Wolfgang Schräder über Flüchtlingshilfe unter Flutlicht

Interview zum Fußball-Cup mit Integrationsansatz

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Erlebnis Flutlicht: Hellauf begeistert sind üblicherweise die E-und F-Junioren beim Kaufunger Turnier vom abendlichen Kick. In diesem Jahr stehen Flüchtlinge im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Kassel. Zum sechsten Mal richten die Fußballer des SV Kaufungen 07 den Flutlichtcup aus. Wenn am heutigen Donnerstag die F-Junioren und am Freitag die E-Junioren (jeweils ab 18 Uhr) im Lossetalstadion um den Pokalsieg kämpfen, ist jedoch einiges anders als bei den ersten fünf Austragungen.

Denn das Turnier steht im Rahmen der Flüchtlingshilfe und gelebter Integration. Über Motive und Pläne des Vereins sprachen wir mit Wolfgang Schräder aus dem Abteilungs-Vorstand.

Herr Schräder, der SVK stellt den Flutlichtcup diesmal unter das Motto „Flüchtlingshilfe“. Was heiß das konkret? 

Wolfgang Schräder: Wir arbeiten einerseits mit der Organisation „Jumpers“ (siehe Hintergrund) zusammen und unterstützen mit dem Ertrag der Veranstaltung deren Projekte. Dies sind Wohnheime im Kasseler Forstfeld sowie in Stadtallendorf. Außerdem sammeln wir Sachspenden und stellen diese der Unterkunft in Hessisch Lichtenau zur Verfügung.

Aus welchen Geldern setzt sich der Ertrag zusammen? 

Schräder: Schon im Vorfeld sind Geldspenden eingegangen. Dazu kommen dann die Spenden an den Abenden sowie die Verkaufserlöse für Kaffee, Kuchen oder Imbiss. Örtliche Betriebe haben die Waren gestiftet.

Es geht dem SVK auch um „gelebte Integration“. Was verbinden Sie damit? 

Schräder: „Wir beteiligen uns schon länger am Antirassismus-Projekt des DFB. Und wir glauben, dass der Fußball verbindet und ein Mittel zur Integration sein kann. Wenn die Menschen miteinander in Kontakt kommen, brechen Verkrustungen auf.

Wie engagiert sich der Klub außerdem? 

Schräder: Gemäß unserer Leitlinie übernehmen wir soziale Verantwortung. Integrieren wollen wir nicht nur Flüchtlinge, sondern alle, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind.

Treten an den beiden Turniertagen auch Mannschaften an, die aus Flüchtlingskindern zusammengestellt sind? 

Schräder: Weil es in Kaufungen keine Flüchtlingsunterkunft gibt, ist der Zulauf hier nicht so stark wie bei vielen anderen Vereinen. Die Leute brauchen kurze Wege. Es gab die Überlegung trotzdem. Wir haben sie verworfen, weil wir lieber miteinander spielen wollen als gegeneinander.

Wie setzen Sie diese Vorstellung um? 

Schräder: Heute Abend nach der Vorrunde findet ein Einlagespiel statt. Mitarbeiter unseres Organisationsteams, die sonst eher im Hintergrund stehen, bilden zwei Mannschaften, in denen auch Flüchtlinge mitspielen.

Welche Idee steht grundsätzlich hinter dem Flutlichtcup? 

Schräder: Wir wollten den Kids außerhalb des Sommers einfach noch einmal die Möglichkeit geben, draußen ein Turnier zu spielen. Und darüber, unter Flutlicht zu spielen, sind sie hellauf begeistert.

Der Termin liegt in den Ferien, dazu am Abend. Bringt dies keine Probleme mit sich? 

Schräder: Überhaupt nicht. Auf die angestrebten je acht Mannschaften pro Abend kommen wir selbst in der üblichen letzten Ferienwoche immer. Auch die Uhrzeit stört nicht. Die Kinder freuen sich wie die Wilden, dass sie länger aufbleiben dürfen.

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