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Fortuna Kassel jubelt nach Herzschlagfinale in der Fußball-Kreisoberliga

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Von: Wolfgang Bauscher, Manuel Kopp

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Die Meisterparty geht los: Die Fortunen feierten nach dem 3:2-Sieg gegen Rengershausen mit ihren Fans die Meisterschaft und den Aufstieg in die Gruppenliga.
Die Meisterparty geht los: Die Fortunen feierten nach dem 3:2-Sieg gegen Rengershausen mit ihren Fans die Meisterschaft und den Aufstieg in die Gruppenliga. © Andreas Fischer

Im dramatischen Saisonfinale hat sich Fortuna Kassel die Meisterschaft in der Fußball-Kreisoberliga und den Aufstieg in die Gruppenliga gesichert.

In der 90. Minute steht es im Topspiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen Fortuna Kassel und Tuspo Rengershausen 2:2 – damit wäre der AFC Kassel Meister, der bei Anadoluspor Baunatal 5:3 führt.

Aber dann kontern die Gastgeber nach einem Eckball des Tuspo. Hamza Sarisoy flankt – und am zweiten Pfosten köpft Tom Zimmermann den Ball zum 3:2-Sieg über die Linie: Das Tor zu Fortunas Meisterschaft und Gruppenliga-Aufstieg feiern die Kasseler ausgelassen mit ihren Fans.

„Das war so, als würdest du 90 Minuten lang genau auf diesen Ball warten. Nachdem der Ball im Tor war, war es Ekstase pur“, sagte Zimmermann. „Wir haben nie aufgegeben, wir sind eine geile Truppe.“ Bevor die Fortunen aber mit ihren Anhängern den Titel bejubeln durften, mussten sie die Nachspielzeit überstehen. In der fünften Minute von dieser köpfte Tuspos Moritz Köhler den Ball an die Latte – bei einem 3:3 wäre der AFC in der Tabelle vorn gewesen. So blieb es aber beim 3:2 – und dem Titelgewinn für die Fortunen. „Für den Verein ist der Erfolg nicht in Worte zu fassen. Es ist unbeschreiblich“, sagte Spielertrainer Jan Niklas Hanske. „Letztendlich hat unser großer Wille uns das 3:2 beschert.“

Verhaltener Torjubel: Trotz des 5:3-Sieges verpasste der AFC und Fitim Islami (links) sowie Fatjon Bljakaj die Meisterschaft.
Verhaltener Torjubel: Trotz des 5:3-Sieges verpasste der AFC und Fitim Islami (links) sowie Fatjon Bljakaj die Meisterschaft. © Andreas Fischer

Die 90 Minuten zuvor waren nichts für schwache Nerven: In der Blitztabelle war mal Rengershausen vorn und auf dem besten Weg zur Meisterschaft, mal der AFC, am Ende sicherte sich allerdings die Fortuna den Titel.

Aber der Reihe nach: Auf dem engen Sportplatz am Schwarzen Stein war es beim Anpfiff mit rund 700 Zuschauern richtig voll. Von der ersten Minute an war es ein intensives Spiel – mit viel Tempo, Leidenschaft und zwei Teams, die den Weg nach vorn suchten. Zwar hatte Tuspo zunächst mehr Spielanteile, die Fortunen aber die besseren Chancen. Plötzlich lagen allerdings doch die Gäste vorn. Und das durch einen kuriosen Treffer: Der Freistoß von Köhler aus 25 Metern ging durch die löchrige Mauer zum 1:0 (25. Minute) ins Tor. Die Rengershäuser waren auf Meisterkurs. Aber nur zwei Minuten später schlugen die Hausherren zurück: Nach einem Freistoß von Benjamin Kamusin staubte Miron Trappmann zum 1:1 ab. In der Blitztabelle lag nun der AFC auf Rang eins, der bei Anadoluspor 1:0 führte.

Aber dann kam die nächste Wende: Manuel Schmidt traf nach einem Eckball zum 2:1 (31.) für den Tuspo, der nun wieder an der Spitze stand. Das war auch zur Pause so.

In der zweiten Halbzeit brauchten die Fortunen zwei Tore, um Meister zu werden. Und sie drängten auf den Ausgleich. Der Tuspo lauerte mit seinen schnellen Stürmern auf Konter. Und hätten so fast das 3:1 erzielt, aber Manuel Schmidt versprang im gegnerischen Strafraum der Ball (68.). Der Druck der Kasseler wurde immer größer – und erneut gelang nach einem Standard der Ausgleich. Hanske traf nach einer Ecke per Kopf (73.). Jetzt war allerdings wieder der AFC vorn, der in Baunatal 5:0 führte.

In der spannenden Schlussphase war es ein offener Schlagabtausch, weil ja beiden Teams ein Tor zur Meisterschaft reichte. Dann kam Zimmermann und entschied das Herzschlagfinale zugunsten der Fortunen.

Während die Kasseler feierten, saßen die Rengershäuser mit leeren Blicken auf dem Rasen. „Natürlich sind wir sehr enttäuscht“, sagte Tuspo-Trainer Boris Bajic, der nur mit der ersten Hälfte seines Teams zufrieden war. „Aber ich bin stolz auf unsere Saison. Alle drei Teams haben so viele Punkte geholt, dass sie die Meisterschaft verdient hätten. Es war eine einmalige Konstellation.“

Beim AFC, der durch Freunde beim Spiel der Konkurrenten stets informiert wurde, war die Enttäuschung nach dem verpassten Titel groß. „Das war ziemlich hart, in letzter Minute noch abgefangen zu werden. Aber wir haben uns aufgerappelt und sind stolz auf das, was wir geleistet haben“, sagte Kapitän Mateo Hima. Und richtete Glückwünsche an den Meister: „Wir gönnen es der Fortuna. das ist eine unglaublich sympathische Mannschaft.“ (Manuel Kopp und Wolfgang Bauscher)

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