Vater und Sohn spielen in einer Mannschaft

Rothwestener Duo Torsten und Maximilian Werner: Tore wie am Fließband

Verstehen sich auf und neben dem Platz prächtig: Maximilian Werner (links) und Vater Torsten sind bei Fußball-Kreisoberligist TSV Rothwesten nicht zu stoppen. Foto: Zgoll

Rothwesten. Es hat etwas von einem Traumduo. Und kam völlig überraschend und ungeplant. Nie hätten sie bis zum vorigen Herbst daran gedacht, noch gemeinsam auf Torejagd zu gehen.

Und ebenso wenig geahnt, mit welch großem Erfolg sie es dann tun würden. Immerhin ist Torsten Werner mit 43 nicht mehr im allerbesten Fußballeralter und hatte, von Einsätzen bei den Altherren des TSV Ihringshausen abgesehen, mit dem Kicken bereits abgeschlossen. Doch als damals bei der Reserve des TSV Rothwesten Personalnot herrschte, stellte er sich zur Verfügung. So begann die Erfolgsgeschichte, denn dort spielte schon Sohn Maximilian („Maxi“).

Gemeinsam ungeschlagen

Oft standen die Werners seit Oktober in der Kreisoberliga gemeinsam auf dem Platz – als Verlierer verließen sie ihn dabei nie. „Beim ersten Einsatz lagen wir in Kaufungen bei meiner Einwechslung 0:1 hinten und gewannen noch 5:2. Das war das Schlüsselerlebnis“, berichtet Torsten Werner, der gleich drei Tore seines Sohnes vorbereitete. Häufig legte Maxi seither auch für den Vater auf, beide ergänzen sich prächtig und genießen das Zusammenspiel. So kam der Jüngere auf 22 Saisontreffer, der Ältere auf acht. „Das schweißt zusammen“, merkt Torsten Werner an.

Als der Sohn sechs Jahre alt war, brachte ihn der Vater, damals Jugendtrainer der JSG Fuldatal, zum Fußball. Fortan drehte sich im Hause Werner vieles um das runde Leder. Auch wenn Maxis 17-jähriger Bruder Dominik sich eher für Fitnessport und Parcours begeistert. Gehalten hat sich eine Tradition bis heute. „Im Garten stehen immer noch zwei Tore. Wenn mein Vater und ich Lust haben, gehen wir raus und schießen uns Bälle drauf“, berichtet Maxi, der zum Kader der Ersten gehört und dort noch besser fußfassen möchte. Allerdings nicht, um sich vom Vater zu lösen: „Ich finde es klasse mit ihm. Auch wenn ich manchmal dachte, ich wäre im falschen Film. Zum Beispiel, als er am Sonntag gegen Hertingshausen vier Tore gemacht hat.“

Die Klasse der Werners beschäftigt auch deren Mitspieler. „Im Spaß fragen sie schon mal, ob sie auch mal eine Bude machen dürfen“, erzählt Maxi. Eventuell müssen sie sich weiter gedulden, deutet der 20-Jährige an: „Mein Vater sagt zwar jedes Jahr, dass er aufhört, aber dann macht er doch immer weiter. Manche glauben, er wird noch mit dem Rollator Fußball spielen.“

Wer von beiden ist nun aber der bessere Fußballer? „Ich glaube kaum, dass es einen Besseren gibt. Wir sind unterschiedliche Typen. Er ist der Erfahrene, von dem ich viel lernen kann“, sagt Maxi. Auch der Vater antwortet differenziert: „Er ist mir mit seiner modernen Ausbildung taktisch weit überlegen und kritisiert häufig meine Laufwege. Ich bin eher der Typ Straßenfußballer und werfe meine Effektivität vor dem Tor in die Waagschale.“

Wie auch immer, das Duo harmoniert prächtig. Sicher auch noch nach der ersten gemeinsamen Niederlage.

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