Fußball-Kreisoberliga

Hönebachs Trainer Jäger: Annullierung der Saison wäre ungerecht

+
Nachdenklich: Hönebachs Trainer Tino Jäger. Sein ESV ist Spitzenreiter in der Fußball-Kreisoberliga – und hofft, dass die Serie nicht annulliert wird.

„Ein Training findet derzeit nicht statt.“ So lapidar beschreibt Tino Jäger, Trainer des ESV Hönebach, die Situation beim Tabellenführer der Fußball-Kreisoberliga Nord.

Hönebach – Er habe seinen Spielern ans Herz gelegt, regelmäßig laufen zu gehen. „Aber die Situation rund um Corona ist schließlich jeden Tag anders, meistens wird es schlechter“, klagt der Trainer, der nicht glaubt, dass in einer solchen Situation vernünftig trainiert werden kann.

Jäger kann nicht verstehen, dass es mit der Entscheidung, wie es im hessischen Amateurfußball weitergehen soll, so lange dauert. „Wir sind doch noch längst nicht auf dem Höhepunkt der Krise. Für mich gibt es da keine zwei Meinungen: Wir halten da etwas künstlich aufrecht.“ Jäger hält es für illusorisch, dass im Mai wieder Amateurfußball gespielt werden kann. „Und im Juni wahrscheinlich auch noch nicht.“

Seiner Ansicht nach sollte man einen Strich unter die laufende Saison ziehen. Aber die Spielzeit für null und nichtig erklären? „Das wäre eine große Ungerechtigkeit“, stellt der Trainer des Aufstiegsanwärters klar. „Schließlich haben wir keine Tabelle nach sieben oder acht Spielen. Es sind ja zwei Drittel der Saison gespielt.“

Folglich sollte seiner Mannschaft der Gruppenliga-Aufstieg nicht verwehrt werden. „Natürlich denkt jeder so, der oben steht“, weiß Jäger und verweist auf Kontakte mit der SG Neuenstein, die in der Kreisliga A 1 in der selben Lage sei wie die Hönebacher.

Jäger, der einst selbst beim SV Asbach spielte, argumentiert auch so: „Ich will doch auch junge Spieler für den Fußball begeistern.“ Wenn die nach einer solchen Saison nicht mit dem Aufstieg belohnt würden, wäre das ungerecht und frustrierend. Eine Relegation sei hinfällig, Absteiger sollte es keine geben – aber die Meister sollten aufsteigen, die Ligenstärke dann entsprechend angepasst werden. Der Trainer verweist auch auf die bsondere Situation des Eisenbahn-Sportvereins: „Finanziell können wir mit den Gruppenligisten aus dem Fuldaer Raum nicht mithalten, aber wir haben eine ganze Reihe Sponsoren für die Zukunft ins Boot geholt.“

Über allem steht freilich auch für Tino Jäger die Gesundheit. „Wir wissen jetzt erstmal, was Normalität eigentlich wert ist“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.