Wie sich die FSG Bebra am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog - jetzt im Kiebitzgrund

Mal im Tor, mal im Feld: Bebras Torwart Patrick Jahn muss manchmal die Torwarthandschuhe beiseitelegen. Foto: Kersch/nh

Bebra/Obersuhl. Heimspiel für die FSG Bebra: Die Kreisoberliga-Fußballer können auf der Biberkampfbahn gegen den TSV Herfa den sechsten Dreier in Folge landen.

Fünf Siege in Folge bei 10:3 Toren - das klingt nach dem Arbeitsnachweis eines Spitzenteams. Und die FSG Bebra rangiert momentan auch auf Platz drei. Dennoch spricht Trainer Andreas Gleim nach wie vor nur über den Klassenerhalt, was er so begründet: „Wenn man ehrlich ist, hätten wir die letzten Spiele auch alle verlieren können. Dann wäre ich jetzt nicht mehr Trainer hier.“ Dass es anders kam, liegt rückblickend wohl vor allem daran, dass die FSG am dritten Spieltag in Soisdorf trotz Unterzahl ein 1:0 über die Zeit rettete - und das nach 0:11 Toren in den ersten beiden Spielen.

„Da haben sich die Jungs am eigenen Schopf gepackt, so was schweißt zusammen. Andere Mannschaften fallen nach so einem Saisonstart komplett auseinander“, so Gleim. Und das hatte so manch einer auch bei den Bebranern erwartet - immerhin hatte die FSG in der Sommerpause nicht nur den langjährigen Trainer Wolfgang Poweleit, sondern auch mehrere Schlüsselspieler verloren.

Doch stattdessen besannen sich die Bebraner - angeführt von den Routiniers André Dettmann, Thomas Eisel, Benedikt Jaschinski und Niklas Engel - auf traditionelle Tugenden: In jedem Spiel werde unglaublich viel investiert, jeder laufe für den anderen. Auch ganz wichtig - niemand meckert. „Am Sonntag im Kiebitzgrund hatten wir beim Stande von 2:0 vier glasklare Konterchancen und haben jede einzelne, man kann es nicht anders sagen, einfach verkackt. Aber wir haben weitergemacht, mussten wieder bis zum Schluss zittern, aber es hat geklappt“, erzählt Gleim.

Dank der beiden Auftakt-Klatschen sei die Frustrationstoleranz hoch und die Demut groß. Das dürften zwei entscheidende Aspekte sein, die die FSG vielen anderen Teams voraushat. Und darauf wird Gleim auch weiterhin setzen. Begeisternden Ballbesitzfußball könne Bebra zurzeit sicher nicht bieten - dass Torhüter Patrick Jahn immer wieder im Feld aushelfen muss, zeigt, wie dünn besetzt die Gleim-Elf ist. Das Motto heißt also auch gegen Aufsteiger Herfa wieder: „Fighten, fighten, fighten!“

Von Christopher Ziermann

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