit Englischen Wochen. Das könnte den Einnahmeverlust begrenzen. Aber ich habe da meine Zweifel.

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