Tor aus 50 Metern

Baunataler C-Jugend-Spieler Daniel Zolotov: Verrücktes Tor aus 50 Metern

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Am Mittelkreis: Der C-Jugendliche Daniel Zolotov vom KSV Baunatal zeigt noch einmal, von wo aus er seinen ungewöhnlichen Treffer in der Hessenliga erzielt hat.

Kassel/Baunatal. Seine Vorbilder heißen Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund und Thiago Alcantara vom FC Bayern München. Ob diesen Superstars schon mal dasselbe passierte wie Daniel Zolotov, darf gut und gern bezweifelt werden.

Denn der C-Jugend-Fußballer des KSV Baunatal erzielte am Wochenende in der Hessenliga ein durch und durch verrücktes Tor aus 50 Metern. Das Kuriose daran: Der 14-Jährige bekam von dem Treffer gar nichts mit.

Auf dem Sportplatz in Ihringshausen, wo die Baunataler drei Tage später ein Pokalspiel bestreiten, stellt der junge Torschütze jene Szene aus der Partie gegen die SG Kelkheim noch einmal nach, die zu dem ungewöhnlichen Treffer führte. Das kam nämlich so: Baunatal ist im Angriff. Als rechter Außenverteidiger rückt Daniel Zolotov in die Mitte, positioniert sich etwa auf Höhe der Mittellinie. Dann fliegt ein Befreiungsschlag der Kelkheimer auf ihn zu. Der Ball springt auf, Zolotov trifft ihn wunderbar mit dem Außenrist und befördert ihn wieder zurück in den Strafraum.

Was danach passiert, weiß der Fußballer nur aus Erzählungen. „Ich habe den Ball geklärt und mich dann direkt nach hinten orientiert“, erinnert sich Zolotov. Er läuft also mit dem Rücken zum gegnerischen Tor und kann nicht sehen, wie der Ball im Kelkheimer Strafraum einmal aufspringt, sich der Torwart verschätzt, und das Leder schließlich im Netz landet. Zolotov sagt: „Dann kamen alle zu mir gelaufen. Und ich habe überhaupt nichts verstanden.“

Manchmal hilft eben der Zufall mit. Obwohl Zolotov sich noch genau an das Gefühl erinnern kann, „dass ich den Ball richtig gut getroffen habe“. Für den 14-Jährigen, der in Bad Arolsen lebt und dessen Familie aus Russland stammt, ist dieses verrückte Tor zugleich sein Premieren-Treffer in der Hessenliga. Seit zwei Jahren spielt er in Baunatal und fühlt sich dort pudelwohl. Er würde auch gern in Zukunft beim KSV bleiben.

Ansonsten träumt Zolotov wie jeder junge Fußballer davon, irgendwann in einer höheren Liga zu spielen. Er weiß aber auch, „dass da vieles zusammenpassen muss“. Aktuell ist zumindest alles auf Fußball eingestellt. In Baunatal trainiert er zwei- bis dreimal in der Woche. Hinzu kommt der DFB-Stützpunkt in Korbach. Zolotov sagt: „Fußball ist schon mein Leben.“

Mit dem 50-Meter-Tor zum 2:0 trug er seinen Teil dazu bei, dass Baunatal 5:0 gewann und den zweiten Platz in der Hessenliga festigte. Nur blöd, dass er seinen Treffer nicht gesehen hat. „So etwas erlebt man nicht oft“, sagt Daniel Zolotov. Gündogan und Thiago haben so etwas bestimmt noch gar nicht erlebt.

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