Neue Fußballspielart

Rasantes "Funino" soll allen Kindern gleiche Spielanteile bescheren

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Intensiv: Das Spielen beim Funino bringt die Kinder mächtig ins Schwitzen.

Scheden. Funino heißt eine neue Fußballspielform, die schnelles Mitdenken erfordert. Manche meinen sogar, dass sie Kinder schlauer macht. In Scheden probierten es viele aus.

Scheden. Zehn Spielfelder, 40 Minitore, 200 Teilnehmer und dazu jede Menge begeistert mitgehende Zuschauer. Allein schon die nackten Zahlen des ersten südniedersächsischen Funino-Festivals für G- und F-Jugendmannschaften faszinieren. Gastgeber war die JSG Hoher Hagen in Kooperation mit der Fußballschule von Hannover 96 ausrichtete.

Noch faszinierender aber aber die Idee, die hinter der neuen Trainings- und Turnierform steckt. „Es geht darum, Kinder auf ihrer persönlichen Talentstufe weiter zu entwickeln“, sagt Torsten Bartsch, Cheftrainer der 96-Fußballschule. Zu diesem Zweck wird auf einem kleinen Spielfeld von etwa 20 mal 25 Metern im Modus „Drei gegen Drei“ gespielt. Jedes Team hat zwei Minitore, einen Torwart gibt es nicht. Eine Mannschaft besteht aus fünf Kindern und nach jedem Treffer wird gewechselt. „So erhalten alle Kinder automatisch die gleiche Spielzeit und haben – im Vergleich zu der normalen Turnierform – mehr Ballaktionen und Spielanteile“, betont Bartsch.

Bei einem „Funino-Festival“, wie es die JSG ausrichtete, gibt es keine Ergebnisse, keine Tabellen und daher am Ende auch keinen Sieger im eigentlichen Sinne. Die Teams einer Altersklasse spielen jeweils

parallel auf zehn Feldern, wobei die ersten Paarungen zunächst grob nach ihrer Spielstärke eingeteilt werden. Hat eine Mannschaft während der zehnminütigen Spieldauer mehr Tore erzielt als die andere, steigt sie ein Feld auf, bei einer Niederlage steigt sie ein Feld ab. „So ist gewährleistet, dass bereits nach wenigen Spielen gleichstarke Gegner aufeinander treffen und sich ausgeglichene und spannende Spiele entwickeln“, betont Alexander Ludwig, der das Turnier zusammen mit Volker Bock organisiert hatte. Während auf Platz eins also irgendwann die „Champions League-Begegnungen“ gespielt wurden, fanden auf Platz zehn die „Kreisklassenspiele“ statt.

Thomas Bartsch, der Cheftrainer der Hannover 96-Fußballschule, moderierte das Festival und sorgte am Mikrofon für Stimmung.

„Weil die Kinder viel mehr Ballkontakte haben als in normalen Spielen und schneller reagieren und Entscheidungen treffen müssen, wird ihre Spielintelligenz auch deutlich besser gefördert“, sagt Torsten Bartsch. Hinzu komme, dass diese Spielform viel intensiver sei als die herkömmlichen. „Der Puls der Kinder liegt beim Funino bei 165, während er sonst nur zwischen 130 und 140 liegt“, so Bartsch.

Für Alexander Ludwig und Volker Bock war die Veranstaltung ein voller Erfolg. „Die Resonanz war großartig und alle – sowohl die teilnehmenden Kinder als auch die Trainer und die Eltern – waren begeistert“, betonte Ludwig, der sich nicht zuletzt deshalb schon jetzt auf die nächste Auflage des Funino-Festivals freut.

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