Zwei Zaubertore erlösen die SG Rotenburg/Lispenhausen

Der Klassenerhalt ist geschafft: Die Spieler der SG Rotenburg/Lispenhausen hatten am Mittwochabend allen Grund zum Feiern. Hier besingen Maximilian Weber, Christian Orth, Niclas Schögin, Florian Goetzke und Steffen Kanngießer das Happy End einer lange Zeit völlig verlorksten Saison. Foto: Walger

Lispenhausen. Durch den hart erkämpften 2:1 (0:0)-Heimerfolg im letzten Relegationsspiel gegen den A-Liga-Vertreter SG Ausbach/Friedewald bleibt die Elf von Trainer Steffen Oelschläger in der Fußball-Kreisoberliga.

Es war ein packendes, rassiges Duell. Doch Nervosität war zu Beginn auf beiden Seiten spürbar. Der Gast legte sie vor zirka 800 Zuschauern zuerst ab und spielte bald forsch nach vorne. Ein Direktschuss von Dawd Hasan rasierte den Außenpfosten (16.). Auf der Gegenseite legte Julian von Kintzel für Steffen Kanngießer auf, der nach einer kurzen Drehung den Kasten verfehlte (18.). Dann geriet Florian Goetzkes Kopfball nach einer Kanngießer-Ecke nicht präzise genug (23.).

Fortan übernahmen die Gäste bei Dauerregen das Kommando. „Wir verlieren zu früh die Bälle“, rief Steffen Oelschläger, der Coach der Platzherren. Die hatten Glück, als der Freistoß von Simon Tewes die Latte streifte (26.). In der 30. Minute stand Gästespieler Fabian Kemka völlig frei, aber auch im Abseits; sein Pfostenkracher hätte eigentlich ein Warnschuss sein können (30.).

Doch die Gäste wirbelten weiter, angetrieben von dem überragenden Manuel Schmidt. Der kämpfte, bewies Übersicht und hielt nebenbei oft noch Aarne Detlefsen in Schach.

Die nächste Gästechance vergab Fabian Kempka, der nach toller Ballannahme nur das Außennetz traf (38.). Der 0:0-Pausenstand war schmeichelhaft für die SG Rotenburg/Lispenhausen.

Doch für den zweiten Abschnitt hatte sich die Oelschläger-Elf offensichtlich viel vorgenommen. Aus einer Spielertraube heraus verfehlte Kanngießer das Ziel nur knapp (48.), ehe er nach einem Solo an Keeper Julian Kemka scheiterte. Der konnte nur abklatschen, im Nachsetzen köpfte Kanngießer über den Kasten (55.).

Obwohl viele Spieler auf dem glitschigen Boden Standprobleme hatten, wurden die Konter der Rotenburger jetzt, wo sich die Sonne blicken ließ, griffiger. Die größte Führungschance des Kreisoberligisten vergab David Murad, als er nach Flanke von Alexander Wahl das Tor nicht traf (73.). Kein Drama, denn das 1:0 fiel nur zwei Minuten später: Steffen Kanngießer zirkelte einen Eckball direkt, haargenau und unhaltbar in den Winkel der langen Ecke (75.).

Der Rückstand warf die Gäste allerdings nicht um. Sie kamen zu zwei hochkarätige Ausgleichschancen. Zuerst rettete Jan Hanstein auf der Linie (80.), denn parierte Stefan Künzl einen Kopfball glänzend (83.). Drei Minuten später brachte der A-Ligist den Ball doch ins Netz - der Abseitspfiff unterbrach ihren Jubel jäh.

Steffen Kanngießer hätte nach einem Solo des unermüdlich antreibenden Maximilian Weber auf 2:0 erhöhen können, doch er köpfte über die Latte (89.). So fiel die Entscheidung erst in der Nachspielzeit: Nach einem Steilangriff spielte Weber seinen Gegner aus, verlud auch noch Keeper Julian Kempka und vollendete zum 2:0 (90.+3).

Das erste Fanfeuerwerk wurde da schon gezündet. Und dass die Gäste nach einer Flanke von Manuel Schmidt durch Kevin Krause noch zum Anschluss kamen (90.+4), hatte nur noch statistischen Wert. Denn kurz darauf pfiff Schiri Rüger, der immer Herr der Lage war, die Partie ab.

SG Rotenburg/Lispenhausen: Künzl - Möller, Trieschmann, Hanstein, Goetzke, Wolf (46. Krah), von Kintzel, Wahl, Kanngießer, Weber, Detlefsen (48. Murad)

SG Ausbach/Friedewald: J. Kempka - M. Schmidt, Bolender (63.Trombach), ilgin, F. Kempka, Störl, Hasan (68. Schwarz), J. Schmidt, Hugo, Tewes, Guemues

Tore: 1:0 Kanngießer (73.), 2:0 Weber (90.+3), 2:1 J. Kempka (90.+4).

SR: Rüger (RSV Petersberg); Linienrichter: Wettes (Borussia Fulda), Bercea (Heimbacher SV)

Zuschauer: 800

Stimmen zum Spiel

Steffen Oelschläger (Trainer der SG Rotenburg/Lispenhausen): Es ist eine Riesenerleichterung. Es war nicht unser bestes Spiel. Wir waren in der ersten Halbzeit hypernervös. Die Gäste waren ein sehr starker Gegner, aber wir haben durch späten Tore verdient gewonnen. Jetzt fahre ich erst einmal in Urlaub, und am 4. Juli beginnt wieder das Training. Ein Kompliment noch an Maximilian Weber, der sich angeschlagen durchs Spiel geschleppt hat.

Markus Heide (Coach der SG Ausbach/Friedewald): Schade für die Jungs. Wir waren überlegen und hätten eigentlich gewinnen müssen. Da, wo wir bei diesem Spiel hätten killen müssen, wurden wir gekillt.

Von Burghard Hauptmann

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