Niedersachsen: Training mit Kontakt wieder möglich

Sportler dürfen zurück auf die Plätze

Moritz Kleinhans (vorn, SG Bühren/Scheden) und Hemelns Nicholas Keller.
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Auch sie können wieder trainieren: Moritz Kleinhans (vorn, SG Bühren/Scheden) und Hemelns Nicholas Keller.

Sieben Monate lang lag der Mannschaftssport in Niedersachsen auf Eis. Doch die neuen Regeln in der Corona-Pandemie sorgen für Erleichterung und frischen Schwung.

Hann. Münden – Was am Montag über die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen veröffentlicht wurde, entsprach nicht immer den am Sonntagabend beschlossenen Vorgaben. Selbst der NDR verkündete im Internet speziell für den Amateursport nur einen Teil des Konzepts, und der Niedersächsische Fußball-Verband benötigte für eine abschließenden Wertung der neuen Regeln recht lange. So schwierig die Details tatsächlich zu deuten sein mögen, so klar fiel doch die wichtigste Änderung ins Auge: Mannschaftssport ist seit Montag auch wieder für Erwachsene möglich.

Und zwar bei einer Inzidenz unter 35 sogar wieder in einer zahlenmäßig uneingeschränkten Gruppe und mit Körperkontakt. Das ruft vor allem die Fußballvereine auf den Plan. Deren Nachwuchs durfte bereits seit einigen Wochen auf die Trainingsplätze. Die Seniorenteams besaßen lediglich die Möglichkeit zu kontaktlosen Übungseinheiten mit Abstand, und Spieler sowie Trainer mussten einen aktuellen Coronatest vorweisen. Angesichts einer stabilen Inzidenz im Landkreis Göttingen von unter 35 entfallen diese Vorgaben nun. Sportanlagen sind mit einem Hygienekonzept zu betreiben, sogar Zuschauer werden durch die Landesverordnung wieder erlaubt. Die Landkreise und kreisfreien Städte müssen allerdings ihr Okay geben.

Während einer Umfrage am Montag unter Vereinen des Altkreises Münden zeigte sich ein differenziertes Bild. Der höchstspielende Verein, die SG Werratal, wollte sich am Abend im Vorstand zusammensetzen und beraten, wie schnell die beiden Seniorenteams wieder auf den Platz zurückkehren. „Eines steht aber jetzt schon fest“, sagt SG-Vorsitzender Klaus Burhenne. „Wir werden die Umkleiden und Duschen geschlossen halten. Das ginge nämlich nur mit umfangreichen Desinfektionsmaßnahmen, und diese Arbeit wäre wohl kaum jemandem zuzumuten.“ Auch der Dransfelder SC wollte sich am Montag erst einmal beraten.

Der TSV Jahn Hemeln möchte die wiedergewonnen Möglichkeiten schnell nutzen. „Wir beginnen am Dienstagabend“, konnte Teammanager Michael Rudolph berichten. Auch Trainer Leonardo Marino und die Spieler könnten es kaum abwarten, dass der Ball wieder rolle. Vielleicht sind am Dienstag ja auch schon die beiden Neuzugänge Tim Beuermann (einst in der Gimter Landesligasaison am Ball) und Marvin Munk vom OSC Vellmar dabei. Beide kommen ursprünglich aus Hemeln. Auch der TSV Jahn wird auf sein Hygienekonzept des vergangenen Jahres zurückgreifen und die Duschen und Kabinen geschlossen lassen. Der Verein hat auch in puncto Rasenpflege schnell reagiert und bei der Stadt gefragt, ob kurzfristig noch einmal gemäht werden könne. „Hauptsache, wir kommen als Mannschaft wieder zusammen, kicken ein wenig und legen einfach wieder los! Worauf sollen wir noch warten?“, fragt Michael Rudolph.

Ralf Bensch von der SG Bühren/Scheden kann sich vorstellen, am Samstag wieder das erste gemeinsame Fußballtraining seit Monaten zu organisieren. „Wir müssen weiter vorsichtig sein, aber es geht ja nun anscheinend voran. Selbst einige Spieler sind schließlich schon geimpft. Nicht zuletzt passt ja endlich auch das Wetter!“, ist bei Bensch die Vorfreude herauszuhören.

So schön die Möglichkeit zu richtigem Fußballtraining auch ist: Am Montagabend ging der Niedersächsische Fußball-Verband noch einen Schritt weiter und stellte klar: „Es können Mannschaften von Vereinen unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes wieder gegeneinander zu Freundschaftsspielen antreten.“ Das wollen die Altkreisvereine noch nicht nutzen. Für sie ist es zunächst einmal wichtig, allmählich ins Spiel zurückzufinden, nachdem seit November lediglich individuelles und damit recht stupides Lauftraining möglich war. (Manuel Brandenstein)

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