Tag des Schiedsrichters

Kreisvorsitzender sieht Handlungsbedarf im Schiedsrichterwesen

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Nach 46 Jahren offiziell verabschiedet: Der Mündener Schiedsrichter Karl-Heinz Seute (links) mit dem 2. Vorsitzenden des Fußballkreises Thomas Hellmich. Im Hintergrund der wiedergewählte Christian Rahlfs. 

Die Fußballschiedsrichter im Kreis Göttingen-Osterode wünschen sich vom Verband mehr Unterstützung. Das wurde beim "Tag des Schiedsrichters" in Duderstadt deutlich.

„Der Amateurfußball – und dazu gehören auch wir – lebt vom Spaß und der Begeisterung, und muss zeitlich mit Beruf, Schule und anderen Freizeitaktivitäten vereinbar sein“, stimmte in der Duderstädter BGS-Kaserne der Kreisschiedsrichterobmann Christian Rahlfs den Grundtenor für die Schiedsrichterarbeit in den kommenden Jahre an.

In der eher mäßig besuchten Jahreshauptversammlung – nur 92 der über 350 registrierten Unparteiischen des Fußballkreises Göttingen-Osterode waren erschienen – stand diesmal der Blick nach vorne deutlich stärker im Mittelpunkt der Ausführungen, als die Rechenschaft über die abgelaufene Amtszeit.

Was Rahlfs umtreibt, ist die Sorge um die Zukunft des Schiedsrichterwesens. Eine seiner Befürchtungen ist, dass die Verbandsspitze ihre Basis zu oft alleine lässt. Ein Beispiel: „Auf unser Jungschiedsrichter-Fußballturnier zum Jahresbeginn und die von Rolf Töpperwien moderierte anschließende Abendveranstaltung sind wir bis heute überall in Niedersachsen immer wieder lobend angesprochen worden. Der NFV-Präsident hat aber nur drei Tage vorher seinen Besuch per E-mail abgesagt. Das finde ich respektlos.“

In Zukunft Ausbildung per App

Schlimmer als das sei aber, dass der Verband die Basis bei Neuerungen des Regelwerks und im Umgang mit diesen Neuerungen weder rechtzeitig und ausführlich informiere noch ausreichend schule, wie Kreislehrwart Mario Birnstiel in seinem Bericht anmerkte.

Dabei gebe es gerade im Schulungswesen ebenso wie in der allgemeinen Kommunikation Handlungsbedarf: So wie mittlerweile das DFB-Net per App zur Verfügung stehe, so will der Kreisschiedsrichterausschuss in der Schiedsrichterausbildung mittels einer Lern-App künftig verstärkt auf die Digitalisierung setzen. Das könne zu einer Verminderung der pflichtgemäßen Präsenztage in der Ausbildung führen, und sei damit ein Schritt zu auf die junge Generation, die so mehr Freiräume erhalte.

Zahl der aktiven Schiedsrichter auf Dauer ungewiss

Für den Lehrstab bedeute das allerdings ein Mehr an Zeitaufwand, das man anderswo hereinholen müsse. Beispielsweise im Ansetzungswesen, für das man die Rückgabe-Quote fühlbar drücken müsse: Von den gut 6000 Schiedsrichter-Ansetzungen der Spielzeit 18/19 seien knapp 3000 an die Ansetzer zurückgegeben worden. Die Quote belief sich auf fast 43 Prozent, nachdem sie in den Jahren zuvor von 46 über 42 auf 30 hatte gedrückt werden können. 

Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Unparteiischen bezeichnete Rahlfs als „ausreichend“. In der letzten Amtsperiode (17-19) seien 121 Schiedsrichterinnen und -richter ausgebildet worden, wie viele von ihnen allerdings auf Dauer pfeifen werden, sei offen.

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