Heiligenrode erzielt gegen Süsterfeld sagenhafte 25 Tore

Reaktionen nach dem 25:0 in der Kreisoberliga: „Immer noch unglaublich“

Achtfacher Torschütze beim 25:0 der Heiligenröder: Dennis Joedecke (Szene aus einem früheren Duell) konnte sich nicht an ein vergleichbares Spiel erinnern. Foto: Hedler

Niestetal. Obwohl der Klassenerhalt für den Fußball-Kreisoberligisten VfR Süsterfeld wohl längst kein Thema sein dürfte – die Kasseler sind mit 14 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer Letzter – ist dieses Ergebnis eine beinahe unglaubliche Geschichte.

Beim Tabellenzweiten TSV Heiligenrode verlor Süsterfeld am Sonntag 0:25.

Dem DFB-Onlineportal Fussball.de zufolge gab es in der letzten Woche in ganz Deutschland nur eine Herrenmannschaft die öfter traf: Der TuS Wickrath 2 gewann in der Kreisliga C Mönchengladbach 27:0 gegen den SV Schelsen.

Wir fragten nach: Was war denn da los? „Das war der höchste Sieg unser Vereinsgeschichte“, sagte Heiligenrodes Teammanager Matthias Schmelz. Doch wie kam es zu diesem Debakel für den Aufsteiger aus Kassel? „Sonntag Mittag hatten wir fünf spielbereite Leute auf dem Zettel. Wegen des langen Wochenendes haben viele kurzfristig abgesagt“, erzählt Süsterfeld-Trainer Gerd Janczek. „Mein Trainerkollege Thomas Bischoff und ich haben alles versucht, um noch eine Elf zusammen zu kriegen. Zum Anpfiff hatten wir dann zwölf Spieler, inklusive Bischoff“, führt Janczek weiter aus. „Enttäuschend ist es schon, wenn kurzfristig so viele abspringen“, sagt der Trainer.

Nach neun Minuten führte Heiligenrode bereits mit vier Toren. „Da war schon abzusehen, dass es heute höher ausgeht. Mit 25 Toren habe ich aber niemals gerechnet“, meint TSVer Fabio Caracciolo, der das 2:0 markierte und später noch vier weitere Treffer nachlegte.

Wie Caracciolo tat sich auch Mitspieler Dennis Joedecke schwer, sich an Vergleichbares zu erinnern. „Mit der E-Jugend des KSV Hessen gab es mal ein 19:0, glaube ich“, sagt der Torjäger, der als Kapitän achtmal traf und vier Vorlagen lieferte. „Es ist immer noch unglaublich, so was werde ich wohl nie wieder erleben.“

Als VfR-Trainer Janczek seine Mannschaft in der Halbzeitpause fragte, ob sie weitermachen wolle, sei das Veto klar gewesen, so Janczek: „Bis auf zwei wollten alle unbedingt weiterspielen. Ich kann nur meinen Hut vor diesen Jungs ziehen, die spontan eingesprungen sind und trotzdem alles gegeben haben.“

Sein Heiligenröder Gegenüber Carsten Umbach sieht das auch so: „Es beweist erstmal charakterliche Stärke, überhaupt anzutreten. Wie sie es dann bis zum Ende durchgezogen haben, verdient größten Respekt. Mitleid können die Süsterfelder aber nicht gebrauchen.“

Auch Caracciolo und Joedecke waren von der Süsterfelder Willenskraft beeindruckt: „Sie haben sich nicht aufgegeben und sind zu jeder Zeit fair geblieben. Unsere Marschroute war, 90 Minuten ordentlichen Fußball zu spielen, auch wir haben nicht lockergelassen“, erklärt Carocciolo. Benjamin Lorenz, Spieler des VfR, äußerte sich zum Torfestival: „Unser Fehler war vielleicht, mitspielen zu wollen, anstatt mit Maus und Mann zu verteidigen. Nichtantreten war niemals eine Option. Allen, die eingesprungen sind, liegt der Verein am Herzen.“

Von Gregory Dauber

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