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Rückkehr, Erinnerungen, Ziele: Marc Zimmermann im Interview

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Marc Zimmermann liegt mit seinem TSV voll auf Kurs Aufstieg.
Marc Zimmermann liegt mit seinem TSV voll auf Kurs Aufstieg. © Ottmar Schirmacher

Marc Zimmermann hat viele Spuren hinterlassen im südniedersächsischen Fußball. Sei es als Aktiver für den VfB Northeim sowie den TSV Gladebeck oder aber als Trainer in Weende und nun bei seinem Heimatverein. Wir haben uns mit dem 48-Jährigen unterhalten.

Herr Zimmermann, fangen wir mit ein paar Zahlen an: acht Spiele, sieben Siege, Platz eins in der 1. Kreisklasse 2. Das hört sich doch ganz gut an. Klappt es diese Saison mit dem Aufstieg in die Kreisliga?

Marc Zimmermann: Das haben wir vor. Und wenn nicht diese Saison, dann in der nächsten. Wir wollen, dass Gladebeck wieder in der Kreisliga spielt. Dort, wo der Verein in der Vergangenheit tiefe Spuren hinterlassen hat. Die bisherige Bilanz liest sich ganz gut, aber ehrlich gesagt ist noch nicht alles rund gelaufen. Wir haben noch einiges zu leisten, aber ich sehe uns auf einem guten Weg. Die Spieler folgen meinen Vorgaben in Sachen Disziplin, Ordnung und Teamgeist. Darauf lege ich großen Wert. Die Mannschaft steht im Vordergrund - und nur die Mannschaft. Wenn ein Spieler unsere Leitlinie missachtet, müssen die anderen aus dem Team dafür zehn Liegestütze machen. Zusammenhalt ist der Weg zum Erfolg.

Bevor die Saison losging, hat der TSV Gladebeck nahezu wöchentlich Neuzugänge vorgestellt. Welche Rolle haben Sie dabei gespielt?

Zimmermann: Der TSV Gladebeck als mein Heimatverein bleibt immer eine Herzensangelegenheit für mich. Deshalb musste ich nach der Anfrage der TSV-Verantwortlichen Gonsior und Kleinsorge, ob ich mir vorstellen könnte, nach meinem Ausscheiden in Weende als Trainer zum TSV zu kommen, auch nicht lange überlegen. Schließlich bin ich dort bereits seit zwölf Jahren Vorsitzender des Fußball-Fördervereins und habe immer alles im Umfeld verfolgt. Die vielen Neuzugänge klingen zwar spektakulär. Aber wir haben vor allem darauf geachtet, dass alle Neuen auch eine Verbindung zu Gladebeck haben.

Vor ihrer Rückkehr in ihre sportliche Heimat nach Gladebeck haben sie über zehn Jahre den SCW Göttingen in der Bezirksliga und in der Landesliga trainiert. Nun stehen sie in der 1. Kreisklasse an der Seitenlinie. Da gibt es doch sicher Unterschiede, oder?

Zimmermann: Oh ja. Die sind schon sehr krass. Das beginnt mit den Trainingsbedingungen und geht weiter über die Leistungsbereitschaft sowie die gesamte Organisation rund um die Mannschaft. Ich stehe dafür, dass wir so etwas auch ein paar Klassen tiefer hinbekommen. Wir haben im Vorstand entschieden, dass der Fußball in unserem Dorf wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen soll. Daran arbeiten wir. Wir möchten regelmäßig mindestens 100 Zuschauer bei Heimspielen haben. Das würde dazu beitragen, die dörfliche Gemeinschaft zu stärken. Gerade die sozialen Kontakte sind aktuell sehr wichtig.

Zu aktiven Zeiten war Marc Zimmermann (Mitte), hier bei einem Heimspiel gegen Dassel, ein brandgefährlicher Stürmer.
Zu aktiven Zeiten war Marc Zimmermann (Mitte), hier bei einem Heimspiel gegen Dassel, ein brandgefährlicher Stürmer. © Ottmar Schirmacher

Wie kam es dazu, dass Sie Weende nach so langer Zeit den Rücken gekehrt haben?

Zimmermann: Es hat Spaß gemacht, beim SCW zu arbeiten. Ich hatte in Weende eine tolle Zeit und habe natürlich nach wie vor viele Freunde dort. Ich hatte allerdings das Gefühl gehabt, dass meine Geschichte dort geschrieben ist und ich mehr Zeit für die Familie haben wollte. Das kann ich beim TSV Gladebeck besser einrichten und dem Verein helfen.

Werfen wir mal einen Blick zurück auf ihre eigene fußballerische Laufbahn. Ab der C-Jugend haben Sie beim VfB Northeim gespielt und sind dort danach auch mühelos in die 1. Herren-Mannschaft in der Bezirksliga aufgerückt. Warum ging diese Entwicklung nicht so weiter?

Zimmermann: Das war zu jener Zeit sicher meinem jugendlichen Leichtsinn und der mangelnden Zielstrebigkeit geschuldet. Da hätte ich im Rückblick mehr erreichen können. Die Voraussetzungen dafür hat man mir jedenfalls attestiert. Vielleicht habe ich auch einiges zu leicht genommen.

Was war der größte sportliche Erfolg, den sie bisher feiern durften?

Zimmermann: Da gibt es einiges. Zuerst natürlich der Gewinn des Kreispokals mit dem TSV im Jahr 1992 im Elfmeterschießen gegen Hillerse. 2005 war ich mit Michael Warncke gemeinsam Trainer. Da sind wir in die Kreisliga zurückgekehrt und zudem auch noch Pokalsieger geworden. Dann als Trainer mit Weende die Meisterschaft in der Bezirksliga 2015 und nach dem Aufstieg in die Landesliga eine überragende Saison 2016/17 als Vizemeister hinter Vorsfelde. Nicht zu vergessen ist auch das Freundschaftsspiel mit dem TSV Gladebeck gegen den Hamburger SV. Das war ein tolles Erlebnis, obwohl ich verletzt war und nicht mitspielen konnte.

Und die bitterste Niederlage?

Zimmermann: Ich weiß, Niederlagen gehören zum Fußball. Wenn man aber als Zweiter, wie wir einmal mit Gladebeck, im Spitzenspiel in Bad Gandersheim mit 1:7 deklassiert wird, dann tut das schon richtig weh. Als Trainer habe ich mich mit Weende mal heftig über eine 0:2-Derbyniederlage gegen Göttingen 05 geärgert.

Mit dem Wissen von heute: Hätten Sie rückblickend in Ihrer Fußballerlaufbahn etwas anders gemacht?

Zimmermann: Damals habe ich über einige Sachen nicht so intensiv nachgedacht. Heute muss ich mich vielleicht hinterfragen, ob ich damals etwas fleißiger und akribischer hätte sein müssen. Aber ich war zufrieden und hatte meinen Spaß.

Zu Ihrer aktiven Zeit war der Torjäger Marc Zimmermann in der Region durchaus ein Begriff. Da kamen doch sicher auch Angebote höherklassiger Vereine, die sie abwerben wollten, oder?

Zimmermann: Ja, durchaus. Ich hatte hin und wieder schon mal einige Anfragen von höherklassigen Vereinen aus der Region. Aber ich habe mich in Gladebeck immer wohlgefühlt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. (Ottmar Schirmacher)

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