Kreisoberliga: Spielerstreik in Wellerode

TSG trotzt schwieriger Situation und spielt 0:0 gegen Hertingshausen

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Kämpferisch auf der Höhe: Der Welleröder Vladut Palincas (links) versucht in dieser Szene, Hertingshausens Maximilian Alter vom Ball zu trennen. 

Söhrewald. Ein neues Gesicht auf der Trainerbank und ein Teil des Teams im Streik – das Duell zwischen Fußball-Kreisoberligist TSG Wellerode und dem TSV Hertingshausen fand unter kuriosen Begleitumständen statt.

Am Ende trotzten die Söhrewalder dem Favoriten beim 0:0 auf der Söhrekampfbahn einen Punkt ab. Ein Achtungserfolg nach den zuletzt eher dürftigen Ergebnissen. Wir beleuchten die besondere Situation bei den Wellerödern:

Anfang vergangener Woche entband der Verein den bisherigen Trainer Ferhat Kara von seinen Aufgaben. Das teilte die TSG auf ihrer Homepage mit. Eine vereinsinterne Interimslösung hatten die Welleröder schon parat. Als Spielertrainer fungiert nun Marc Bergen. Unterstützt wird er von Marc Schäfer. Der Trainer der zweiten Mannschaft stand auch im Spiel gegen Hertingshausen an der Seitenlinie. „Wir wollen bis zum Rückrundenstart einen neuen Trainer finden“, erklärt Georg Thiel. Thiel war zuletzt Vorsitzender des Vereins. Aus persönlichen Gründen gab er das Amt ab, bleibt dem Vorstand aber erhalten. An der Vorstandsspitze stehen nun Peter Grunewald sowie Carsten und Jürgen Eberwein. DER SPIELERSTREIK

Augenscheinlich gibt es bei der TSG eine Gruppe von Spielern, die sich mit Ferhat Kara gewissermaßen solidarisiert. Nach Informationen unserer Zeitung sind einige Spieler über die Art und Weise verärgert, wie die Entlassung Karas vonstattengegangen ist. Demnach hätte die Mannschaft über die Presse von der Freistellung erfahren. Das ist der Grund, warum sich die Gruppe zu einem Verzicht entschieden hat. Die streikenden Spieler sollen bereits eine Abmeldung beim Verein eingereicht haben. Um wie viele Akteure es sich genau handelt, ist nicht bekannt.

Frank Mendel, Sportlicher Leiter bei der TSG, gab folgende Stellungnahme ab: „Dieser Boykott ist nicht nachvollziehbar. Sowohl Ferhat Kara als auch die Spieler wurden rechtzeitig über diese Entscheidung informiert.“ Ein Gespräch mit den Betroffenen sei in naher Zukunft geplant. Der Spielverlauf

Fußball gespielt wurde trotzdem. Die favorisierten Hertingshäuser taten sich über weite Strecken schwer. Zwar hatte die Mannschaft von Trainer Fabian Reitze mehr Spielanteile – wirklich zwingend vor dem gegnerischen Tor wurde es aber nur selten. „Uns fehlte heute die letzte Entschlossenheit. Außerdem haben wir häufig die falschen Entscheidungen getroffen. Hut ab für die kämpferische Leistung unseres Gegners“, sagte Reitze kurz nach dem Schlusspfiff. Und in der Tat: Die Welleröder lieferten einen kämpferisch vorbildlichen Auftritt ab.

Die bis dahin schwächste Abwehr der Liga ließ nur wenige Torchancen zu. Dafür fehlte in der Offensive zunächst aber die Durchschlagskraft. Mit dem Seitenwechsel sollte sich das ändern. Wellerode war nun zielstrebiger und erarbeitete sich gute Möglichkeiten.

In der Schlussphase verpassten die Söhrewalder sogar den Siegtreffer. Falk Weymann setzte sich auf der linken Seite energisch durch und spielte den Ball flach in den Strafraum. Pechvogel Daniel Patrasc traf aus kurzer Distanz aber nur den Pfosten. Bitter für Wellerode, das in einer schwierigen Situation steckt.

Von Raphael Wieloch

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