Verbandssportgericht

Kurioser Fall aus Kreisoberliga: Ärger nach Regelverstoß

Ärger nach einer Fehlentscheidung: Jetzt tagt das Verbandssportgericht. Foto: dpa

Kassel. Für den Fußball-Kreisoberligisten SV Espenau ist das Jahr gelaufen – alle Spiele sind absolviert. Trotzdem steht noch eine Entscheidung aus.

Wie wird die Begegnung gegen die SG Obermeiser/Westuffeln gewertet? Die Frage wiederum hat mit einem überaus interessanten Fall zu tun, der nun sogar vor dem Verbandssportgericht verhandelt wird.

Das Spiel, um das es geht, fand bereits am 5. Oktober statt. Es endete aus Sicht der Espenauer 2:4, doch eine Szene aus der 80. Minute könnte das Ergebnis wieder kippen.

Beim Stand von 2:3 schießt Espenaus Kenneth Söder auf des Gegners Tor. „Der Ball kullerte und kullerte und kullerte“, erzählt Espenaus Spielertrainer Jörg Odensaß. Als Obermeisers Torwart Sami Grebestein zur Stelle ist, hat der Ball die Linie schon überschritten – oder doch nicht? Der Schiedsrichter entscheidet auf Tor – 3:3. Die Spieler der SG protestieren. Es vergeht Sekunde um Sekunde, ehe der Unparteiische seine Entscheidung zurücknimmt. Statt Anstoß für Obermeiser gibt es indirekten Freistoß für Espenau – zudem bleibt es beim 2:3.

Das Problem hierbei liegt nicht darin, dass der Schiedsrichter seine ursprüngliche Entscheidung zurückgenommen hat. Das Problem ist, dass er die Partie nicht mit einem indirekten Freistoß, sondern mit einem Schiedsrichterball hätte fortsetzen müssen. Insofern liegt ein Regelverstoß vor. Das ist unbestritten.

Das Kreissportgericht befasste sich bereits mit dem Fall und setzte ein Wiederholungsspiel an. Doch gegen diese Entscheidung protestierte die SG Obermeiser/Westuffeln. Trainer Philip Butterweck bezeichnete die Urteilsbegründung als dubios. Er sagt, die Espenauer seien einverstanden gewesen, dass die Begegnung mit indirektem Freistoß weitergehen sollte. Das allerdings bestreitet Espenaus Jörg Odensaß.

Nun muss das Verbandssportgericht entscheiden. Willi Röhn, der Klassenleiter der Kreisoberliga Hofgeismar/Wolfhagen, sagt, der Fall sei schon ein bisschen kurios. Prinzipiell aber gelte: Liegt ein Regelverstoß vor, käme es darauf an, ob er spielentscheidend gewesen sei. Zudem muss das Verbandssportgericht aber wohl auch darüber urteilen, ob die Mannschaften sich mit dem Schiedsrichter tatsächlich auf indirekten Freistoß geeinigt haben und – sollte dies tatsächlich der Fall gewesen sein – solch eine Einigung überhaupt möglich ist.

Während Espenaus Jörg Odensaß auf eine Wiederholung hofft und damit auf die Chance, doch noch wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen den Tabellendritten Obermeiser/Westuffeln zu ergattern, ist SG-Trainer Butterweck gegen eine Neuansetzung. Er sagt: „Meine Bekannten und ich haben so etwas noch nicht erlebt.“ Wann das Verbandssportgericht tagt, steht noch nicht fest.

Von Florian Hagemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.