Nach Einsatz eines falschen Linienrichters: Vorerst kein Spiel zwischen Olympia Kassel und Ahnatal

Einspruch nach Neuansetzung: Relegationsspiel abgesagt

Darum geht es: Ein falscher Linienrichter führte zum Protest in der Relegation zur Kreisoberliga. Nun wurde auch gegen die Neuansetzung Widerspruch eingelegt, die Partie kann also vorerst nicht stattfinden. Foto:  dpa

Kassel. Kassel. Das für Mittwochabend geplante Relegationsspiel zur Fußball-Kreisoberliga zwischen Olympia Kassel und der SG Ahnatal wurde abgesagt.

Die Kasseler hatten gegen die Neuansetzung nach einem Protest der Gäste gegen die Wertung der ersten Austragung (Olympia gewann 2:1) nun ihrerseits Widerspruch eingelegt.

Der Sachverhalt 

Streitpunkt im Spiel des vergangenen Wochenendes war die Ansetzung des Linienrichters Oguz Basara, der aktives Mitglied der Zwehrener ist und für deren dritte Mannschaft spielt (wir berichteten). Weil die Ahnataler seine Neutralität anzweifelten, legten sie Protest ein. Das Kreissportgericht gab ihnen Recht, die Partie sollte am Mittwochabend wiederholt werden. Dagegen wehrten sich nun die Kleeblätter per Widerspruch. Weil das Verfahren somit noch läuft, konnte die Begegnung nicht ausgetragen werden. Entscheiden muss nun das Sportgericht des Hessischen Fußball-Verbandes. Wie und wann es in der Relegation weitergeht, ist ebenso offen wie die Frage, ob Olympia die Punkte behält oder nicht.

Olympias Entscheidung 

Noch am Montag neigten die Verantwortlichen bei Olympia dazu, die Neuansetzung zu akzeptieren. Wieso nun doch die Kehrtwende? „Wir haben ausgiebig diskutiert, viele Meinungen eingeholt und waren unsicher. Die Widerspruchsfrist lief ja noch einige Tage länger. Aber wir hatten Angst, dass es uns als Anerkennung des Urteils ausgelegt würde, wenn wir antreten“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Jörg Buchenau. Die Ahnataler Reaktion Mit Verständnis reagiert Marc Pelitsch. „Wir nehmen es, wie es kommt. Olympias Widerspruch ist legitim. Die meisten anderen hätten das auch so gemacht“, betont der Ahnataler Kapitän. Zudem hatte die SG insgeheim damit gerechnet und wurde nicht gänzlich überrascht. Pelitsch kann der Absage sogar Positives abgewinnen: „Die erste Partie war sehr fair. Vielleicht wäre diesmal das ein oder andere Foul mehr passiert.“

Die Rechtslage

In Paragraph 64 der Spielordnung heißt es, der Schiedsrichter dürfe keinem der beteiligten Vereine angehören. Ergänzend legt Paragraph 74 fest, dass bei Entscheidungs- und Relegationsspielen neutrale Schiedsrichter-Assistenten zu stellen sind. Ob dies im geschilderten Fall gegeben war, muss nun das Verbandssportgericht entscheiden.

Die Befindlichkeiten

Wohl fühlt sich keiner der Beteiligten in der ungewissen Lage. Man versucht, die Spannung aufrecht zu erhalten und bereitet sich vor. Obwohl die Nerven beansprucht sind, prägt gegenseitiger Respekt die Äußerungen. Unter Umständen geraten die Klubs wegen der beginnenden Urlaubszeit in Personalnot. So wie die TSG Sandershausen II. Der dritte Relegations-Teilnehmer kam noch nicht zum Einsatz.

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