Was war denn da los?

Kurioser Treffer bei VfL-Sieg über BC Sport annulliert: Schiri pfeift freches Tor ab

Übermächtig: Leon Palushay (in Blau) vom BC Sport hat es gegen Tom Winter (von links), Sebastian Vaupel und Salar Abdali gleich mit drei VfLern zu tun und zieht den Kürzeren. Foto: Schachtschneider

Kassel. Es wäre der Treffer zum 5:2 gewesen. Und ein ganz besonderer dazu. Denn David Kunz hatte ihn, direkt vor der Torlinie auf dem Bauch liegend, per Kopf erzielt. Doch der Schiedsrichter verweigerte die Anerkennung und verwarnte den Schützen. Was war denn da los?

Das Strittige Tor 

David Kunz

Im Spitzenspiel der Fußball-Kreisoberliga zwischen dem BC Sport und dem VfL Kassel lief die 75. Minute. Gerade waren die Gäste und ihr offensiver Mittelfeldmann David Kunz ins Rollen gekommen. Zwei Minuten zuvor hatte Kunz in Sport-Torhüter Muhammed Kilic noch seinen Meister gefunden, ehe er unmittelbar darauf das 4:2 erzielte (74.). Nun setzte er sich abermals durch und umkurvte auch Kilic. Der Rest schien Formsache. Doch anstatt den Ball ins leere Tor zu schieben, warf sich Kunz übermütig auf den Bauch und nickte ihn per Kopf über die Linie. Zum 5:2, wie er dachte. Doch Schiedsrichter Ralf Eberwein aus Söhrewald wertete die Aktion als Unsportlichkeit, gab das Tor nicht und verwarnte den 18-Jährigen. Dieser ließ sich nicht beeindrucken und traf nur zwei Minuten darauf doch zum 5:2 – per Fuß und im Stehen.

Die Regel  

Laut Thomas Zahorec aus dem Lehrstab des Kreisschiedsrichter-Ausschusses deckt das Regelwerk Eberweins Entscheidung. „Man kann das so ahnden. Wenn der Schiedsrichter eine Unsportlichkeit erkannt hat, muss er die Gelbe Karte zeigen.“ Auch die Annullierung des Treffers sei korrekt: „Im Moment der Unsportlichkeit pfeift er. Ob der Ball noch über die Linie rollt, ist egal.“

Der Schütze 

„Jugendlicher Übermut war das nicht. Ich wusste schon, was ich mache und wollte ein bisschen provozieren“, bekannte Kunz später, „wir wurden ja auch selbst provoziert.“ Über die Entscheidung des Schiedsrichters war er erstaunt: „Ich kannte die Regel nicht.“

Der Spielverlauf 

Nach gut 30 Minuten schien alles klar. Der BC Sport führte 2:0, und die Gäste mussten seit der 5. Minute ihren angeschlagenen Routinier Pascal Krauß ersetzen. Doch dann legte der nahezu mit einer U20-Elf, darunter vier 18-Jährige, spielende VfL einen fulminanten Auftritt hin und gewann 6:2 (2:2). Während die Kirchditmolder nach dem Anschlusstreffer durch Sebastian Vaupel (36.) besser zurechtkamen, verloren die Gastgeber ihre Sicherheit. Noch vor der Pause mussten sie weitere Rückschläge einstecken. Zunächst glich Enes Karakuz aus (41.), dann musste Innenverteidiger Sergiu Fondos nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz (44.). Zuvor war er wegen Reklamierens verwarnt worden. Der beherzt angreifende VfL überwand die offene Defensive des BC Sport noch viermal zum hohen Sieg und bleibt Tabellenführer.

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