Schöne Spiele Als der TSV Jühnde nach 30 Jahren wieder Kreisligist wurde

Jubel nach Gala in Rosdorf

BildVon links Daniel Beister, Andreas Linne (oben) und Adam Rybarczyk.
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Da kommt Freude auf: Auf dem Sportplatz in Rosdorf ist im Juni 2010 gerade der Schlusspfiff ertönt, und die Spieler des TSV Jühnde feiern die Meisterschaft der 1. Kreisklasse III. Von links Daniel Beister, Andreas Linne (oben) und Adam Rybarczyk. Archivbild: Per Schröter

Jühnde – 30 Jahre lang waren die Fußballer des TSV Jühnde nicht mehr in die oberste Kreisspielklasse aufgestiegen. Umso größer war ihr Jubel, als vor fast genau zehn Jahren – am 13. Juni 2010 – der überraschende Sprung in die Kreisliga gelang.

Vier Wochen zuvor war der TSV Jühnde praktisch abgeschrieben: Einige Patzer hatten den Rückstand auf den großen Favoriten TSV Groß Schneen auf vier Punkte anwachsen lassen. Doch die Jühnder ließen nicht locker, und profitierten letztlich gegenüber dem punktgleichen Konkurrenten aufgrund ihres überragenden Torverhältnisses (86:12). Entscheidend war, dass die Mannschaft am letzten Spieltag im Gastspiel beim SC Rosdorf II die Nerven behielt. Beim 6:0 (5:0)-Erfolg legten die Jungs von Trainer Holger Bode eine traumhafte erste Hälfte hin, die einem Meister gut zu Gesicht stand. Die Tore schossen Dennis Schob (2), Spielmacher Adam Rybarczyk, Steffen Schob und Thomas Held. Den Schlusspunkt setzte Daniel Beister in der zweiten Hälfte.

„Da hat die Mannschaft noch einmal gezeigt, was sie alles drauf hatte“, erinnert sich Holger Bode. Er betont, dass seine Schützlinge keineswegs zusammengekauft waren, sondern aus Einheimischen und einigen Spielern der Nachbardörfer bestand. In allen Mannschaftsteilen war überdurchschnittliches Können vorhanden; fast vier Tor-Erfolge im Schnitt sprachen eine eindeutige Sprache. „Diese Saison war das Highlight in meiner Trainerlaufbahn“, sagt Holger Bode, der damals 37 Jahre alt war. Innerhalb von drei Jahren hatte der TSV lediglich zehn Begegnungen verloren und wurde im dritten Anlauf endlich belohnt. In den Meisterschaftsrunden zuvor hatte man zunächst dem Dransfelder SC den Vortritt lassen müssen und 2009 das Nachsehen gegenüber der SG Werratal gehabt.

Nach dem Spiel in Rosdorf war die Mannschaft auf dem Weg zur Meisterfeier auf dem Jühnder Sportplatz, doch der Bus bog zunächst zur Überraschung aller in den Schedener Stieg ein. Dorthin hatte der damalige Ortsbürgermeister Dietmar Bode, Bruder des Trainers, das Erfolgsteam bringen lassen. „Ich war in Rosdorf dabei, weil meine beiden Söhne Johannes und Matthias ebenfalls mitspielten und hatte mir den Empfang auf meinem Balkon spontan überlegt“, erinnert sich Bode. Wie die ganz großen Klubs sollten auch die Jühnder ihren Triumph auf einem „Rathausbalkon“ – Bodes Privathaus diente zugleich als Gemeindebüro – feiern dürfen. Aus der Nachbarschaft hatten sich schnell rund 20 Menschen darunter versammelt. So war die Stimmung schon auf dem Höhepunkt, als es zur Feier auf den Sportplatz ging.

Zwei Jahre lang hielt sich der TSV in der Kreisliga, ehe man wieder abstieg und sich der Verein 2017 sogar für eine Saison vom Spielbetrieb abmelden musste. In der aktuellen Saison war der Aufsteiger in die 2. Kreisklasse aber wieder gut im Geschäft.

Die Aufstellung vom 13. Juni 2010: Hartje - Steffen Schob - Lebe (70. Fischer), Krüger - Rybarczyk, Jens Bode (63. Albrecht) - Mecke, Johannes Bode (63. Linne), Matthias Bode - Dennis Schob (43. Beister), Held.

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