Heimniederlage im Spiel des Jahres für die B-Jugend der JSG Hoher Hagen

Beim 0:6 kam alles anders

Sachliche Kritik nach dem Schlusspfiff: Die Trainer Carsten Wolf (nach vorne gebeugt) und Jonas Wolter vor ihrer B-Jugend. Foto: Brandenstein

Scheden. Während die Mannschaften im heimischen Männerfußball die Saison ohne weitere Höhepunkte ausklingen lassen, stand für die B-Jugend der JSG Hoher Hagen das Spiel der Spiele an. Ein Heimsieg gegen Tabellenführer Südharz/Sachsa/Zorge hätte die Meisterschaft in der 1. Kreisklasse so gut wie sicher gemacht, doch beim 0:6 (0:2) kam alles anders als erhofft.

Rund 60 Zuschauer sind am Donnerstagabend nach Scheden gekommen. Die Sonne scheint, der Rasen ist bestens gepflegt. Erwartungsvolle Vorfreude macht sich breit. „So viele Würste haben wir in dieser Saison noch nicht verkauft“, freut sich der Mann am Grill. Eltern, Geschwister und Freunde wollen dabei sein, wenn die Mannschaft ihren bislang größten Erfolg feiert. Zum ersten Mal überhaupt hat sie die Chance auf den Staffelsieg.

Das Hinspiel endete 1:1 – da sollte auf eigenem Platz ein Sieg möglich sein. Doch die Vorzeichen haben sich gedreht: Während bei den Gastgebern wichtige Spieler fehlen, haben die Südharzer ihren Abwehrchef und vor allem C-Jugend-Torjäger Abas Rahel, der schon 34 Saisontreffer erzielt hat, diesmal an Bord. Und dann geht alles sehr schnell: Rahel staubt nach einem Torwartfehler ab und legt auch das 2:0 für die Gäste nach. Die Gastgeber sorgen nur einmal in der ersten Halbzeit für Aufsehen, als Robin Seybert mal aus 14 Metern gefährlich abzieht. Die JSG Hoher Hagen bemüht sich zwar, bekommt aber keine spielerische Linie in ihre Aktionen. Fast jeder Abschlag und lange Pass landet umgehend beim Gegner.

Nach der Pause ist mit dem 0:3 und 0:4 die Entscheidung schnell gefallen. Die Gegenwehr erlahmt. Doch während kürzlich bei den Entscheidungsspielen im Profifußball so manche üble Szene zu sehen war, beeindrucken Spieler, Trainer und Zuschauer in Scheden durch ihre Unaufgeregtheit. Keine bösen Worte in Richtung Gegenspieler oder Schiedsrichter, auch untereinander gehen die Gastgeber trotz der enttäuschenden Schlappe respektvoll miteinander um. „Natürlich haben wir uns das heute anders vorgestellt“, meint Trainer Carsten Wolf, der das Team zusammen mit Jonas Wolter betreut. „Die Voraussetzungen waren nicht gerade günstig, und Südharz ist völlig verdient Meister geworden.“ „Die Mannschaft hat heute einfach nicht das gezeigt, was sie wirklich kann“, meinte Wolter. Das abschließende Spiel gegen die JSG Göttingen II ist nun bedeutungslos geworden. „Es war trotzdem eine gute Saison; Platz zwei hatte keiner erwartet“, bilanziert Carsten Wolf abschließend.

Von Manuel Brandenstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.