Heiligenrode macht Gruppenliga perfekt, ohne am Wochenende gespielt zu haben

Aufstieg auf dem Sofa

Die Freude ist groß: Der TSV Heiligenrode ist zurück in der Gruppenliga. Auf dem Archivfoto jubeln (von links) Frederic Siebold, Oliver Stöhr, Darko Bonic (Nr. 8) und Marcel Lamsbach. Archivfoto: Hedler

Niestetal. Ohne direkt ins Geschehen einzugreifen, ist der TSV Heiligenrode in die Fußball-Gruppenliga aufgestiegen. Da sich die Konkurrenten in der Aufstiegsrunde, Herleshausen und Chattengau-Metze, am Samstag in Niedenstein beim 1:1-Remis gegenseitig die Punkte wegnahmen, durften die Heiligenröder verfrüht jubeln. Zwar steht am Mittwochabend noch die letzte Partie der Aufstiegsrunde gegen den SV Balhorn aus (19 Uhr, Sportplatz am Park), doch selbst bei einer Niederlage sind die Heiligenröder nicht mehr von einem der beiden Aufstiegsränge zu verdrängen.

Eine kleine Delegation um TSV-Teammanager Matthias Schmelz war beim Spiel der Konkurrenz am Samstag vor Ort und erlebte die entscheidende Partie mit. Manuel Schanz, Spieler des TSV, war auch vor Ort: „Man hat von Anfang an die Nervosität beider Mannschaften gesehen, schließlich wäre der Gewinner sicher aufgestiegen. Als Chattengau-Metze den 0:1-Rückstand ausgeglichen hat, war der Jubel bei uns groß. Aus unserer Sicht durfte ja nur Herleshausen nicht gewinnen“, schildert er die entscheidenden Momente. „Nach dem Abpfiff, als unser Aufstieg dann feststand, war es schon sehr emotional. Beide Vereine die im Einsatz waren, haben uns gratuliert“, berichtet Schanz weiter.

Auf dem Rückweg nach Niestetal organisierte Matthias Schmelz mittels Facebook und Whatsapp eine spontane Aufstiegsfeier. „In unserem Stammlokal in Heiligenrode haben sich etwa 70 Leute eingefunden“, erzählt Schmelz am nächsten Tag mit angeschlagener Stimme.

Mathias Scheller, Torwart und Urgestein des TSV, war nicht beim Spiel in Niedenstein. Sein Cousin heiratete in Lohfelden, was Scheller aber nicht davon abhielt, ständig über den Spielverlauf in Niedenstein informiert zu sein. „Als es dann feststand, musste ich erst mal an die Bar“, berichtet der 29-Jährige, der seit 25 Jahren im Verein ist und nach 2006 und 2009 bereits den dritten Aufstieg mit der Herrenmannschaft feiert.

Zuspruch von allen Seiten

Scheller berichtet, dass er seit Wochen, aber besonders am Tag nach dem Aufstieg, von allen Seiten Zuspruch erhalten hat. „Auf der Straße oder beim Einkaufen sprachen mich Leute an und wünschten uns viel Erfolg. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt der gebürtige Heiligenröder.

Den Saisonabschluss vor heimischer Kulisse gegen Balhorn wollen die TSVer auf jeden Fall positiv gestalten, auch wenn die Partie kaum mehr sportlichen Wert hat. „Uns ist schon wichtig, am Ende als Erster die Aufstiegsrunde abzuschließen“, erklären Schmelz, Scheller und Schanz unisono. Doch Torwart Scheller gibt auch zu: „Ich bin froh, dass der Druck vor Mittwoch nun weg ist.“

Von Gregory Dauber

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