Kreisoberliga

Anadoluspor steigt nach packendem 1:1 gegen Bettenhausen

Schenkten sich nichts: Der Bettenhäuser Thomas Scharf (9) geht beim Schussversuch volles Risiko, Burak Karahan eilt heran, um den Schuss zu blockieren. Im Hintergrund sehen Sebastian Knoll (links) und Gökhan Toksoy zu. Foto: Fischer

Kassel. Ein hochdramatisches Finale im Abstiegskampf der Fußball-Kreisoberliga lieferten sich die Teams von Anadoluspor Baunatal und dem VfB Viktoria Bettenhausen.

Das Spiel endete nach mehr als 100 Spielminuten 1:1 durch ein Tor in der neunten Minute der Nachspielzeit, was für Anadoluspor den Abstieg bedeutet. Wir blicken zurück:

Die Ausgangslage 

Es geht für beide Mannschaften um alles. Der Verlierer, das ist klar, muss den direkten Gang in die Kreisliga A antreten. Der Sieger darf noch in der Relegation gegen den Abstieg kämpfen. Vorteil Bettenhausen: Ein Punkt reicht den Kasselern, um vor Anadoluspor auf Platz 14 zu bleiben.

Die reguläre Spielzeit 

Beide Mannschaften mussten diese Saison mehr als 100 Gegentore hinnehmen. Hohe Fußballkunst war also nicht zu erwarten. Vielmehr waren Einsatz, Wille und der letzte Glaube an die eigene Stärke gefragt. Während sich im Mittelfeld die Foulspiele und Ungenauigkeiten häuften, kamen beide Mannschaften zu Tormöglichkeiten, auch wenn die Gastgeber von Anadolu in dieser Statistik die Nase vorn behielten. Behlül Demircan traf den VfB-Pfosten, Anadolu-Keeper Kamil Gümüs reagierte mehrmals glänzend. Nach 57 Minuten fiel dann das umjubelte 1:0 für die Türken: Oktay Akyalin sorgte für die verdiente Führung. Hätten, ja hätten, die Baunataler nun eine ihrer folgenden Großchancen genutzt - es wäre alles ganz anders gelaufen.

Die Nachspielzeit 

Das ganze Spiel war von Unterbrechungen geprägt, so überraschte die angekündigte Nachspielzeit nicht: Fünf Minuten! Es schien, als sei ein VfB-Freistoß die letzte Chance auf den Ausgleich - im Abwehrreflex fuhr Yalcin Alay jedoch den Arm aus. Handspiel, Strafstoß für Bettenhausen in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Das Entsetzen der Heimmannschaft und der Zuschauer war groß.

Viktorianer Heiko Daum, drosch den Ball in die Maschen. Mittlerweile lief die neunte Minute der Nachspielzeit. Erst am letzten Spieltag hatte der 42-jährige Daum sein Team mit vier Vorlagen und einem Tor zum Sieg gegen BC Sport II geführt. Eigentlich hilft er nur aus, um den Abstieg zu verhindern, gegen BC Sport bestritt er sein erstes Saisonspiel für Bettenhausen. Nach einem Ellbogenschlag an den Kiefer sah Daum die Sterne, wie er sagt, und verpasste sogar den Schlusspfiff nach 102 Minuten.

Die große Enttäuschung 

Enttäuschung und Frust bei den abgestiegenen Baunatalern waren nach Spielende natürlich riesengroß. Die meisten Spieler und Funktionäre waren sprachlos angesichts des späten Nackenschlags. Größe zeigt sich in bitteren Niederlagen, so heißt es. Hakan Alay von Anadoluspor sorgte sich mit dem Schlusspfiff um den am Boden liegenden Daum.

Vereinsvorsitzender Murat Gürkan rief Viktoria-Trainer Thorsten Wenzel noch zu: „Dann gewinnt jetzt aber auch die Relegation!“ Er dankte dem Trainer Hayrettin Kulaksiz, der erst im März das Team übernommen hatte. „Wir werden jetzt einen Neuanfang in der A-Liga machen“, blickte Gürkan traurig in die Zukunft. 

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