Vor dem stressigen Start

Tuspo Gimte: Zwei Stunden Fahrt an einem Kreisliga-Spieltag

Marvin Rusteberg (links, Gimte)
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Kampf um den Ball: Gimtes Marvin Rusteberg (links) im Kopfballduell gegen den SSV Neuhof aus Bad Sachsa.

Die Auswärtsfahrten für Fußball-Kreisligisten aus Hann. Münden waren nie ein Katzensprung. Doch was in der Staffel B dieser Spielklasse nun auf den Tuspo Weser Gimte zukommt, dürfte in anderen Landkreisen Kopfschütteln hervorrufen.

Hann. Münden – Fünf der sechs gegnerischen Vereine gehören dem Harz oder Harzvorland an. Schon am Ende der ersten Saisonhälfte wird der Tuspo damit praktisch ein Mal längs durch Deutschland gefahren sein: Angesichts von mehr als 800 Kilometern (Hin- und Rückwege) werden die Gimter förmlich zu Helden der Landstraße. An fünf der sechs Auswärtsspieltage müssen mindesten zwei Stunden Fahrtzeit angesetzt werden. Lediglich der kurze Sprung nach Groß Ellershausen entlastet die Kilometergeldkasse des Vereins.

„Wir hatten den Antrag gestellt, in die Parallelstaffel wechseln zu dürfen, in der die Fahrten kürzer sind. Doch das wurde abgelehnt“, berichtet Gimtes Trainer Dzevad Gracic auf Anfrage. In der Staffel A treten unter anderen die Eichsfeld-Mannschaften aus Obernfeld, Bodensee und Nesselröden an. Mit einer von ihnen hätten die Gimter tauschen wollen.

Die Staffeleinteilungen waren aufgrund der Abschlusstabelle der Serie 2019/20 vorgenommen worden (damals gab es eine gemeinsame Liga). Und zwar im Reißverschlussverfahren: Die ungeraden Tabellenplätze kamen in Staffel A, die geraden in die B-Staffel. So beabsichtigte der seit 2013 bestehende Fußballkreis Göttingen-Osterode, zwei möglichst gleichstarke Staffeln in den Spielbetrieb zu schicken. Dass die Gimter nun auf so viele Vereine aus dem Harzgebiet treffen, ist somit reiner Zufall.

Das Gimter Auswärtsprogramm startet am kommenden Sonntag mit der Partie beim FC Eisdorf. Happig wird es im Oktober und November, wenn der Tuspo drei von vier angesetzten Begegnungen nach langen Fahrten bestreiten muss. Dann werden sie sich noch vor 13 Uhr treffen müssen und kehren erst nach 18.30 Uhr zurück. Dzevad Gracic führt aus: „Ziel ist es, mindestens eine Stunde vor dem Anpfiff am Spielort zu sein. Eigentlich müsste man sogar etwas früher einplanen, um von der Fahrt etwas runter zu kommen.“ Nach dem Spiel sei an gemütliche Stunden im Kreis der Mannschaft kaum noch zu denken. Gracic: „Eigentlich geht man nach einem Auswärtsspiel auch mal gemeinsam essen. Aber bei diesen ewig langen Sonntagen kommt das kaum noch in Betracht. Wir haben es im Herbst einmal gemacht, da waren wir aber dann so spät zu Hause, dass wir es gelassen haben.“ Hinzu komme, dass Gracic selbst sonntags alle drei Wochen in die Nachtschicht müsse. Das Positive beim Tuspo: die in der Mehrzahl sehr jungen Spieler, die sich ihre Zeit noch relativ frei einteilen können. „Da kann ich als Trainer sehr froh sein. Mit vielen jungen Spielern, die noch keine großen familiären Verpflichtungen haben, stellt sich die Sache deutlich einfacher dar“, ist Gracic überzeugt. (Manuel Brandenstein)

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