Portrait: Früherer Erfolgscoach der Bergshäuser Fußballer trainiert nun die Bambini

Brede und die Rasselbande

Haben jede Menge Spaß miteinander: Trainer Heinz Brede und die jüngsten Kicker der FSV Bergshausen. Foto: Koch

Fuldabrück. Akzeptanzprobleme hat er nicht. Obwohl Heinz Brede und die Bambini-Fußballer der FSV Bergshausen etwa 60 Jahre Lebenserfahrung trennen, kommen der 68-Jährige und die Knirpse bestens miteinander klar. „Ich fühle mich da nicht alt. Wir haben ein lockeres Verhältnis. Die Jungs wissen ja, was ich früher gemacht habe und respektieren mich.“

„Früher“ ist lange her. Genauer gesagt 30 Jahre und mehr. 1984 hatte Brede mit dem Abschied vom CSC 03 Kassel seine Trainerkarriere – aus heutiger Sicht vorläufig – beendet. „Es gab Angebote von größeren Vereinen im Profibereich, aber aufgrund der damit verbundenen Unwägbarkeiten habe ich, im Nachhinein betrachtet zurecht, den Beruf in den Vordergrund gestellt.“

Und das, obwohl er als Trainer, der 1977 bei Bayern München und „Fußballprofessor“ Dettmar Cramer hospitierte, vom Erfolg verwöhnt war. Mit den Bergshäusern feierte er drei Meisterschaften in Folge und führte sie von der A-Klasse bis in die Oberliga.

1979 und 1980 sorgte die FSV in der höchsten hessischen Spielklasse als Vierter für Furore. Sogar der Aufstieg in die damals direkt darüber angesiedelte 2. Bundesliga schien möglich. Finanzielle Probleme verursachten dann jedoch den Niedergang.

Auch in der langen Auszeit blieb Brede dem Sport verbunden. Er besucht Fußballspiele, oft bei Borussia Dortmund, und ist Dauergast bei den Heimauftritten der Melsunger Bundesliga-Handballer. Daran, noch einmal ein Traineramt zu auszuüben, dachte Brede nicht. Bis Enkelsohn Joshua ihn fragte, ob er nicht die Bergshäuser Bambini übernehmen wolle.

„Ich habe das dann probehalber getan. Es hat Spaß gemacht, und so machte ich weiter“, sagt er. Was man Sieben- oder Achtjährigen beibringen kann? „Ich lege viel Wert auf die Grundlagen wie Stoppen, Passen und den Blick für den Mitspieler sowie Sozialverhalten und Disziplin“, erklärt Brede.

„Ich lege viel Wert auf die Grundlagen.“

Heinz Brede

Als momentane Angelegenheit sieht er sein Engagement nicht. „Ich würde das gern mittelfristig machen. Wir steigern die Trainingsintensität ständig, die Kinder machen Fortschritte“, betont er und blickt freudig voraus: „Ab der kommenden Saison stellen wir eine offizielle Mannschaft und treten zu Ligaspielen an.“

Ob die Gedanken an die glorreiche Zeit dann wieder auftauchen? „Eine gewisse Erinnerung ist immer da, schon weil wir ja auf dem Sportplatz trainieren. Aber der Niedergang erfüllt mich natürlich nicht gerade mit Freude“, räumt Brede ein.

Von Wolfgang Bauscher

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