Fußball

Abbruch statt Pause bis September! Northeimer Fußballvereine sind gegen Vorschlag des Verbandes

+
Welche Entscheidung der NFV auch treffen wird: Auf den Sportplätzen der Region wird weiterhin vorerst kein Fußball rollen.

Eineinhalb Stunde dauerte die erste große Videokonferenz in der Geschichte des Fußballkreises Northeim/Einbeck. An deren Ende stand am Montagabend ein klares Ergebnis: Die Klubs sind mehrheitlich dafür, die derzeit unterbrochene Fußballsaison abzubrechen. Sie votierten deutlich gegen den Vorschlag des niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), der eine Pause und ein späteres Fortsetzen favorisiert. Dazu Fragen und Antworten.

Worum genau ging es bei dieser kurzfristig einberufenen Konferenz?

Der NFV hat ein großes Ziel: Die Saison 2019/2020 soll wegen befürchteter Rechtsstreitigkeiten keinesfalls abgebrochen, sondern stattdessen (falls dann möglich) ab dem 1. September fortgesetzt werden. Bevor man dies jedoch einfach so beschließt, wollte man eine Rückmeldung von der Basis haben. Die wurde nun in der Region Northeim/Einbeck während der Videokonferenz eingeholt. Andere Fußballkreise baten ihre Klubs per Mail um Antwort.

Wie stimmten die Northeimer Vereine ab?

Die breite Mehrheit favorisiert einen Abbruch und damit das vorzeitige Ende der Spielzeit 2019/2020. Die Tabellenführer sollen aufsteigen, Absteiger soll es dagegen keine geben. Ein Vorgehen, welches für viele andere Sportarten (beispielsweise Handball) längst beschlossen ist.

Wie Spielausschuss-Vorsitzender Heinz Schwingel am Ende der Konferenz mitteilte, gab es 24 Stimmen für einen Abbruch sowie 14 für den Vorschlag des Verbandes. Es fehlten zu diesem Zeitpunkt zwar noch Rückmeldungen von acht Vereinen, doch die können die Mehrheitsverhältnisse nicht mehr verschieben.

Noch deutlicher stimmten die 18 Klubs ab, die Jugendfußball anbieten. Hier waren nur fünf für eine spätere Wiederaufnahme der Spielzeit, der Rest votierte für einen Saisonabbruch.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Vereine den Abbruch als klaren Schnitt sehen und diese Variante favorisieren. Andererseits wären zu viele Dinge noch ungeklärt. Immer wieder wurden Fragen zu für den Sommer geplanten Vereinswechseln gestellt. Ein weiteres Thema: Was passiert beim Nachwuchs, wenn die Kicker im Sommer eigentlich die Altersklasse wechseln würden.

Wie reagierte der Kreisvorsitzende Bernd Anders?

„Ich finde es schade, dass die Mehrheit für einen Abbruch gestimmt hat“, bilanzierte er in seinem Schlusswort. Gleichwohl respektiere er das Votum natürlich. Er selbst hatte bei der Begrüßung noch erklärt, welche Meinung er vertritt. „Ich habe anfangs auch einen Abbruch für die beste Lösung gehalten. Noch während einer Videokonferenz mit der Verbandsspitze am vergangenen Freitag, als der Vorschlag der Saisonpause mit einem späteren Fortsetzen erarbeitet wurde, habe ich allerdings meine Meinung revidiert. Aus juristischen Gründen und wegen Verpflichtungen gegenüber Partnern des Verbandes ist ein Abbruch eigentlich nicht möglich.“

Wie geht es nun weiter?

Mittwoch soll Anders, wie auch seine Kollegen aus den übrigen 32 Fußballkreisen, dem NFV Rückmeldung geben. „Diese Meinungsbildung bildet die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.