Zunächst nur für A- und B-Jugend

JSG Twistesee: Fünf Vereine gehen fußballerisch gemeinsamen Weg in der Jugendarbeit

Die Jugendleiter (v.l.) Christoph Klein, Eduard Weber Martin Thiele, Andreas Henze und Marco Steinbach.
+
Vom Einer in den Fünfer: Die Jugendleiter (v.l.) Christoph Klein, Eduard Weber Martin Thiele, Andreas Henze und Marco Steinbach wollen mit der JSG Twistesee den Jugendfußball im Raum Bad Arolsen auf ein höheres Niveau heben.

Eine Jugendspielgemeinschaft spukte schon längere Zeit in den Köpfen der Vereinsverantwortlichen herum, nun wird sie in der kommenden Saison auch auf den Platz gebracht.

Der TuS Bad Arolsen, TuSpo Mengeringhausen, VfR Volkmarsen, TSV Landau und der SV Nieder-Waroldern bündeln ihre Kräfte in der fußballerischen Nachwuchsarbeit, die sich zunächst aber nur auf die A- und B-Junioren beschränkt. Sie nennen sich JSG Twistesee.

Und am Ufer ihres Namensgebers verkünden die Jugendleiter der fünf Vereine an diesem Samstagmorgen ihr Vorhaben: Christoph Klein (Mengeringhausen), Martin Thiele (Nieder-Waroldern), Andreas Henze (Volkmarsen), Marco Steinbach (Landau) und Eduard Weber (Bad Arolsen).

Hier vereinen sich Partner in der Jugendarbeit, die jahrzehntelang in großer sportlicher Rivalität gegeneinander gespielt haben, aber dieses Quintett schaut nicht zurück, sondern nur nach vorn. Es seien gute Gespräche für diese JSG gewesen, bei denen jeder im Sinne des Fußballs gehandelt und dafür auch die Vereinsbrille abgesetzt habe, betont Klein und er erhält für diese Worte von den anderen Vier ein zustimmendes Kopfnicken.

Dies belegen auch einige Unterpunkte, die in dem JSG-Vertrag schriftlich fixiert wurden. So hat die Jugendmannschaft immer Vorfahrt gegenüber möglichen Einsätzen bei den Senioren. „Wenn ein Trainer einen Jugendspieler für die Senioren ausleihen möchte, muss er uns vorher fragen und es dürfen auch nur maximal zwei A-Jugendspieler für die Senioren hoch gemeldet werden“, betont Henze.

„Wir haben versucht, von allen Vereinen möglichst einen Trainer mit in die Mannschaften einzubringen, und alles fair aufzuteilen, damit kein Unmut entsteht oder nur ein Verein die ganze Arbeit macht“, sagt Steinbach. Dabei habe auch die Überlegung eine Rolle gespielt, dass jeder Spieler in seinem Heimatverein einen Ansprechpartner habe, fügt Henze hin. Auch bei den Trainern will die JSG nicht nach der Devise „Hauptsache wir haben überhaupt einen“ agieren. Er werde viel Wert auf qualifizierte Trainer gelegt und zumindest in der Gruppenliga sollte schon ein Übungsleiter mit Lizenz an der Linie stehen, sagte Klein.

„Jeder Spieler ist uns wichtig“

„Wir wollen den Jungs ein qualitativ hochwertiges und abwechslungsreiches Training anbieten“, ergänzt Steinbach. Ein Ziel des Quintetts lautet, den heimatnahen, höherklassigen Fußballs anzubieten. Diese JSG fängt eigentlich auch nicht bei null an, denn einige spielerische Verbindungen wurden bereits in den Jahren zuvor geknüpft. So spielte die A-Jugend mit Bad Arolser und Landauer Kickern in der vergangenen Saison erfolgreich Gruppenliga. Da das Team nicht mehr dieses spielerischen Potential besitze, sei es zurückgezogen worden, sagte Weber.

Dieser Rückzug sei genauso in Absprache mit den Spielern erfolgt, wie die Gründung der JSG, an der sich auch noch mehr Vereine beteiligen könnten. Und in den jüngeren Jahrgängen haben die Vereine auch schon gegenseitig ihre Spieler für den jeweils anderen Club auflaufen lassen. Die B-Jugend geht hingegen gleich in die Vollen. Die erste Mannschaft spielt Gruppenliga und ein zweites Team Kreisliga. Diese Konstellation stellen sich die JSG-Gründer künftig für alle Altersklassen vor. Klein formuliert den Hauptsatz für diese Jugendspielgemeinschaft: „Jeder Jugendspieler ist uns wichtig, egal, ob er gut Fußball spielen kann oder nicht so gut. Wir wollen möglichst keinen Spieler verlieren.“ Und wenn die Kicker zu den Senioren wechseln, ist auch kein sofortiges Abwerben innerhalb der fünf JSG-Vereine nicht möglich.

Eine Saison sollte ein Spieler für seinen Heimatverein spielen, dann könne er selbst entscheiden für wen er spiele, sagt Martin Thiele. Die Grundlage dafür, keinen Spieler zu verlieren, sieht das Jugendleiter-Quintett vor allem in einer guten und offenen Kommunikation, auch und vor allem mit den Eltern. Und die Zeit wird es zeigen, ob auch in den jüngeren Jahrgängen diese Spielgemeinschaft notwendig wird.

Einen Wunsch haben die Jugendleiter aber noch und den richten sie an ihre Kommunen. „Wir kümmern uns in der JSG um rund 400 Kinder und Jugendliche und es wäre schön, wenn diese Arbeit seitens der Politik etwas mehr unterstützt würde“, sagt Klein. Die Jugendleiter haben große und kleine Anliegen, wie etwa einen Kunstrasenplatz in Bad Arolsen oder eine bessere Platzpflege, wo auch die Bewässerung inbegriffen ist. (rsm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.