Trainer über WhatsApp beurlaubt: Fall in Ronshausen sorgt für Wirbel

Er ist enttäuscht vom Verhalten der Verantwortlichen seines langjährigen Vereins ESV Ronshausen: Marius Zilch. Foto: Walger

Ronshausen. Auch für die Kreisliga-A-Fußballer des ESV Ronshausen steht am Samstag der letzte Spieltag an. Allerdings ist das Sportliche in den Hintergrund gerückt.

Für Unruhe sorgt die auf ungewöhnliche Art vollzogene Beurlaubung von Trainer Jürgen Losekam. Dessen ungeachtet wollen die Ronshäuser beim Ligadritten SG Mühlbach/Raboldshausen noch einmal auf dem Platz für Aufsehen sorgen. Angepfiffen wird die Partie um 16 Uhr in Raboldshausen.

Bereits vor einigen Wochen hatte der neue Spielausschuss des ESV Ronshausen entschieden, anstelle von Jürgen Losekam für die kommende Saison einen neuen Trainer zu verpflichten - und zwar Werner Brückner, wie mittlerweile bekannt wurde. Der Entschluss, Losekam schon vor Saisonende zu beurlauben, fiel dann aber kurzfristig. So kurzfristig, dass Losekam darüber am Freitagabend der vergangenen Woche - einen Tag vor dem Heimspiel gegen den SV Niederjossa - per WhatsApp-Nachricht in Kenntnis gesetzt wurde.

„Ich wollte Marius Zilch anstelle von Malte Koch als Kapitän auflaufen lassen. Es stand bereits fest, dass er zum Saisonende den Verein verlässt - das sollte sein Abschied sein“, erklärt Losekam. Diese Maßnahme habe der Spielausschuss dann laut Losekam zum Anlass für die Beurlaubung genommen. Und zwar unter dem Hinweis, dass es „um unsere einheimischen Spieler gehe“. Dabei sei auch Marius Zilch Ronshäuser, führt Losekam aus.

Marius Zilch bezeichnet die Vorgehensweise der Vereinsverantwortlichen als „unmöglich“ und sagt: „Wir wollten vom Spielausschuss eine Begründung dafür hören, warum Lose rausgeschmissen wurde.“ Die sei ihnen verweigert worden. Stattdessen sei der Mannschaft gesagt worden, es würde dazu keine Aussage geben, und wem das nicht passe, der könne seine Tasche packen und gehen. Genau das haben daraufhin Felix Banz, Dominik Krapf, Pascal Eberlein und er selber auch getan. Der Kader für das Spiel gegen Niederjossa musste notgedrungen noch mit Spielern der Reserve aufgefüllt werden.

Zu den Umständen der vorzeitigen Trainer-Beurlaubung wollte Spielausschuss-Mitglied Stephan Dick auch gegenüber der HNA zunächst keine Stellung beziehen. Der Verein wolle dazu aber noch eine Erklärung abgeben. Diese lag uns bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht vor.

Die vier Spieler, die am vergangenen Samstag auf ihren Einsatz verzichteten, würden auch in Raboldshausen nicht in der ESV-Elf stehen. „Wir haben aber auch gegen Niederjossa eine schlagkräftige Truppe gehabt. Immerhin haben wir ein Unentschieden geholt“, sagt Stephan Dick.

Natürlich gehe es für den ESV nur noch um die berühmte goldene Ananas, wohingegen Gegner Mühlbach/Raboldshausen noch auf die Aufstiegsrelegation schielt. Ziel der Ronshäuser sei dennoch, nicht ohne Punkt nach Hause zu kommen: „Wir werden noch einmal alles geben“, sagt Stephan Dick.

Von Christopher Ziermann

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