Über den Höhenflug des Kreisoberligisten Kaufungen

Interview mit Trainer Jörg Müller: „Dürfen nicht nachlassen“

Auf dem Weg in die Gruppenliga: Trainer Jörg Müllers SV Kaufungen lässt die Konkurrenz in der Fußball-Kreisoberliga weit hinter sich. Der Aufstieg ist allerdings noch kein Thema. Foto: Hedler/nh

Kassel. Die Fußballer des SV Kaufungen beherrschen die Kreisoberliga scheinbar nach Belieben. Von 16 Partien gewannen sie 15, einmal spielten sie Unentschieden.

Der Spitzenreiter profitierte zuletzt auch von Patzern des nächsten Verfolgers TSV Heiligenrode und führt die Tabelle mit klarem Vorsprung an. Wir sprachen aus diesem Anlass mit Trainer Jörg Müller.

Herr Müller, mit welchem Ziel gehen sie in die Gruppenliga-Saison 2016/17?

Jörg Müller: Das kann ich nicht sagen, weil wir den Aufstieg noch nicht geschafft haben. Die Meisterschaft ist unser Zwischenziel. Dazu stehen wir weiterhin.

Was ging ihnen durch den Kopf, als sie am Sonntag von der neuerlichen Heiligenröder Niederlage hörten?

Müller: Ich habe mich schon ein wenig gefreut. Aber auch in der Vorwoche, als der TSV ebenfalls unterlag und wir gegen Wilhelmshöhe gewannen. Das war schließlich das I-Tüpfelchen auf der Hinrunde.

Jörg Müller als erfahrener Trainer beim jungen, veranlagten Aufgebot des SV Kaufungen. Passt das wie die Faust aufs Auge oder gibt es Reibungspunkte?

Müller: Die gibt es bei mir immer, ich bin nie zufrieden. Aber wir haben uns gut aneinander gewöhnt.

Was zeichnet ihre Elf aus?

Müller: Sie macht früh Druck auf den Ball und zwingt den Gegner zu Fehlern, das Verhältnis von Offensive und Defensive mitsamt Umschaltspiel stimmt. Die Jungs sind zudem gereift und regeln mit Teamgeist vieles intern.

Oft sind junge Mannschaften Schwankungen unterworfen. Ihre nicht, oder?

Müller: Wir haben viele Partien über unsere Konstanz gewonnen. Ich vermittele den Spielern, dass wir jede Woche wieder bei Null anfangen.

Der SV Kaufungen 07 liegt weit vor der Konkurrenz. Woran könnte er noch scheitern?

Müller: Wenn du meinst, du hast schon was erreicht, ist dies der erste Fehler. Wir dürfen nicht nachlassen. Wenn ich Lässigkeit bemerke, mache ich eine Ansprache.

Ist die Nachhaltigkeit beim SV Kaufungen gewährt?

Müller: Der Verein tut alles für unseren Erfolg, die Infrastruktur ist prima. Die Jugendarbeit trägt Früchte. Der ältere Jahrgang unsere Hessenliga-Junioren wird nach der Winterpause im Training der Ersten mit eingebunden.

Sie sind ein Trainer, der auf körperliche Fitness, auch die eigene, großen Wert legt. Müssen Ihre Spieler daher leidensfähig sein?

Müller: Nein, heute wird ja auch das Ausdauertraining fast nur mit dem Ball gestaltet. Früher war das ganz anders. Es wäre heute undenkbar, wie in meiner Zeit als Spielertrainer beim FSV Kassel von der Lindenbergstraße im Forstfeld zur Hessenkampfbahn zu laufen, dort zu trainieren und wieder zurück zu laufen. Und ein Straftraining musste ich auch noch nicht ansetzen.

Was wird für Sie voraussichtlich am 29. Mai 2016 sein?

Müller: Ist das der letzte Spieltag?

Ja, Kaufungen spielt zu Hause gegen die SG Dennhausen/Dörnhagen.

Müller: Dann hoffe ich, dass uns der Kreisfußballausschuss die Meisterurkunde überreicht.

Von Wolfgang Bauscher

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