Serie Schiedsrichter im Altkreis Münden

Ali Kaan Pelitli leitete schon Regionalligaspiele

Ali Kaan Pelitli, der für den Tuspo Gimte pfeift.
+
Beruhigt auch mal das Geschehen: Ali Kaan Pelitli, der für den Tuspo Gimte pfeift.

Als einziger Fußballschiedsrichter aus dem Mündener Altkreis leitet aktuell Ali Kaan Pelitli Spiele in der Bezirksliga. Doch der 23-Jährige hat sich noch höhere Ziele gesteckt.

Hann. Münden – „Ich möchte auf jeden Fall irgendwann in der Oberliga pfeifen“, sagt der Mündener, der in der F-Jugend des 1. FC Werder Münden mit dem Fußball begonnen hatte. Nachdem er als D-Jugendlicher zum Tuspo Weser Gimte gewechselt war, wo er noch immer in der zweiten Mannschaft spielt, verlor Pelitli mit 15 Jahren vorübergehend die Lust am Fußball. „In der B-Jugend passte es für mich nicht so gut innerhalb der Mannschaft“, sagt er. Weil er seinen Sport aber nicht komplett aufgeben wollte, habe er darüber nachgedacht, was man sonst noch so im Bereich Fußball machen könnte. „Da gab es die beiden Möglichkeiten, als Trainer oder als Schiedsrichter aktiv zu werden“, so Pelitli.

Nach Gesprächen mit seinem Vater Ismail, der selbst Schiedsrichter ist, habe er sich für Letzteres entschieden. „Ich fand den Gedanken spannend, weiterhin am Wochenende auf dem Platz sein zu können und Fußball von einer anderen Warte aus zu erleben“, sagt der 23-Jährige. Und weil er sich auch in so jungen Jahren schon das nötige Selbstvertrauen und auch die nötigen Führungsqualitäten zugeschrieben habe, meldete er sich für die Schiri-Ausbildung an.

Sein erstes Spiel leitete Ali Kaan Pelitli als 16-Jähriger. „Das war ein D-Jugendspiel in Erbsen und ich war dann doch ganz schön nervös“, erinnert er sich zurück. Er wisse noch, wie er einen Elfmeter geben musste und der Pfiff aus seiner Pfeife „nur sehr zaghaft“ gewesen sei. Doch das habe sich dann schnell geändert. „Mein erstes Herrenspiel habe ich schon ein Jahr später als 17-Jähriger geleitet“, erzählt Pelitli. Das war ein Spiel der 3. Kreisklasse „und da war ich einfach schon weiter und bei weitem nicht so nervös wie bei meinem ersten Jugendspiel ein Jahr zuvor.“

Schon in seiner ersten kompletten Saison als Senioren-Schiedsrichter 2015/16 stand der Mündener, der für „seinen“ TuSpo Weser Gimte pfeift, auf dem Zettel Verantwortlichen als potenzieller „Aufsteiger“. Was die Beobachter sahen, gefiel ihnen so gut, dass er 2016 direkt in die Kreisliga und nur ein Jahr später in die Bezirksliga berufen wurde. „In meiner ersten Saison im Bezirk habe ich von über 25 Schiedsrichtern die siebtbeste Bewertung bekommen und bin damit nur knapp am Qualifizierungslehrgang für die Landesliga gescheitert“, sagt Pelitli. Obwohl es in der darauffolgenden Saison 2018/19 bei den Beobachtungen nicht so gut gelaufen war und es wieder nicht mit dem ersehnten Aufstieg in die Landesliga klappte, wurde Ali Kaan Pelitli in die Talentsichtung des NFV berufen, die ihm neben diversen Lehrgängen auch Spielleitungen in den Jugend-Regionalligen bescherte.

„Mein größtes Highlight bis jetzt war sicher das Regionalliga-Nordderby der C-Junioren von Hannover 96 und dem Hamburger SV, das die Hamburger mit 1:0 gewannen“, sagt er. Zu seinen größten Stärken zählt Ali Kaan Pelitli neben einer guten körperlichen Fitness und Regelkenntnis vor allem sein Verständnis als aktiver Fußballer für die Spieler. „Wenn man Verständnis für die Emotionen seines Gegenübers hat, kann man auch angemessen darauf reagieren“, sagt er. „Auch wenn es natürlich für jede Emotion auch Grenzen gibt.“ Pelitli versuche immer, auf große Gesten zu verzichten und den Dialog mit den Spielern zu suchen. „Ich würde mich auf dem Platz als freundlich und kumpelhaft, aber bestimmt beschreiben“, sagt er.

Seine türkischen Wurzeln bereiten dem in Hann. Münden geboren und aufgewachsenen Studenten nach eigener Aussage dabei keinerlei Probleme. „Ich werde überall akzeptiert und habe noch nie rassistische Äußerungen gehört“, so Pelitli, der das Ende der Corona-Pandemie und die Rückkehr auf den Sportplatz kaum erwarten kann. „Der Sport fehlt ganz einfach“, sagt er. Und wenn es erst mal soweit sei, werde er wieder sein Bestes geben und intensiv an seinem Ziel Oberliga weiterarbeiten. (Per Schröter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.