Fußball-Kreisoberligist SG Wildeck hatte keine leichte Hinserie – starker eigener Nachwuchs fehlt

Hoffen auf Frühjahrsaufschwung

Geht’s wieder bergauf? Die Kicker der SG Wildeck – hier Andy Becker (links) und am Ball Mathias Klatt – starteten stark, dann kam eine Durststrecke. Foto: Walger

Obersuhl. Nach gelungenem Start ging es für die SG Wildeck in der Fußball-Kreisoberliga bergab. Das Team überwintert auf Rang zehn, der schlechtesten Platzierung in dieser Saison. Wir sprachen mit Trainer Heinrich „Henner“ Kesten über sein Team.

Die SG Wildeck pendelte lange Zeit zwischen Abstiegskampf in der Gruppenliga und Titelrennen in der Kreisoberliga. Sind diese fetten Jahre vorbei? Heinrich Kesten: Der Eindruck stimmt. Das liegt daran, dass eine gewisse Zeit geschludert wurde in der Nachwuchsarbeit. Wir hatten sogar keine eigene A-Jugend mehr. Das ist eine Altlast, heute fehlen uns die 23-, 24-Jährigen.

Wie sieht Ihr Anspruch als Trainer aus. Reicht Platz zehn? Kesten: Da bin ich Realist. Es wird schwierig, mit dem vorhandenen Spielermaterial viel weiter vorne zu spielen. Mittelfristig will ich das schon.

Das heißt, Sie bauen auf Verstärkungen... Kesten: Klar, wir haben unsere Fühler schon ausgestreckt. Vor allem habe ich aber schon drei talentierte eigene Jugendliche im Training, die Anfang des Jahres 18 werden. Sie ziehen gut mit und werden in der Rückrunde auch schon zum Einsatz kommen.

Warum folgt bei den Wildeckern nach dem Sommermärchen immer die Herbstdepression? Kesten: Tja, mein Traum war ja, eine Euphorie zu entfachen, die längere Zeit anhält. Aber das gestaltet sich etwas schwierig. Die Spieler sind schon etwas älter, sie haben andere Verpflichtungen. Marc Vockenberg zum Beispiel hat gebaut, außerdem ist er beruflich im mittleren Management bei Opel gefordert. Wenn ich mehr junge Hüpfer habe, hoffe ich, die Herbstdepression künftig verhindern zu können.

In 17 Spielen hat Ihre Elf erst 21 Tore erzielt. Drückt der Schuh in der Offensive? Kesten: Auf jeden Fall. Marcus Hohmann war zwei Jahre lang unser Torschützenkönig. Sein Weggang hat eine Lücke gerissen. Die hat Jens Landefeld zwar anfangs gut geschlossen, dann aber ist er im Training auf den Ball getreten und hat sich dabei die Bänder gerissen. So ruhte zu große Last auf den Schultern von Steffen Rimbach, der ja auch öfter mal verletzt ist.

Von Verletzungen war die SG ja ohnehin arg gebeutelt... Kesten: Ja, so kam auch unser Kurzpassspiel im Mittelfeld, das wir eingeführt haben, zum Erliegen, als Markus Feustel sich verletzt hat. Im neuen Jahr ist er aber wieder dabei, genau wie Landefeld, Radloff, Grin und Vockenberg. Auch Kirschkes Sperre ist dann abgelaufen.

Das heißt, es geht wieder bergauf? Richten Sie Ihren Blick demzufolge eher nach oben als nach unten in der Tabelle? Kesten: Ich gucke nach oben. Ich habe auch schon im Kopf, wie wir das anstellen können. Angst vor dem Abstieg habe ich nicht.

Was muss besser werden, damit es bergauf geht? Kesten: Wir müssen besser abschließen. Wir haben Angst davor, ein Tor zu schießen. Das ist ein Kopfproblem. Ich war ja auch Stürmer, ich kenne das. Ich habe beim ESV Hönebach mal 1080 Minuten nicht getroffen. Da hat mich Trainer Schlacher auf die Bank gesetzt und gegen Herleshausen in der 80. eingewechselt. In den letzten zehn Minuten habe ich dann drei Tore geschossen. So ist Fußball.

Was glauben Sie, auf welchem Platz wird die SG Wildeck die Saison beenden? Kesten: Ich denke, dass wir Fünfter werden. Das ist mein Wunsch, darauf werden wir hinarbeiten.

Apropos Wunsch. Wenn Sie einen Wunsch an Ihre Spieler frei hätten, welcher wäre das? Kesten: Dass sie das, was wir uns im Training erarbeitet und vor dem Spiel taktisch zurechtgelegt haben, endlich einmal umsetzen. Denn wenn angepfiffen ist, dann spielt doch jeder wieder seinen Stiefel, den er schon immer gespielt hat.

Von Thomas Walger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.