Altkreis Münden feiert drei Aufsteiger an einem Wochenende

Von Platz 7 auf Platz 1: Sebastian Lehne (rechts) und Deniz Ürer jubeln. Foto: Brandenstein

Die heimischen Spitzenklubs der Fußball-Kreisklassen kamen aus dem Feiern nicht heraus. Wir zeichnen das Wochenende der Aufstiege für Sie nach:

Freitag

Jahn Hemeln II - 1. FC Gimte 0:8 (0:4).

Keine Frage: Der 1. FC Gimte hatte am Wochenende die besten Chancen, sich die Meisterschaft vorzeitig zu sichern. Zu überlegen hatte die Übermannschaft der 3. Kreisklasse D bislang das Geschehen beherrscht. Und der FC ließ sich auch im 18. Saisonspiel nicht überraschen. Nur zehn Minuten hielten die Hemelner erfolgreich dagegen, dann ergoss sich über sie die übliche Trefferflut der Gimter Gegnerschaft.

130 Zuschauer, davon rund 70 Gimter Anhänger, wollten die erste Aufstiegfeier seit 20 Jahren vor Ort miterleben. Und diese Feier fiel heftig aus. Unmittelbar nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Karl-Heinz Seute, der beim letzten Gimter Aufstieg vor zwei Jahrzehnten übrigens ebenfalls das entscheidende Match gepfiffen hatte, brach sich die überschäumende Freude Bahn. Bengalos wurden gezündet und der Hemelner Lohberg in dichte Rauchschwaden gehüllt. Bier und Sektduschen erwischten fast jeden, Julius Barth stimmte die Humba an und rasch wurde ein vier Meter langes Banner entrollt, auf dem es nun Schwarz auf Weiß stand: AUFSTEIGER! Das Banner hatte Spielertrainer Adrian Griesam in mühevoller Heimarbeit gemeinsam mit seiner Freundin gefertigt. Das nennt man wohl Einsatz fürs Team. Griesam war glücklich: „Der Druck auf uns war über die gesamte Saison groß, da alle gesagt haben, dass wir mit dieser Mannschaft aufsteigen müssen. Aber wir haben diesem Druck standgehalten und es gab kein einziges Spiel, das richtig schlecht war.“ Sein Trainerkollege Roman Sommer hakte da ein: „Auch als Favorit muss man erst mal die Spiele tatsächlich gewinnen. Das haben wir geschafft, weil alle Spieler auch im Training voll mitgezogen haben.“

Samstag

TSV Speele - Tuspo Weser Gimte II 0:0.

Der TSV Speele hat durch ein 0:0 gegen Verfolger Tuspo Gimte II die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse D und den Aufstieg in die 1. Kreisklasse perfekt gemacht. Nach dem Neustart im Jahr 2013 war es der zweite Aufstieg unter Trainer Gerd Kahlke. Dem gastgebenden TSV fehlte vor der Partie nur noch ein Punkt zum großen Ziel. Das 0:0 war also eine Punktlandung. Schnell waren die blauen Meister-Shirts übergestreift, bei Spielern und Zuschauern brandete Jubel auf. „Ich bin einfach nur glücklich und freue mich riesig für die Mannschaft und den Verein“, so Abteilungsleiter Manfred Paul.

Vor der Partie, der gut 100 Zuschauer beiwohnten, sah man den Speelern die Anspannung an. Das Spiel zeigte, dass die beiden Topmannschaften aufeinandertrafen. Trotz fehlender Tore, war es ein starkes Spiel von beiden Seiten. Schon in der fünften Minute klatschte ein Schuss von Abbas Noureddine an den linken Pfosten. Doch auch Gimte versuchte die Speeler unter Druck zu setzen. Der TSV versuchte, mit Weitschüssen zum Erfolg zu kommen. Aber Gimtes Torhüter Markus Küllmer war stehts auf dem Posten. Speeles Trainer Gerd Kahlke war ebenfalls bester Laune und meinte: „Dass wir bereits am drittletzten Spieltag die Meisterschaft geholt haben, ist schon klasse. Unsere konzentrierte Arbeit hat sich ausgezahlt.“ Nicht vergessen wollte er das Lob für die Teambetreuer. Sabine Richter und Manfred Paul hätten großen Anteil am Erfolg gehabt. Letztlich eine absolut verdiente Meisterschaft für ein Team, das seit drei Jahren fast komplett zusammen spielt und in sich gefestigt ist.

Sonntag

SG Werratal II - SG Harste/Lenglern 1:0 (0:0).

„Jungs, die SG Werratal ist stolz auf euch!“, sagte Vorstandsmitglied Günter Lehne nach dem Abpfiff. Im Winter hatte es in der Tabelle der 1. Kreisklasse für die SG Werratal II nicht besonders rosig ausgesehen: Platz sieben lag unter den Erwartungen. Als Sebastian Lehne und Tobias Hüttner das Kommando übernahmen, ließen sie sich aber nicht beirren. Immerhin gab es noch einige Nachholspiele. Und es kamen die erhofften Verstärkungen aus der Bezirksligaelf. „Wir hatten damals den Aufstieg als Ziel ausgegeben und heute sind wir belohnt und bestätigt worden“, freute sich Sebastian Lehne nach dem Abpfiff gegen Harste Lenglern. Zum ersten Mal spielt eine Werrataler Reserve damit in der Kreisliga, was als Unterbau für die Bezirksliga top ist. Doch ehe gejubelt werden durfte, musste der Tabellenführer im Spitzenspiel gegen den Zweiten lange bangen. Nicht weil die Gäste, die mit einem Sieg in Lippoldshausen noch einmal im Rennen gewesen wären, so stark auftrumpften, sondern weil sich die SG trotz drückender Überlegenheit nicht belohnte. Den Aufstieg so nah vor Augen, schien der Tabellenführer alle Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor verloren zu haben. Auf dem HNA-Chancenzettel standen letztlich zehn „Hundertprozentige“, die einfach drin sein mussten. Doch nur der in der Winterpause zurückgekehrte Deniz Ürer traf. Er erlöste sein Team in der 70. Spielminute mit einem tollen Schuss hoch ins kurze Eck. Klaus Allofs hätte seine Freude daran gehabt. Der Aufstieg war einem Sponsor spontan 300 Euro wert. Der Abend dürfte also noch etwas länger gedauert haben.

Von Manuel Brandenstein und Rüdiger Pietsch

Altkreis Münden feiert drei Aufsteiger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.