Diskussion um künftige Ligengröße

Vereine aus Altkreis Münden stimmen Saisonabbruch zu

Leere Fußballplätze: Nun hat sich auch Niedersachsen von dem Plan verabschiedet, die Saison noch auf sportlichem Wege zu beenden.
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Leere Fußballplätze: Nun hat sich auch Niedersachsen von dem Plan verabschiedet, die Saison noch auf sportlichem Wege zu beenden.

Die Meinungen zum endgültigen Saisonabbruch seitens des Niedersächsischen Fußballverbands sind eindeutig: Bei unserer Umfrage im Altkreis Münden fand sich kein Verein, der anders entschieden hätte. Eine Kontroverse könnte sich aber zur nächsten Saison anbahnen.

Altkreis Münden – Bei der Kontroverse geht es um die Frage, ob der Fußballverband erneut die Ligen verkleinern soll, um weniger Saisonspiele nötig zu machen und damit größere Chancen zu besitzen, im Falle von pandemiebedingten Spielabsagen die Saison dennoch beenden zu können. Von solchen Überlegungen berichtete der Kreisvorsitzende Hans-Dieter Dethlefs, der wie viele andere hofft, dass nach den Sommerferien wieder regulär gespielt werden darf.

Friedel Rehkop, Geschäftsführer des Dransfelder SC, befürchtet, dass Corona unter anderem den Sport noch länger in Atem halten wird und spricht sich erneut für eine Ligen-Reduzierung aus. Alle Wunschträume solle man lieber hintanstellen. „Ich wünsche mir auch manchmal, noch 20 zu sein und als Spieler in der Bundesliga anzugreifen“, scherzt der 69-Jährige. Nach der Entscheidung des NFV sei nun endlich Schluss mit der Rumeierei. Die Vereine könnten planen. Apropos: Der DSC möchte nach den Osterferien mit den seinen Jugendmannschaften ins Training einsteigen. Der Vorstand rechnet dabei unter anderem mit den am Donnerstag vom Land veröffentlichten verpflichtenden Selbsttests für alle Schüler. Das könnte auch den Vereinen helfen.

Holger Bode vom TSV Jühnde hält den Saisonabbruch ebenfalls für die absolut richtig Entscheidung. „Wir steigen nun in die Gespräche für die kommende Saison ein. Wer ist noch dabei, wer hat vielleicht durch Corona die Lust verloren? Schon fest steht, dass unser Trainer Thomas Albrecht sein Amt abgeben wird. Mit möglichen Nachfolgern sind wir in Gesprächen“, berichtet Bode. Er hoffe, dass ab August wieder in normaler Staffelgröße gespielt werde. Das waren in der Jühnder Staffel der 2. Kreisklasse zwölf statt mittlerweile nur acht Vereine. „Die Spieler wollen doch endlich wieder Wochenende für Wochenende gefordert werden und nicht so lange Pausen haben“, betont Bode.

Hemelns Trainer Leonardo Marino hatte sich mit seinem Team für die nun abgebrochene Saison einiges vorgenommen, doch jetzt findet er den Abbruch „völlig in Ordnung“. Zur Staffelgröße hat er eine klare Meinung: „Ich bin sogar für eine Staffelgröße von 18 Mannschaften. Dort ist man jedes Wochenende im Einsatz und kann durch den längeren Saisonverlauf auch mal Ausrutscher leichter wettmachen. Das würde meiner Mannschaft auch mehr Spaß machen.“ Der TSV Jahn hofft jetzt, irgendwann im Mai vielleicht wieder mit dem Training beginnen zu dürfen.

Sebastian Gundelachs Plan war es, mit dem FC Niemetal am kommenden Mittwoch wieder ins Training einzusteigen, doch das hat sich schon seit Wochen zerschlagen. „Jetzt setze ich auf eine solide Vorbereitung, wann auch immer die neue Serie beginnt“, sagt Gundelach. In puncto Ligengröße glaubt Gundelach, dass größere Staffeln erst dann wieder möglich sind, wenn die Impfquote deutlich steige. „Wenn wir nicht auf mindestens 50 Prozent kommen, fährt man mit kleineren Ligen womöglich besser.“ (Manuel Brandenstein)

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