Wie im Moor

Fußball-Trainer Oelschläger und Gleim glauben nicht an Anpfiff

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Und es war Sommer: Die Szene aus dem Hinspiel zwischen Wildeck (links mit Marc Hoffmann) und Rotenburg/Lispenhausen (rechts mit Aarne Detlefsen) mutet an wie aus einer anderen Fußballwelt.

Rotenburg.Es sei ein Gefühl wie im Hochmoor, wenn man über die heimischen Fußball-Plätze laufe, sagt FSG Bebras Coach Andreas Gleim.

Eigentlich soll es ja nun wirklich wieder losgehen am Wochenende mit dem Fußball in der Region. Doch schon vorher waren sich einige Trainer der heimischen Fußball-Kreisoberligisten sicher: Das wird nichts.

Andreas Gleim, dessen FSG Bebra am Sonntag als Tabellendritter eigentlich den Vierten SG Dittlofrod/Körnbach erwarten soll, erklärte Mitte der Woche: „Alle unsere Plätze in Bebra, Gilfershausen und Asmushausen sind nicht bespielbar. Das ist ein Gefühl wie im Hochmoor, wenn man da drüberläuft.“ Gleim gibt sich keinerlei Illusionen hin: „Mal schauen, wie viele Helfer mitmachen, um die Plätze herzurichten.“

Dabei war die Vorbereitung „bis vor zehn Tagen ganz okay“. Seitdem konnte nur auf Teilen der Plätze, auf der Tartanbahn oder in der Halle trainiert werden. Über den Gegner macht er sich angesichts der geringen Aussichten auf den Anpfiff wenige Gedanken: „Es war immer schwierig, gegen Dittlofrod zu spielen. Aber wenn sich zum Saisonende die Spiele in kurzer Zeit ballen, entscheidet sowieso der größte Kader. Die Liga ist eine Wundertüte.“

Weit weniger gelassen nimmt Steffen Oelschläger, der im Sommer scheidende Coach der SG Rotenburg/Lis-penhausen, die Lage. Seine Elf soll am Sonntag ab 15 Uhr in Bosserode bei der SG Wildeck auflaufen - was Oelschläger „ins Reich der Fabel“ verweist: „Es gibt keinen normalen Rasen, auf dem gespielt werden kann“, sagte er zur Wochenmitte. Da sei es schwierig, die Spannung hochzuhalten, wenn die nächste Partie ausfalle.

Von den Wetterproblemen seien zwar alle Teams gleichermaßen betroffen, Oelschläger ärgert sich trotzdem: „Da drohen wieder jede Menge Doppelspieltage. Für uns hieße das: in zehn Wochen 15 Spiele.“ Und der Coach legt nach: „Was bedeutet das denn für die Jungs, die im Schichtdienst arbeiten oder auswärts studieren?“

Er könne nicht verstehen, dass beispielsweise schon jetzt der 1. Mai als Spieltag im Gespräch sei: „Die Jungs haben Familie oder Freundin, an so einem Tag unternimmt man was mit denen, da sollte nicht Fußball gespielt werden.“ Oelschläger kann nicht verstehen, dass der Juni - bei tollem Wetter - wegen der Fußball-Weltmeisterschaft als Spielzeit ausgespart bleiben solle: „Sowas gibt es in keiner anderen Sportart! Die Verbände sollten mal überlegen, wer sie eigentlich bezahlt - das sind doch wir, die Amateure. Denen wird zugemutet, was keinem Profi zugemutet würde.“

Zum angesetzten Spiel will Oelschläger sich nicht speziell äußern. „Es werden alle zwei oder drei Spiele brauchen, bis sie wieder im Rhythmus sind“, sagt er lediglich.

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