Heinz Schwingel, Vorsitzender des Spielausschusses Northeim/Einbeck, im Interview

Wie geht es im Kreisfußball weiter? „Ich bin für einen Abbruch“

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Bei der Arbeit: Bei Heinz Schwingel, dem Vorsitzenden des Spielausschusses, laufen die Fäden in Sachen Fußball zusammen. 

Northeim – Seit Jahrzehnten engagiert sich Heinz Schwingel ehrenamtlich für den heimischen Fußball. Eine Situation wie aktuell rund um die Coronakrise hat aber auch er noch nie erlebt. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden des Spielausschusses im Fußballkreis Northeim/Einbeck.

Herr Schwingel, wird die Fußballsaison noch fortgesetzt?

Ich persönlich würde das in diesen besonderen Zeiten nicht gut finden. Ich bin für einen Abbruch. Auch der Fußball muss dazu beitragen, das Risiko einer weiteren Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Menschen haben eine viel höhere Priorität als der Fußball.

Außerdem würden wir es vermutlich auch einfach gar nicht schaffen, einen im Falle einer Fortsetzung dann rappelvollen Spielplan ordnungsgemäß abzuschließen. Wir wissen gar nicht, ob und wann die Kommunen die Sportplätze freigeben. Nachholspiele unter der Woche sind den Vereinen ohnehin schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Nichtantritte und die damit verbundenen Ordnungsstrafen wären dann vorprogrammiert.

Im Falle eines vorzeitigen Saisonendes: Was würde das für Auf- und Abstieg bedeuten?

Dann könnte ich mir vorstellen, dass die derzeitigen Tabellenführer ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen, es auf der anderen Seite aber keine Absteiger gibt. Wir könnten in der nächsten Saison mit Überhang spielen, was zur Folge hätte, dass dann je eine Mannschaft mehr absteigt. Da in so einem Falle automatisch mehr Spieltage anfallen, könnten wir im Gegenzug ein Jahr auf Pokalwettbewerbe verzichten.

Letztlich sagt der niedersächsische Fußballverband, ob und wie es  weitergeht. Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Bis vor eineinhalb Wochen war ja die Spielpause nur bis zum 19. April terminiert. Das war zu früh. Ich rechne damit, dass wir bis Juni keinen Fußball spielen werden. Wir müssen uns ganz einfach nach den behördlichen Auflagen und Verordnungen richten. Wenn weiterhin in der Öffentlichkeit beispielsweise jede Person einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten hat, kann logischerweise kein Mannschaftssport stattfinden. Ich rechne nicht damit, dass der Spielbetrieb in dieser Serie fortgesetzt werden soll. Eine Verlängerung der Saison ist für mich keine Option. Die Zeit bis zu den Sommerferien, die Mitte Juli beginnen, könnten die Vereine, falls möglich, für Sportwochen, Turniere und Freundschaftsspiele nutzen.

Wie läuft die Kommunikation zwischen Verband und den Kreisen? Gibt es einen regelmäßigen Austausch?

Die Infos vom NFV werden über das DFBnet per Email weitergegeben. Selbst wenn derzeit keine Sitzungen unseres Spielausschusses stattfinden können, verteile ich die Infos zügig unter den weiteren Ausschussmitgliedern. Zusätzlich werden die neuesten Nachrichten auf unserer Internetseite veröffentlicht.

Auch für die heimischen Vereine ist die Situation komplett neu. Was für Fragen kommen von dort?

Das hält sich eigentlich in Grenzen. Viele Fragen kommen nicht bei uns an. Das Wichtigste: Falls die Saison tatsächlich fortgesetzt werden sollte, wird mit mindestens zwei Wochen Vorlauf darüber informiert. So hat es der NFV in seiner jüngsten Mitteilung verbreitet.

Neben den Punktspielen gibt es ja noch die Pokalwettbewerbe. Ist da eine Fortsetzung denkbar?

Falls ein Saisonabbruch angeordnet wird, gilt das natürlich auch für die Pokalspiele. Sollte es nicht so kommen und die Serie wird fortgesetzt, hätten wir Terminprobleme. In Absprache mit den Vereinen würde ich dann den Punktspielen Vorrang einräumen und die noch ausstehenden Pokalspiele im neuen Spieljahr einplanen. In der Saison 2020/2021 würde dann ausnahmsweise kein Pokal ausgespielt werden. osx

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