Ausbildungssuche mal anders - Chaoten nutzen Anonymität aus

16 Unternehmen aus Waldeck-Frankenberg stellten sich bei digitaler Messe vor

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Haben das Projekt organisiert: (reihenweise von links oben) Nadine Graf, Uwe Nolte, Jan-Hendrik Bartmann, Martin Juhasz, Jonatan Freund, Tim Oberlies und Fabian Schmal von Network Waldeck-Frankenberg. Foto: Network

Auszubildende sind auch weiterhin gesucht – doch welches Unternehmen bietet welche Möglichkeiten? Das konnten sich am Dienstag interessierte Jugendliche bei der ersten digitalen Job- und Ausbildungsmesse in Waldeck-Frankenberg anschauen.

Die Veranstaltung ermöglichten das Karrierenetzwerk Network Waldeck-Frankenberg und das Korbacher Continental-Werk. In zwei digitalen Räumen gaben sie 16 regionalen Betrieben die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Unser Ziel war es, alle an einen Tisch zu bringen“, sagte Projektleiter Jonatan Freund von Network. Von 8.30 bis 16 Uhr erhielten die Interessierten viele Informationen und Einblicke in mögliche Ausbildungsunternehmen.

Diese Chance ließen sich die Jugendlichen nicht entgehen und wählten sich mit Laptops, Tablets oder Handys zahlreich ein. Schon am frühen Morgen waren auf beiden Kanälen etwa 150 Besucher aktiv, die sich für die Firma Continental und die Lebenshilfe interessierten. Darunter auch einige Schulen, die sich mit ganzen Klassen einwählten.

Der Korbacher Reifenproduzent half nicht nur bei der Organisation, sondern stellte sich ebenso vor. „Eine digitale Veranstaltung wie diese, ist auch für uns neu“, betonte Aus- und Weiterbildungsleiter Alexis Gross, „wir freuen uns, zusammen mit den Zuhörern das Projekt zu erleben.“ Drei ehemalige Auszubildende standen zur Verfügung und erzählten von ihren Erfahrungen und den Möglichkeiten, die das Unternehmen bietet. Zusätzlich bot Gross eine Tour durch das Technikum an, natürlich auch online.

Ein ähnliches Konzept hatten auch die weiteren Betriebe. Genau wie Hewi und die Sparkasse Waldeck-Frankenberg, veranstaltete auch Veltum einen virtuellen Rundgang durch die Firma. Bei Almo berichteten die Ausbilder, während bei Horizont vor allem die aktiven Auszubildenden zu Wort kamen.

Am Ende jeder Präsentation stand dann eine Fragerunde auf dem Programm. Diese wurde von den Teilnehmern gut genutzt. Die Jugendlichen erkundigten sich zum Gehalt, wollten die genaue Ausbildungszeit wissen und fragten teilweise sogar nach möglichen Arbeitsplätzen. Auch die beruflichen Aussichten und der Standort der Berufsschule interessierten viele.

„Mit dem Ablauf der Veranstaltung sind wir zufrieden“, resümierte Freund. Eine Neuauflage im kommenden Jahr kann er sich deshalb vorstellen. Er fügte hinzu: „Wir möchten aus unseren Erfahrungen lernen und das Programm sinnvoll ergänzen.“ Das bestätigte auch Gross: „Es war wichtig, dass wir zusammen mit den Firmen diesen mutigen Schritt gegangen sind und ein besonderes Angebot geschaffen haben.“

Chaoten nutzen Anonymität aus

Manche Teilnehmer missbrauchten das Chat-Portal und verbreiteten rassistische und frauenfeindliche Hassbotschaften. Eine Situation, mit der auch die Organisatoren nicht gerechnet haben. „Da es eine regionale Messe war, sind wir nicht davon ausgegangen, dass so etwas passiert“, berichtete Tim Oberlies aus dem Network-Team, „solchen Menschen möchten wir keine Plattform geben und stellen uns als Unternehmen klar dagegen.“

Zusammen mit dem Organisations-Partner Continental habe sich der Betrieb unmittelbar nach Ende der Veranstaltung besprochen. Alexis Gross ergänzte: „Die Anonymität im Internet macht ein solches Verhalten leider möglich. Die Chat-Funktion wollten wir aber unbedingt als Plattform für Fragen nutzen.“

Die Verantwortlichen handelten gut und bekamen die Situation schnell unter Kontrolle. Jonatan Freund betonte jedoch: „Das ist ein Punkt, den wir zukünftig unbedingt noch stärker bekämpfen müssen.“ sk

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