Schalkes Trainer Norbert Elgert ein Urgestein beim Sparkasse&VGH-Cup

„So viel Geld für Sané ist pervers“

Von wegen eine haarige Angelegenheit: Schalke-Trainer Norbert Elgert (links) gibt schon seit 16 Jahren Anweisungen für den Nachwuchs der Knappen beim Lokhallen-Turnier. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Er ist so etwas wie eine Institution beim alljährlich größten europäischen Hallen-Fußballturnier für A-Junioren in der Lokhalle – aber eben auch eine bei Schalke 04. Schon 19 Jahre lang – mit einer Saison Unterbrechung – trainiert Norbert Elgert die A-Junioren der Knappen, wurde mit ihnen im vergangenen Jahr zum zweiten Mal deutscher Meister.

„Ich habe aber keinen Rentenvertrag. Mein Vertrag läuft noch zwei Jahre und danach ist es möglich, dass ich verlängere oder bei einem anderen Spitzenklub eine ähnliche Aufgabe übernehme. Ich würde aber auf ewig Schalker bleiben, weil ich hier geboren bin“, sagt der 58-Jährige. „Wer in Gelsenkirchen geboren ist, hat von dem Zeitpunkt an eine besondere Affinität zu diesem Klub, weil er auch einer der emotionalsten Klubs weltweit ist“, schwärmt Elgert. In Sindelfingen eine Woche zuvor beim großen U 19-Turnier seien 150 Schalker Fans dabei gewesen. „Daran sieht man, welch positiv verrückte Fans Schalke hat.“

Seit 1998 findet dieser Cup, der als Mc’Donalds-Cup anfangs firmierte und nun Sparkasse&VGH-Cup heißt, in der Lokhalle statt. 17 Mal war der Schalker Bundesliga-Nachwuchs bei diesem U 19-Cup dabei, gewann den Pokal bisher dreimal und stellte 2006 mit Mesut Özil den erfolgreichsten Schützen mit 16 Toren. Und täuscht Elgert nicht die Erinnerung, stand er als Trainer bis auf eine Ausnahme 2003 – da war er Co-Trainer des Schalker Bundesliga-Teams – nun schon 16 Mal an der Bande. Unter ihm sind Manuel Neuer, Mesut Özil, Christian Pander, Julian Draxler und Leroy Sané groß geworden.

Özil und Neuer ausgebildet

Es wird inzwischen kolportiert, dass Manchester City für Sané 55 Millionen Euro geboten hat. Dazu Elgert: „Man kann davon ausgehen, dass dies stimmt. In Zeiten des immer noch lange nicht gelösten Hungerproblems in der Welt, der Flüchtlingsproblematik und den vielen kleinen Kriegen weltweit – was wir Menschen auf dieser Erde veranstalten, ist so ein Schwachsinn. In diesem Zusammenhang halte ich solche Ablösesummen für unmoralisch, ja pervers. Dafür kann Leroy Sané nichts“, nimmt Elgert kein Blatt vor den Mund. Allerdings würde er dem 19-jährigen Jungstar raten, noch weiter seine Leistung bei den Schalkern über einen längeren Zeitraum zu stabilisieren. Verstehen kann ich aber, wenn der Verein bei einer solchen Summe nicht nein sagt“, so Elgert. (gsd)

Von Walter Gleitze

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