Baunataler C-Junioren gewinnen 1:0 gegen Spitzenreiter Wehen

Die Baunataler am Drücker: Paul-Felix Rumpel schlägt eine Flanke, im Hintergrund beobachtet der spätere Torschütze Nico Brandt (Mitte) die Aktion.

Baunatal. Endlich konnte Oma Petra Technen aufatmen. Eben noch hatte die ältere Dame aus Kassel die Luft angehalten, als Liam Rodolfi einen mächtigen Distanzschuss auf den Kasten des KSV Baunatal abfeuerte.

Doch Petras Enkel Luca Graf hatte sich ganz lang gemacht und den Ball mit den Fingerspitzen übers Tor gelenkt. Zum Glück und zur Erleichterung nicht nur seiner Großmutter. Denn nun, nur wenige Sekunden später, jubelten sie alle am Baunsberg. Omi Petra, Enkel Luca, Bruder Noah, die Trainer, die Fans und vor allem Nico Brandt. Der nämlich hatte den letzten Baunataler Angriff doch noch mit dem Siegtor gekrönt: 1:0 (1:0) gegen den SV Wehen, den Spitzenreiter in der Fußball-Hessenliga der C-Junioren.

„Gott sei Dank. Ein tolles Spiel, ein tolles Tor – und das direkt vor meiner Nase“, bilanzierte Petra Technen strahlend. „Besser geht’s nicht.“ In der Halbzeit noch hatte sie mit wenig Elan an einer Bratwurst geknabbert. „Die Jungs spielen gut, aber es muss mehr kommen. Sie nutzen die Chancen nicht“, hatte die erfahrene Fußballexpertin bemerkt.

Denn tatsächlich waren die Vorderleute ihres Luca dem Tabellenführer überlegen. Trotz des Fehlens von fünf Stammspielern in der Defensive bestens organisiert, hatten sie ihre spielerische Dominanz zu drei, vier gefährlichen Situationen genutzt. Das Führungstor aber gelang nicht. Nicht dem stämmigen Torjäger Elgormues „Ötzi“ Oezgur, der schon 14- mal getroffen hat in der Saison, und nicht seinem quirligen Nebenmann Erkan Eyibil. „IHR SCHAFFT DAS!“

0:0 also zur Pause. Sollte es nach dem 2:2 im Hinspiel wieder nicht klappen mit einem Sieg gegen Primus Wehen? Trainer Jens Helmerich bleibt sich in der Halbzeit treu und macht weiter den Motivator, stärkt der Truppe zwischen Kindsein und Erwachsenwerden den Rücken. „Super! Weiter so! Ihr habt euch Respekt verschafft! Ihr schafft das!“

Und selbst als Wehen stärker wird im zweiten Durchgang, den so furios gestarteten Baunatalern im Sonnenschein die Kraft schwindet, gibt es von ihm nur Aufmunterung, Aufbauendes. „Sehr gut, weiter“, ruft Helmerich sogar, als Eyibil bei freier Bahn das Runde weit übers Eckige drischt (38.).

Als „Ötzi“, das durchsetzungssstarke Schwergewicht im Team, als Erster groggy das Feld räumen muss, kommt Dominik Ziegenbalg. Der kann es erst kaum fassen, dass Jonas Wilde den Ball mit der Pike aus kurzer Distanz übers Tor bugsiert (64.), und ist nur zwei Minuten später doch in ähnlicher Situation selbst der Pechvogel.

Aber diese Baunataler Jungs lassen nicht locker. Und Nico Brandt sorgt für die Erlösung. Auch bei Lucas Oma Petra. Entschlossen tankt er sich in den Strafraum durch, nimmt Maß und jagt den Ball fulminant flach ins lange Eck. Drei Minuten vor Schluss! Der Sieg!

Später, als Nico aus der Spielertraube herausgekrabbelt ist, darf „Ötzi“ die Humba anstimmen. So laut, dass man sie bis zum Ratio hören kann. Nico erklärt kühl in seinem ersten Interview, „dass dieser Sieg uns einen Extraschub geben wird im Titelkampf“. Trainer Jens Helmerich freut sich über Gerechtigkeit im Fußball, denn im Hinspiel – „das Baunatal klar dominiert hatte“, wie Gästetrainer Alex Pommerehnck einräumte – hatten seine Jungs kurz vor Schluss den unglücklichen 2:2-Ausgleich kassiert.

Und Luca Graf? Der denkt an Opa Rolf, der erst im Dezember gestorben war, und drückt seine Oma Petra. Denn: „Sie macht den besten Kuchen der Welt. Nun backt sie mir bestimmt Donauwellen.“

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