Die Brüder aus Hollenstedt können den Neustart der Fußballsaison kaum abwarten

Die Zwillinge Jan Ole und Finn Luca Heipel sind Schiedsrichter mit Leib und Seele

Die Nachwuchs-Schiedsrichter Jan Ole (links) und Finn Luca Heipel halten gemeinsam einen Fußball in ihren Händen.
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Hoffen auf eine baldige Fortsetzung der Fußballsaison: Die Nachwuchs-Schiedsrichter Jan Ole (links) und Finn Luca Heipel.

Nachwuchs-Schiedsrichter im Doppelpack! Die Zwillinge Finn Luca und Jan Ole Heipel (TSV Sudheim) hoffen trotz der anhaltenden Coronakrise auf einen baldigen Neustart der Fußballsaison.

Hollenstedt / Sudheim - Das große Vorbild der Zwillinge ist der international erfahrene Bundesliga-Referee Deniz Aytekin (42). „Mir gefallen seine Persönlichkeit und sein lockerer Umgang mit den Spielern“, sagt Jan Ole Heipel, der zusammen mit seinem eine Minute älteren Bruder am 14. Januar seinen 18. Geburtstag feiert.

Ob die beiden Jung-Schiedsrichter jemals auf der Ebene ihres Vorbildes Aytekin auf den Platz laufen werden, kann heute niemand sagen. Dass die beiden aber Freude an ihrer Aufgabe haben, ist angesichts des Leuchtens in ihren Augen bei jedem Satz fühlbar, wenn sie über ihre junge Schiedsrichter-Laufbahn berichten.

Angefangen haben sie, wie so viele Jungs, als aktive Fußballer. Das war in der F-Jugend des TSV Sudheim, dem sie heute auch als Schiris noch die Treue halten - auch wenn sie inzwischen von Sudheim nach Hollenstedt umgezogen sind. Als sie in die C-Jugend hineingewachsen waren, war es vorbei mit der Spielerkarriere. „Unser Verein fand keinen Trainer, die Mannschaft hat sich aufgelöst“, erzählt Finn Luca.

Damit war das Interesse der beiden Fans von Bayern München am Fußball allerdings nicht erloschen. „Im Internet haben wir dann von einem Anwärterlehrgang für Nachwuchs-Schiedsrichter gelesen.“ Ihr Entschluss war gefasst: Den wollten beide absolvieren. Gesagt, getan! Seit März 2018 sind sie nun als Unparteiische auf den Fußballplätzen der Region unterwegs. Zunächst bei Jugendspielen, zuletzt auch im Herren- und im Frauenbereich.

Sie sind begeistert, wenn sie von ihren Erlebnissen berichten, sei es als Schiedsrichter oder als Assistent an der Seitenlinie, beispielsweise bei Pokalendspielen. Mit den vielen Zuschauern hat das richtig Spaß gemacht“, sagt Jan Ole.

Ein besonderes Erlebnis war für Finn Luca das Freundschaftsspiel zwischen den B-Mädchen von Eintracht Northeim und denen von Hannover 96 bei der Sportwoche in Imbshausen. „Das Spiel habe ich ganz allein geleitet. Es war ziemlich entspannt.“

Mit den Spielern kommen die beiden in der Regel prima klar, Probleme haben sie aber mitunter mit den Eltern bei Jugendspielen, die aus der Rolle fallen. „Zu mir hat einmal jemand gesagt: Aus welchem Konfirmationsunterricht haben sie dich denn geholt?“, erinnert sich Jan Ole. Heute klingt das fast schon anekdotisch, in der Situation damals dürfte das aber alles andere als angenehm gewesen sein. Finn Luca steuert ein weiteres Beispiel bei. Als Eltern ausfällig wurden, musste er sie hinter ein Absperrgitter schicken, um das Spiel fortsetzen zu können. „Und einen Ordner musste ich auch noch dazu stellen.“

Wegen der Coronakrise ist zurzeit Fußballpause. Bei einem Pensum von 70 bis 80 Spielen pro Saison fällt ihnen das schwer, auch wenn die Familienmitglieder, die regelmäßig als Taxi zur Verfügung stehen, zurzeit mal Luft holen können. Über das Internet halten die Zwillinge Kontakt zu ihren Schiri-Kollegen. „Bei einer unserer Online-Tagung war sogar DFB-Lehrwart Lutz Wagner zu Gast“, berichtet Finn Luca.

Doch die virtuelle kann die reale Welt eben nicht ersetzen. So warten die beiden Schüler der KGS Moringen sehnsüchtig auf den Neustart auf dem Platz. Und dann wollen sie auch wieder Bundesligaspiele besuchen - allerdings als Zuschauer. Da wird Nachwuchs-Referees stets ein kostenfreier Platz reserviert.

Auch beruflich wollen sie später dem Sport treu bleiben. Jan Ole: „Ich möchte Sport-Journalismus studieren.“ Finn Luca: „Das könnte ich mir auch vorstellen. Jura finde ich aber auch sehr spannend.“ (Hans-Peter Niesen)

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