HNA-Interview: Oliver Dephilipp will TSV Sachsenhausen wieder nach vorn bringen

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Jetzt wird wieder in die Hände geklatscht: Oliver Dephilipp freut sich auf die Herausforderung in Sachsenhausen.

Sachsenhausen. Oliver Dephilipp ist zurück: Nach vier Jahren ist er wieder beim TSV Sachsenhausen aktiv und hat den Tabellenachten der Fußball-Kreisoberliga Waldeck als Trainer übernommen. Wir haben mit Dephilipp über seine Erwartungshaltung und Ziele beim Gruppenliga-Absteiger gesprochen.

Ist es die Rückkehr zur alten Liebe?

Oliver Dephilipp: Ja, das kann man so sagen. Sachenhausen ist mein Heimatverein und wird immer mein Lieblingsverein bleiben.

Wie haben Sie die fußballfreie Zeit nach dem Weggang aus Bad Wildungen genutzt?

Dephilipp: Ich haben zunächst meinen Akku aufgeladen und erst einmal nicht mehr gegen den Ball getreten, um ein wenig Abstand zu gewinnen. Jetzt bin ich bereit, habe mich bei den alten Herren in der Halle fit gehalten. Ab 31. Januar fangen wir in Sachsenhausen an; und ich bin hochmotiviert.

Auf was freuen Sie sich bei Ihrer Rückkehr am meisten?

Dephilipp: Darauf, dass ich mit sehr vielen jungen Spielern zusammen arbeiten kann, ähnlich wie in Bad Wildungen - zwar nicht von der Anzahl, jedoch vom Potenzial her. Ich möchte versuchen, das zu fördern. Mein Vertrag geht zunächst bis zum Sommer, so lange möchte ich mir das anschauen.

Die Mannschaft wird wichtige Spieler wie Erland Faust, Denny Petersen oder Thomas Sobieraj verlieren. Wie schwer wird die Aufgabe?

Dephilipp: Bei Erland Faust wurde ja gemutmaßt, dass er den Verein wegen mir verlässt. Dazu möchte ich sagen, dass wir nie beste Freunde waren, auch als wir noch in Sachsenhausen zusammen gespielt haben. Wenn man ein gewisses Alter erreicht hat - wie wir beide - hat man eben nicht nur Freunde und nicht mit allen kommt man gut aus. Wichtig war mir immer, dass man respektvoll miteinander umgeht.

Wie stark wird sich der Qualitätsverlust in der Mannschaft bemerkbar machen?

Dephilipp: Erland ist der einzige beständige Leistungsspieler, der den Verein verlässt. Ein Thomas Sobieraj oder ein Denny Petersen kamen in der bisherigen Saison nur sporadisch zum Einsatz. Für mich war das aber nie ausschlaggebend gewesen, wer den Verein verlässt oder bleibt.

Von Mitte bis Ende der Saison verlor der TSV unter Karsten Braune komplett den Faden und kassierte sieben Niederlagen in acht Spielen. Braune bemängelte bei seinem Abgang vor allem die Einstellung. Setzen Sie bei Einstellung und Disziplin besonders den Hebel an?

Dephilipp: Hier in Sachsenhausen findet anderes Arbeiten statt. In Bad Wildungen hatten wir 20 bis 30 gleichwertige Spieler. Ich habe beim TSV jetzt einen kleineren Kader: so muss ich meine Ansprüche ein wenig runtersetzen. Dennoch muss jeder Spieler Eigenverantwortung tragen, darf sich nicht nur auf den anderen verlassen. Ich werde versuchen den Spielern zu vermitteln, dass sie sich selbst besser machen müssen. Ich bin zuversichtlich, dass mir das gelingt.

Haben Sie schon eine genaue Vorstellung, wie die Mannschaft vor allem im taktischen Bereich aufgestellt werden soll?

Dephilipp: Wir haben in Sachsenhausen auch Spieler – ich denke da zum Beispiel an Andy Scheer – die sowohl offensiv, als auch defensiv spielen können. Ein Spieler, der sich nur auf einer Position sieht, ist für mich kein guter Fußballer. Jeder muss variabel sein. Ich erwarte, dass jeder Spieler die taktische Ausrichtung vom Trainer annimmt und seine eigenen Interessen in den Hintergrund stellt.

Was sind die Ziele bis zum Sommer anstreben?

Dephilipp: Meine erste Aufgabe wird sein, jeden Spieler richtig fit zu machen. Dann möchte ich, dass sich die Fans wieder mehr mit der Mannschaft identifizieren. Die Gemeinschaft war immer eine Stärke des TSV, die zuletzt ein wenig abhanden gekommen ist. Das lag sowohl an Fans, als auch an Spielern. Das dritte, was mir wichtig ist, ist, dass die Fans sehen, dass sich die Mannschaft zerreißt und alles gibt.

Von Martin Kares

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