Tom Grischke vom FC Niemetal ist jüngster Schiri im Kreis

Siebtklässler ist Linienrichter in der Männer-Kreisliga Göttingen

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Mit 13 schon mutig bei den Männern unterwegs: Tom Grischke. Links Dransfelds Offensivspieler Maik Pein.

Imbsen. 13 Jahre alt ist Tom Grischke aus Löwenhagen - und doch müssen sich die Männer auf dem Fußballplatz schon nach ihm richten. Er wird als Linienrichter in der Senioren-Kreisliga eingesetzt.

Das war am vergangenen Sonntag bei der Partie des DSC Dransfeld gegen den SC Harztor der Fall. Einige Spieler machten große Augen, als sie den Siebtklässler an der Seitenlinie sahen. Es war Toms dritter Einsatz im Erwachsenenbereich. „Eigentlich ist es sehr gut gelaufen, niemand hat sich beschwert, auch wenn ich mich an das höhere Tempo in den Spielen noch etwas gewöhnen muss“, zieht der C-Jugendspieler der JSG Hoher Hagen, der als Unparteiischer für den FC Niemetal antritt, ein positives Zwischenfazit. Auch der Hauptschiedsrichter dieses Spieltages, Arnd Rode, bestätigt: „Er hat seine Sache richtig gut gemacht. Ich habe vor dem Spiel alle Akteure darauf hingewiesen, dass wir mit einem Jungschiedsrichter pfeifen und alle haben sich gut verhalten.“

Negative Erfahrungen hat Tom Grischke auf dem Fußballplatz noch nicht gemacht. Erst im Frühjahr legte er seine Schiedsrichterprüfung ab. Danach pfiff er schon einige E-Jugendspiele. Offizielle Schiedsrichteransetzungen gibt es im Kreis Göttingen-Osterode aber erst ab der D-Jugend. Gut möglich, dass der Nachwuchsmann auch dort bald zum Einsatz kommt. Männerspiele im Kreis dürfen Hauptschiedsrichter erst mit 16 Jahren leiten.

„Wir müssen unsere Jungschiedsrichter unterstützen“, macht der 52-jährige Rode noch mal deutlich. Deshalb haben die Talente die Anweisung, bei unpassenden Bemerkungen von Spielern und Zuschauern sofort dem Hauptschiedsrichter ein Zeichen zu geben, damit dagegen vorgegangen werden kann. So mancher Nachwuchsmann hat schließlich schon aufgrund von Pöbeleien die Lust am Schiedsrichterwesen verloren.

Davon ist Tom Grischke aber weit entfernt. „Ich glaube, besonders die Zuschauer finden es ganz gut, wenn sie so junge Linienrichter sehen. Es werden auf Dauer doch viele gesucht.“ Vor einem Jahr hat er das Pfeifen im Rahmen eines G-Jugendturniers zum ersten Mal ausprobiert und Gefallen daran gefunden. Daraufhin meldete er sich zum Lehrgang an. Keine selbstverständliche Entscheidung, bedenkt man, dass er auch noch bei der Jugendfeuerwehr mitmacht und zudem Gitarre spielt. „Mein Tag ist gut gefüllt“, merkt er verschmitzt an. Sein Blick auf die Schiedsrichter hat sich verändert: Früher ärgerte auch er sich als Spieler des Öfteren. Jetzt sieht er, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist. „Und eigentlich sind die Entscheidungen ja zum Großteil richtig.“

Von Manuel Brandenstein

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