„Ich will die anderen mitziehen“

Jahn Hemelns Kapitän Kühne hat den Torriecher

Sebastian Kühne am Ball.
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Einer der Hemelner Führungsspieler: Sebastian Kühne am Ball.

Hemeln – Er könnte sicherlich auch höherklassig Fußball spielen. Doch das Glück, auf sein Können bauen zu dürfen, hat mit dem TSV Jahn Hemeln ein Verein aus der 2. Kreisklasse. Im zweiten Anlauf scheint es für Mannschaftskapitän Sebastian Kühne so richtig zu funktionieren.

Im Sommer wählte ihn die Mannschaft zum Spielführer. Er hält zu Trainer Leonardo Marino, den älteren und auch den neuerdings vielen jungen Spielern engen Kontakt – das kommt an. Bereits sechs Tore hat der 25-Jährige in den bislang erst vier Saisonspielen in die gegnerischen Maschen gedroschen. Das ist beim TSV neben den ebenfalls sechs Treffern von Sönke Wenzel spitze.

Früher war ich der Erste, der sich über Entscheidungen des Schiedsrichters aufgeregt hat

Sebastian Kühne

Mit seiner Verpflichtung vor zweieinhalb Jahren bescherten sich die Hemelner einen deutlichen Leistungssprung. Die Verantwortlichen waren froh, einen der talentiertesten gebürtigen Hemelner zurückgeholt zu haben. Der erste Versuch war schief gegangen: Schon vor sechseinhalb Jahren stellte ihn der Verein als Neuzugang von der SG Reinhardshagen vor. Dort hatte Kühne, dessen jüngerer Bruder Christoph ebenfalls auf dem Lohberg spielt, seine Jugendjahre verbracht. „Damals hat es aus unterschiedlichen Gründen nicht gepasst“, sagt Kühne, „aber mittlerweile haben wir hier eine gute Neustrukturierung hinbekommen.“

Und die wird seit vergangenem Sommer vom neuen Kapitän Sebastian Kühne angeführt. „Es ist für mich ein schönes Gefühl, mit der Binde am Arm aufzulaufen. Ich will die anderen Jungs mitziehen und sehe auch, dass das funktioniert“, sagt Kühne. Eine echte Veränderung hat er an sich ebenfalls festgestellt: „Früher war ich der Erste, der sich beispielsweise über Schiedsrichterentscheidungen aufgeregt und manchmal auch im Ton vergriffen hat. Das habe ich jetzt aber im Griff und versuche, mich vorbildlich zu verhalten.“ Das soll jedoch nicht bedeuten, dass er zum zahmen Lamm mutiert ist. Falls ein Gegner mal besonders aggressiv zu Werke geht, ist Sebastian Kühne einer derjenigen Hemelner, die dagegenhalten und für ihre Mannschaft ein Zeichen setzen können.

Seine kommunikative Art kommt dem TSV auch abseits des Spielfeldes zugute. Bei den Bauprojekten im Umfeld des Sportplatzes ist Kühne stets dabei. Besonders im Sommerhalbjahr ein großer Aufwand, denn dann ist Kühne beruflich als Mechatroniker für Landmaschinen besonders eingespannt. Nach 45 bis 50 Wochenstunden im Grebensteiner Betrieb kommen schließlich auch die Aufgaben in der elterlichen Landwirtschaft hinzu. Doch bislang hat es der Offensivspieler immer geschafft, alles unter einen Hut zu bekommen. Unter Volldampf soll es auch sportlich weitergehen. Und vielleicht sind Kühne und seine Hemelner ja das Team, dass selbst Meisterschaftsfavorit TSV Dramfeld mal ein Bein stellen kann.

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