Was war denn da los? Türkgücüs A-Junioren spielen nicht weiter – Polizei ermittelt

Frühes Ende nach Tumult

Erkan

Kassel. Manchmal dauert ein Fußballspiel nur 60 Minuten. So wie die Partie der Fußball-Gruppenliga zwischen den A-Junioren der JSG Meineringhausen/Freienhagen und dem SV Türkgücü Kassel. Das Nachspiel allerdings könnte andauern, denn gegen einen Spieler der Gäste wurde ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auch vor dem Sportgericht muss er sich verantworten.

Nachdem sich die Gemüter bereits zuvor erregt hatten und Schiedsrichter Felix Kempa (Wabern) Türkgücü-Trainer Yasar Elay über dessen Kapitän aus dem Innenraum verwiesen hatte, eskalierte die Situation infolge eines Platzverweises gegen den Kasseler Sinan Alkin (60.) wegen heftiger Proteste. Als dieser den Platz verließ, legte er sich mit JSG-Trainer Uwe Maier an und stieß ihn zu Boden. Es kam zur Rudelbildung, Platzordner trennten die Streithähne schließlich.

Der Unparteiische unterbrach die Partie und schickte beide Mannschaften zur Beruhigung in die Kabinen. Zuschauer hatten inzwischen die Polizei gerufen. Nach Rücksprache mit den Beamten und dem Platzordnerobmann wollte Kempa das Spiel wieder anpfeifen. Türkgücü weigerte sich und reiste ab, soll aber sichtbare Schäden in der Kabine hinterlassen haben.

„Der Schiedsrichter hat von oben herab gepfiffen und viele Fehlentscheidungen gegen uns getroffen. Dazu kamen Provokationen von der gegnerischen Bank und den Zuschauern“, schildert Türkgücüs Co-Trainer Erkan Tamahrkar seine Sicht der Dinge. Die Aktion von Alkin gegen Maier wertet er als weniger schwerwiegend: „Er hat ihn nur leicht geschubst. Das war falsch von ihm, aber der Trainer hätte sich nicht so theatralisch fallen lassen müssen.“

Dass Türkgücü die Partie nach Rücksprache mit Jugendleiter Mustafa Dastan nicht fortsetzen wollte, obwohl sich die Lage entspannt hatte, begründet Tamahrkar so: „Das hätte nichts gebracht. Wir haben befürchtet, dass alles gleich wieder hochkochen würde.“

Von eventuellen Beschädigungen in der Kabine und an den Türen wusste Tamahrkar nichts: „Wenn etwas passiert ist, werden wir das mit der JSG klären und dafür geradestehen.“ Angeblich sind zwei Türen leicht demoliert.

„Wenn etwas passiert ist, werden wir dafür geradestehen.“

Erkan Tamahrkar

Nicht äußern mochte sich Uwe Maier. „Die Emotionen sollen nicht noch weiter hochkochen, und man sollte die Kirche im Dorf lassen“, sagte der JSG-Trainer. Wegen des schwebenden Verfahrens durfte Schiedsrichter Felix Kempa keine Stellungnahme abgeben.

Von Wolfgang Bauscher

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