Keeper Cordes: „Habe mich halt in die Kiste gestellt“

Die Eder-Helden des denkwürdigen Relegationsabends: Torhüter Robin Cordes (halb verdeckt), der den Elfmeter hielt; umarmt den Torschützen Hendrik Reuter (10), rechts Oliver Sprang. Foto:  mp

Rosenthal. Solch eine Dramatik bietet nur der Fußball: Mit seinem gehaltenen Elfmeter von Björn Zarges kurz vor dem Abpfiff hielt Ersatz-Torwart Robin Cordes sein Team, die SG Eder, im Spiel.

Wenig später entschied dann Hendrik Reuter mit seinem späten Tor des Tages das Relegationsfinale bei der SG Rosenthal/Roda (Video auf hna.de). Wir sprachen mit dem 31-jährigen Keeper, wie er den Abend mit der tollen Kulisse von 900 Fans erlebt hat und zum Held wurde.

Herr Cordes, was ist da passiert so kurz vor Abpfiff? 

Robin Cordes: Ich war eigentlich schon auf dem Weg in die Kabine. Wir hatten die Auswechselkarte für Tobi Materna bereits geschrieben. Wenn der eingewechselt worden wäre, hätte ich Duschen gehen können. Da ist dem Jonas halt dieser Fauxpass unterlaufen. Da musste ich die Schuhe binden und habe mich halt in die Kiste gestellt.

Was dachten Sie beim Strafstoß von Björn Zarges? 

Cordes: Man denkt halt nicht viel nach in solch einer Situation. Costa Ruppel hat mir noch einen Tipp gegeben, dass der Björn meistens von sich aus links schießt. Er hat auch die ganze Zeit in diese Ecke geguckt, und da wusste ich, das ist die richtige.

Wie haben Sie das Spiel insgesamt gesehen? Ist das 1:0 denn gerecht?

Cordes: Nein, das glaube ich nicht. Die erste Halbzeit war Rosenthal schon stärker, da hat Jonas Schäfer zwei, drei Mal gut gehalten. Die zweite Halbzeit war recht chancenarm; da war nichts mehr. Also ein 0:0 oder eventuell ein Rosenthaler 1:0, das wäre schon verdient gewesen.

Der Ehrgeiz bei beiden Teams in diesem Relegationsfinale war aber doch da? 

Cordes: Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass beide Mannschaften in die Kreisoberliga wollten. Bei uns war die Anspannung sicher ein bisschen größer als bei Rosenthal, und das hat man auch auf dem Feld gespürt.

Wie umschreiben Sie die Leistung Ihrer Mannschaft? 

Cordes: Ich habe gemerkt, dass bei uns wirklich jeder alles geben wollte. Jeder ist gerannt, bis er nicht mehr konnte. Das ist schön zu sehen, dass ein Team in solch einer wichtigen Situation auch richtig zusammen hält.

Mit dem Verbleib der Eder-Ersten in der KOL bleibt auch Ihre Reserve, in der Sie als Torwart gelegentlich aushelfen, in der A-Liga. Das war ja doppelter Grund zum Feiern? 

Cordes: Als ich den Elfer gehalten hatte, sind alle im großen Freudentaumel auf mich zugerannt. Da weiß man garnicht, wie einem geschieht. Im Laufe des Abends sind wir mit dem Team nach Viermünden gefahren. Ein paar Zuschauer waren dabei. Dort haben wir kräftig gefeiert.

Wie geht’s weiter für Sie, kommt jetzt Ihr Comeback? 

Cordes: Nein, ich werde weiterhin nur nach Bedarf spielen. Wenn der Trainer der Zweiten, mein Kumpel Lars Lauer, anruft und sagt „Robin, es wäre schön, wenn Du mal wieder aushelfen kannst“, dann werde ich da sein. Im Übrigen werde ich mir das Geschehen gemütlich von draußen ansehen. (had)

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