Vor Ort beim Relegationsspiel der Kreisoberliga zwischen Olympia und Ahnatal

1:1 und alles bleibt fair

Starke Geste: Harald Begau von der SG Ahnatal hat gerade per Foulelfmeter das 1:0 markiert. Nach Riesenjubel ist ihm jedoch nicht zu Mute. Olympia-Keeper Marc Jechorek kann dem Ball nur hinterhergucken. Foto: Hedler

Kassel. Bereits eine halbe Stunde vor Anpfiff ist die Tribüne auf dem Sportplatz am Donnarbrunnen bis auf den letzten Platz gefüllt. Beim neu angesetzten Auftaktspiel der Fußball-Kreisoberliga-Relegation zwischen der SG Ahnatal und Olympia Kassel sehen rund 600 Zuschauer ein 1:1-Unentschieden.

Vor dem Spiel

Es dauert nicht lange, bis kein Sitzplatz mehr frei ist. Die Spannung ist schon greifbar. „Beim ersten Spiel war es etwas Anderes“, sagt Olympia-Abteilungsleiter Hennig Heyen. Wegen des EM-Spiels Deutschland gegen Polen am Abend haben gefühlt die Hälfte der Zuschauer DFB-Trikots an. Der Ahnataler Anhang hat beinahe die komplette Sitzplatztribüne eingenommen. Überall sind Bekannte aus der lokalen Fußballszene zu sehen, auch Cedric Dziabas. Dziabas spielt eigentlich für den TSV Rothwesten in der Verbandsliga. „Bei der Brisanz dieses Duells wollte ich es mir angucken. Ich finde Relegation eine gute Sache“, sagt er.

Das Spiel

Ahnatal kommt besser ins Spiel, hat die ersten Chancen. Max Reichmann trifft nur das Außennetz. Nach 33 Minuten zahlt sich der Druck aus: Mathias Szymanski wird im Strafraum gelegt, Elfmeter, Tor. Torschütze Harald Begau erzählt später: „Phänomenale Kulisse, aber in dem Moment habe ich davon nichts mitbekommen – sonst wäre er wohl daneben gegangen.“ Seine Mitspieler feiern, Begau legt beim Zurücklaufen den Finger auf den Mund. Ruhig bleiben ist die Devise. „Es wurde viel geredet im Vorfeld“, erklärt er nach Spielende. Fünf Minuten nach der Pause tritt Moritz Köhler an, um einen Freistoß auszuführen. Der Ball knallt an den Innenpfosten, von dort landet er zum Ausgleich im Netz. Die Olympia-Fans direkt am Eingang zum Sportplatz toben.

Nach dem Spiel

Es bleibt beim 1:1. Zufrieden wirkt keiner der beteiligten Akteure. Lucas Rübenkönig, Kapitän der Ahnataler, hadert mit den vielen verpassten Chancen. Die bisher kuriose Relegationsrunde wird dann sogar noch kurioser. Wegen des Remis muss Schiedsrichter Daniel Voigtsberger das Los entscheiden lassen. Was ausgelost werden soll, scheint allerdings nicht allen klar zu sein. Die Kasseler haben Glück. Die Relegation geht jetzt so weiter, als hätte Olympia gewonnen. Ahnatal muss als nächstes ran – und das schon am morgigen Samstag gegen die bisher unbeteiligten Sandershäuser (15.30 Uhr, Stahlbergkampfbahn).

Was bleibt

Beide Mannschaften liefern eine faire Partie ab, trotz der Spannungen um Urteile und Berufungen. Es fallen keine bösen Worte, nicht von Fans, nicht von Funktionären. Schiri Voigtsberger bilanziert positiv: „Ein angenehmes Spiel.“

Begaus Geste nach dem Tor passt: Am Ende sollte zählen, was auf dem Platz passiert.

Von Gregory Dauber

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