Kreisoberliga-Relegation: Viktoria Bettenhausen ereicht 1:1 bei Eintracht Baunatal

Mit Glück und Pfiffi

Einsatz: Baunatals Eray Agzikara (links) gegen Bettenhausens Arif Durmusoglu. Foto: Malmus

Baunatal. Manchmal ist der Fußballgott – sollte es ihn tatsächlich geben – ein gar witziges Kerlchen. Beim 1:1 der Reserve von Eintracht Baunatal gegen Viktoria Bettenhausen in der Relegation zur Kreisoberliga ließ er mit Baunatal nahezu nur eine Mannschaft spielen, er ließ sie Chancen im Dutzend erarbeiten, aber er ließ sie nur ein Tor schießen. So sorgte er für das Kuriosum, dass die Eintracht am Ende noch froh sein musste, ein Unentschieden erreicht zu haben, weil es lange so aussah, als ob die Baunataler Spieler völlig vergessen hätten, wo das Tor steht.

Das 1:1 hat zur Folge, dass es nur neben dem Platz einen Sieger gab: die Mannschaft vom VfR Süsterfeld, die in dieser Aufstiegsrunde mit drei Teams nun die besten Karten hat, am Ende Platz eins zu belegen und in die Kreisoberliga aufzusteigen. Nach dem Sieg am vergangenen Wochenende gegen die Reserve von Eintracht Baunatal reicht im Duell gegen Bettenhausen am kommenden Samstag ein Unentschieden, um das große Ziel zu erreichen. Bettenhausen ginge nur bei einem Sieg auch als Gewinner der Aufstiegsrunde hervor.

Den Baunatalern bleibt nur das Prinzip Hoffnung: Bei einem hohen Erfolg der Süsterfelder würden sie noch Platz zwei erreichen, der bei einem Aufstieg des TSV Heiligenrode in die Gruppenliga auch reichen könnte, um in der kommenden Saison in der Kreisoberliga aktiv zu sein.

Sollte das nicht klappen, haben es sich die Baunataler selbst zuzuschreiben. „Wir sind selbst schuld“, sagte auch Spielertrainer Robert Scheiter nach einem Spiel der vergebenen Baunataler Möglichkeiten. Allein Eray Agzikara hätte eine Anzahl an Treffern erzielen können, die für drei Torjägerkanonen reicht, aber: Er schoss neben das Tor, er schoss über das Tor, er köpfte auf den gegnerischen Torhüter, nur er traf selbst dann nicht, wenn er sich den Ball gekonnt zurechtgelegt hatte.

Seine Teamkollegen machten es trotz Überlegenheit nicht besser. Die Aktiven der Eintracht erweckten irgendwie den Eindruck, als wollten sie das Tor im entfernten Baunataler Parkstadion treffen – und nicht das in der mit 350 Zuschauern besetzten Großenritter Langenberg-Kampfbahn.

Die Gäste aus Bettenhausen stellten sich in dieser Beziehung geschickter an: Eine Chance, ein Tor – was will man mehr? In der 13. Minute stand Kay Schreiber plötzlich allein vor Baunatals Tor, aus 16 Metern schoss er gekonnt ein. Fortan beschränkte sich die ersatzgeschwächte Viktoria auf die Abwehrarbeit. In der zweiten Halbzeit wurden die Verletzungsunterbrechungen länger, die Behandlungspausen häufiger. Und hätte in der 78. Minute Baunatals Lukas Harborth nicht doch noch das 1:1 erzielt, hätte der Fußballgott wirklich für ein aberwitziges Stück gesorgt. Bettenhausens Spielertrainer Thorsten Wenzel gab sodann auch zu: „Das 1:1 war schon etwas glücklich. Aber fast alles, was aufs Tor kam, hat der Pfiffi eben gehalten.“ Gemeint war Keeper Marcel Dietrich.

Baunatal: Siegert – Schaake, Kuhnert, Scheiter, Harborth – Stollmaier (56. Hrdina), Lux, Bonanno, Opl – Grajossek – Agzikara.

Bettenhausen: Dietrich – Burim, Dincel, Wenzel, Durmusoglu – Daum, Konstas, Palushaj, Scharf – Schreiber, Knoll. Eingewechselt: Sahib, Esshak, Thanapalasingh.

Schiedsrichter: Marcel Koch (Niestetal) – Zuschauer: 350.

Tore: 0:1 Schreiber (13.), 1:1 Harborth (78.)

Von Florian Hagemann

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