Fußball-Kreisoberliga: Sie dürfen doch wieder spielen

Sperren der Rothwestener Werner und Nedwig verkürzt

Die ominöse Karte: Dreimal zog der Schiedsrichter im Spiel zwischen Rothwesten II und Wilhelmshöhe Rot. Das Kreissportgericht korrigierte nun die Entscheidung der ersten Instanz. Archivfoto: dpa

Kassel. Sechs Spiele Sperre für Maximilian Werner vom TSV Rothwesten II, vier für seinen Teamkameraden Lars Nedwig und sechs für Fabian Cardillo von der gegnerischen TSG Wilhelmshöhe – im Duell der Fußball-Kreisoberligisten am 2. November war es beim Stand von 0:1 in der 90. Minute mit drei Roten Karten heiß hergegangen.

Allerdings nicht so heiß, wie es der Unparteiische Dusko Vukoman gesehen zu haben glaubte. Meinte das Kreissportgericht und setzte die gemäß Schiedsrichterbericht vom Einzelrichter verhängten Strafen gegen die Fuldataler auf zwei Spiele herab.

Die Rothwestener hatten Bedenken gegen die aus ihrer Sicht unhaltbaren Sanktionen geäußert. Nachdem bekannt wurde, dass Martina George, Mutter der TSV-Spieler Alexander und Christoph, einige der strittigen Szenen auf Video festgehalten hatte, legten sie Widerspruch ein.

Maximilian Werner

In der Zeugenverhandlung des Kreissportgerichts unter Erich Lichte-Lohmann äußerten sich die Vertreter der Klubs übereinstimmend. Sie entlasteten Werner und Nedwig und widerlegten die Sichtweise Vukomans. „Maxi hat seinen Gegner nicht mit der Sohle voraus von vorn angegangen, sondern ihn von der Seite kommend gefoult. Novkovic war nicht verletzt und konnte weiterspielen“, sagt Hilmar Vogt. Und auch Nedwig wurde entlastet, so der TSV-Pressesprecher: „Lars hat zwar im Getümmel nach dem Foul einen Gegner geschubst, aber nicht umgeschubst.“

Dies sah Eike Rothauge genauso und befürwortete die Minderung der Strafen. „Sie hätten in keinem Verhältnis zur Länge der Sperre für unseren Spieler gestanden“, betonte der Wilhelmshöher Trainer. Dessen Schützling Cardillo hatte während der Rudelbildung tatsächlich geschlagen, einen Rothwestener an der Schulter getroffen und dies auch eingeräumt.

Keine große Rolle spielte so das Video von Martina George. Ob Erich Lichte-Lohmann es als Beweismittel hätte anerkennen dürfen? „Kommt drauf an. Es ist nicht richtig erlaubt, aber auch nicht richtig verboten“, weist der Wattenbacher auf eine mögliche Grauzone hin.

Erleichtert gibt sich Werner. „Die Strafe war übertrieben. Sechs Spiele für ein Foul sind nicht normal“, meint er. Und auch, wenn das Video nicht zur Klärung benötigt wurde: „Es hat mir Hoffnung gemacht, weil zu sehen war, dass der Schiri weit weg stand und das Ganze kaum richtig gesehen haben konnte.“

Von Wolfgang Bauscher

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.