Fußball-Kreisoberliga: Hinter der FSG Bebra liegt eine ganz besondere Saison

Ein Team mit Charakter

Er spielt bei der FSG Bebra eine entscheidende Rolle: Abwehrchef Thomas Eisel. Foto: Walger

Bebra. Hinter Andreas „Änne“ Gleim liegt seine erste Saison als Trainer des Fußball-Kreisoberligisten FSG Bebra. „Sie war mental und körperlich extrem anstrengend“, sagt der Coach. Seine Elf schloss auf Rang zehn ab - und der war mit viel Hingabe erarbeitet.

Der fürchterliche Start

„Die ersten beiden Spiele - das war wirklich nicht schön“, sagt Andreas Gleim. 0:6 gegen den ESV Weiterode, dann 0:5 beim SVA Bad Hersfeld II. Die Serie war gerade mal acht Tage alt, da galt die FSG bereits als Abstiegskandidat Nummer 1. Ein Alptraum-Start für einen neuen Trainer.

Die Reaktion

Hatten die beiden abgewanderten, routinierten Schmidt-Brüder doch zu große Lücken hinterlassen? Marcel in der Abwehr und Manuel im Angriff. Das Torverhältnis von 0:11 schien genau das zu belegen. Den Verlust der beiden Leistungsträger nutzten die FSG-Kicker und ihr Coach aber nicht als Alibi. „Die Mannschaft hat Reaktion gezeigt. In der Deckung hat sie überragend gestanden. Jedes Tor und jeder Punkt war hart erkämpft“, sagt Andreas Gleim.

Das Zwischenhoch

Wild entschlossen wurden die nächsten Gegner niedergerungen. In Soisdorf gewann die FSG Bebra 1:0, gegen Wildeck 2:1, beim Titelkandidaten gab es einen sensationellen 2:0-Erfolg, gegen Ufhausen ein 3:1 und bei der SG Kiebitzgrund/Rothenkirchen ein 2:1. „Diese fünf Siege in Folge waren eine wichtige Grundlage für den weiteren Saisonverlauf. Davon konnte das Team zehren und ein Abrutschen auf die Abstiegsplätze, die später immer näherrückten, verhindern. Spieler Marcel Woche wusste aber schon damals: „Wir hatten viel Glück. Wir hätten alle fünf Spiele auch verlieren können.“

Die Abwärtsspirale

Ganz langsam ging es bergab für die FSG. Hier und da sprang ein Remis heraus, oft aber genügte den Gegnern ein Treffer, um die Bebraner zu besiegen. Denn die hatten es nicht mit dem Toreschießen. „Sie haben in der schwierigen Zeit tapfer durchgehalten. Auch die angeschlagenen Spieler“, blickt Andreas Gleim zurück. Besonders stolz war er nach dem 5:5 gegen den FSV Hohe Luft. „Obwohl eigentlich gar keine Hoffnung mehr bestand, haben meine Spieler einfach weiter angegriffen. Man hat immer gesehen: Da sind Spieler auf dem Platz, die gerne Fußball spielen.“

Die Erlösung

Im Winter kehrte Martin Silbermann zurück zu seiner FSG. Im weiteren Verlauf der Rückrunde gesellten sich in Levent Tabkin und Christoph Allendorf zwei weitere Neuzugänge hinzu. Ein Befreiungsschlag. Nun gab es Alternativen auf der Bank, konnten durch Einwechslungen Akzente gesetzt werden. „Natürlich hatten wir durch die drei Neuen auch mehr Qualität auf dem Platz“, sagt Gleim.

Die Korsettstangen

„Niklas Engel, Benedikt Jaschinski sind ganz wichtige Spieler für diese Mannschaft. Und natürlich Thomas Eisel“, stellt Andreas Gleim fest. „Er ist der Chef der Abwehr und hat seine jungen Nebenleute Christoph Reyer und Marcel Woche in den Spielen super gecoacht. Am erreichten Klassenerhalt hätten aber auch die Leute im engen Umfeld großen Anteil, führt der Coach an. Die Betreuer und Obmänner; vor allem aber sein Co-Trainer Andre Dettmann. „Wie er sich eingebracht hat, das weiß ich zu schätzen. Er ist absolut loyal“, sagt Gleim.

Die Zukunft

„Ich hoffe, und die ganze FSG sollte das hoffen, dass diese Mannschaft zusammenbleibt. Diesen Kader zu halten, sollte das Ziel sein. Das wäre eine gute Perspektive“, stellt Andreas Gleim fest. In den kommenden Wochen werden die Weichen gestellt. Am 1. Juli endet die Wechselfrist.

Von Thomas Walger

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